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Umweltschutz
Bayern bringt wichtige Umwelt- und Klimainitiativen auf den Weg
Freistaat startet Projekt Bayern Arche / Energie-Atlas Bayern schafft verbesserte Grundlage für zukunftsfähige Energieversorgung
Das bayerische Kabinett hat am 26. Mai 2009 grünes Licht für wichtige Umwelt- und Klimainitiativen gegeben. Umweltminister Dr. Markus Söder: "Wir müssen so leben, dass Bayern ökologisch, sozial und wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Dafür stellen wir die Weichen." Um zu einer deutlichen Verringerung des klimaschädlichen CO2 zu kommen und natürliche Lebensräume in Bayern besser zu schützen, setzt Bayern nach den Worten Söders im Rahmen seiner Gesamtstrategie auf ein breites Maßnahmenbündel. Zwei neue Initiativen konnten dazu heute gestartet werden. Söder: „Mit dem Startschuss für den Energie-Atlas setzen wir einen zusätzlichen Baustein für eine nachhaltige klimafreundliche Energiepolitik in Bayern und mit dem Projekt Bayern Arche geht der Freistaat verstärkt einen neuen Weg für den Schutz der Artenvielfalt - einem grandiosen Schatz Bayerns."
Projekt "Bayern Arche"
Söder kündigte an, dass mit dem neuen Projekt „Biodiversitätskampagne Bayern Arche" der Freistaat beim Erhalt der Artenvielfalt und der Lebensräume bundesweit neue Maßstäbe setzen wird. Söder: „Bayern verfügt hier über einen einzigartigen Schatz. Die Bewahrung der Schöpfung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft Bayerns. Unter Beteiligung der betroffenen Verbände werden wir unsere Artenschutzbemühungen noch einmal deutlich intensivieren und noch mehr Bewusstsein schaffen. Denn nur was man kennt, schätzt und schützt man auch." Dazu zählen laut Söder unter Anderem folgende neue Maßnahmen:
- Der Freistaat wird für gefährdete heimische Wildpflanzenarten und Tierarten eine Samenbank als Genreserve einrichten, die sog. "Genreserve Bayern". Zudem sollen extrem gefährdete Tier- und Pflanzenarten durch Erhaltungszuchten in ihrem Bestand gesichert werden.
- Ein Biodiversitätsrat, bestehend aus einem kleinen Kernteam aus drei bis vier Wissenschaftlern, das je nach Thema durch externe Fachleuten verstärkt werden kann, berät zukünftig die Staatsregierung.
- Speziell zum Thema "Biodiversität" sollen Stiftungsprofessuren eingerichtet werden. Gespräche mit möglichen Sponsoren und Hochschulen dazu laufen.
- Der Bayerische Naturschutzfonds wird für herausragende Projekte und besondere Leistungen/Arbeiten im Bereich Natur- und Artenschutz jährlich einen "Biodiversitätspreis " ausloben, der mit 15.000 Euro dotiert wird.
- Für einen optimalen Austausch aller im Natur- und Artenschutz beteiligten Ressorts, Verwaltungen, Schulen und aller ehrenamtlich und hauptamtlichen Akteure in Bayern wird ein "Biodiversitätsnetzwerk" installiert, mit dem Aktivitäten koordiniert und neue angeregt werden sollen.
Projekt Energie-Atlas Bayern
Die Verminderung des CO2- Ausstoßes ist laut Söder die zentrale umwelt- und klimapolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Der Energieversorgung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Der Freistaat will deshalb ganz gezielt die Einsparpotenziale bei der Energieversorgung und -nutzung besser ausschöpfen. Die ehrgeizigen Ziele Bayerns sind: Die Energieproduktivität soll bis 2020 um 30 Prozent erhöht werden und der Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 20 Prozent verdoppelt werden. Der Energie-Atlas wird dabei, so Söder, wichtige Hilfestellung leisten. Er ist als Internetportal konzipiert und soll wie ein Routenplaner Wege zur Erschließung der in Bayern vorhandenen Potenziale an erneuerbaren Energien aufzeigen. „Effektiver Klimaschutz beginnt vor Ort", betonte Söder.
Der Energie-Atlas erfasst die „natürlichen" erneuerbaren Energien, aber auch die „vom Menschen bereitgestellte" Energie in Form von Abwärme aus industriellen Prozessen, die derzeit nur zum Teil von den Betrieben zur eigenen Wärme- und Kälteversorgung genutzt wird. So sind beispielsweise bayernweit über 2.800 „Abwärme-Produzenten" ohne Abnehmer. Söder: „Das muss sich ändern. Der Energieatlas wird helfen, die regionalen und lokalen Potenziale für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erkennen und dann ganz gezielt zu nutzen, um auch gebietsübergreifende Lösungen zu ermöglichen." Vom Energie-Atlas Bayern profitiert laut Söder auch die heimische Wirtschaft: „Er wird eine erhebliche Nachfrage nach Umweltschutzgütern und damit Investitionen im produzierenden Gewerbe, im Handwerk und im Dienstleistungssektor auslösen", unterstrich der Umweltminister.
Das Internetportal soll unter anderem die Rubriken Best-Practice-Beispiele, Förderwege sowie eine Link-Sammlung und spezielle Recherchefunktion enthalten. Im Einzelnen sollen Daten zu folgenden Themen dargestellt werden:
- Solarenergie
- Windenergie
- Geothermie
- Biomasse
- Wasserkraft
- Abwärmepotenziale
- Energieerzeugungsanlagen
- Infrastruktur
- Schutzgebiete, Restriktionsgebiete
- Hintergrundkarten, Geobasisdaten.
Die erste Ausbaustufe soll bis Ende 2010 ins Netz gehen.