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Landwirtschaft
Das Agrarland Bayern
Bayern ist trotz des Wandels zu einem High-Tech-Land weiterhin das wichtigste Agrarland und der größte Nahrungsmittelproduzent in Deutschland. Zum Beispiel kommt über ein Viertel der Milch in Deutschland von bayerischen Kühen. Rund die Hälfte der Fläche im Freistaat wird landwirtschaftlich genutzt. Damit leisten die ca. 118.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft.
Die Versorgung der Bevölkerung mit gesunden und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln steht dabei ganz im Vordergrund. Der ökologische Landbau in Bayern gewinnt immer mehr Bedeutung und wächst deutlich stärker als der Bundesdurchschnitt. Mittlerweile sind 28 Prozent aller deutschen Ökobauern im Freistaat beheimatet.
Viele Landwirte in Bayern setzen zudem auf die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen zur Energiegewinnung. Mit Biogas, Holzpellets zur Wärmeerzeugung und biogenen Treibstoffen nimmt Bayern einen Spitzenplatz bei den regenerativen Energien ein.
Von Spargel bis Hopfen
Die landwirtschaftliche Produktion liegt in Bayern überwiegend in der Hand von Familienbetrieben. Schwerpunkte sind vor allem Getreideanbau, Milchwirtschaft und Viehzucht. Eine Delikatesse und von Kennern hoch geschätzt ist der bayerische Spargel. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Franken, im niederbayerischen Abensberg und in Schrobenhausen in Oberbayern. Auf rund 2.000 Hektar wird hier zwischen April und Juni der Spargel gestochen. Eine Besonderheit der bayerischen Landwirtschaft ist der Hopfen. In der Hallertau zwischen Landshut und Ingolstadt liegt das größte Hopfenanbaugebiet der Welt, ein Viertel des gesamten Hopfens weltweit kommt von hier. Hopfen ist unverzichtbar für eine weitere bayerische Spezialität: Nur aus Hopfen, Gerste und Wasser darf das bayerische Bier gebraut werden. So sieht es das bayerische Reinheitsgebot von 1516 vor, nebenbei das älteste Lebensmittelgesetz der Welt.
Im Einklang mit der Natur
Bayerns Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Landwirtschaft im Einklang mit den natürlichen Lebensbedingungen bedeutet aktiven Klima-, Boden- und Gewässerschutz. Bayern fördert mit seinem Kulturlandschaftsprogramm besonders umweltschonende Formen der Landwirtschaft finanziell und unterstützt die Bewirtschaftung nach Kriterien des ökologischen Landbaus. Beim umweltgerechten Pflanzenbau kommt in Bayern auch modernste Technik zum Einsatz: Regelmäßige Bodenproben und spezielle Agrar-Wetterstationen sichern zum Beispiel die ökologisch optimale Verwendung von Düngemitteln.
Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing sind die bayerischen Aktivitäten in diesem Bereich gebündelt. Es besteht aus drei eigenständigen Einrichtungen, die Hand in Hand arbeiten:
Das Centrale Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N.) wurde 1992 in Rimpar bei Würzburg durch den Freistaat gegründet. Anfang 2001 bezog die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe als erste der drei Säulen ihre Räume im neuen Kompetenzzentrum. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und begutachten Projekte.
Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) des Landwirtschaftsministeriums wurde im Januar 2002 gegründet. Seine Aufgabe ist die Förderung der Produktion, Verarbeitung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe durch Forschung, Entwicklung
und Information.
Am Wissenschaftszentrum werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die stoffliche Nutzung und die energetische Verwertung durchgeführt. Dabei arbeiten Vertreter von Natur-, Ingenieur-, Ökosystem- und Wirtschaftswissenschaften eng zusammen. Seit dem Wintersemester 2008/09 wird ein Masterstudiengang "Nachwachsende Rohstoffe" angeboten.
Weinland Franken
Frankenweine haben bei Weinliebhabern einen ausgezeichneten Ruf. Die Vielfalt der Böden am Main zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt bringt ein reiches Spektrum an Spitzenweinen hervor. Über 6.000 Weinbaubetriebe sind hier ansässig. Ob Müller-Thurgau, Silvaner oder Riesling - Frankenwein ist etwas Besonderes. Deshalb werden die Qualitäts- und Prädikatsweine in Franken auch nicht in normale Flaschen abgefüllt, sondern in die unverwechselbaren "Bocksbeutel".