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Bayern in Brüssel
Die 2. Ausgabe des „Tages der Bayerischen Wirtschaft“
Zum zweiten Mal präsentierten sich Bayerns Unternehmen mit einem „Tag der Bayerischen Wirtschaft“ in Europas Hauptstadt. Zur Eröffnung am 24. September 2012 luden Europaministerin Emilia Müller, der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Zeil sowie der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Randolf Rodenstock ein. Emilia Müller eröffnete das Messezelt im Innenhof, in dem sich zahlreiche Mitgliedsunternehmen der vbw präsentierten.
Die Ministerin hob hervor, wie wichtig es sei, Bayern in Europa voran zu bringen. Sie griff dabei das 20jährige Bestehen des Binnenmarktes auf und unterstrich dessen Bedeutung für Bayerns wirtschaftlichen Erfolg. Sie erinnerte daran, dass die EU mit einer Wirtschaftsleistung von über 12 Billionen Euro heute der stärkste Markt der Welt sei. Unter dem Blickwinkel der Akzeptanz Europas bei den Menschen nicht nur in Bayern begrüßte Müller ausdrücklich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ESM. Das Verdikt sei ein klares Signal für Stabilität in Europa, vor allem auch ein klares Signal gegen eine unbegrenzte Haftungsunion, so die Ministerin. „Wir sind bekennende Europäer“ rief Randolf Rodenstock stellvertretend für die Bayerischen Unternehmer: besonders in unruhigen Zeiten sei es für sie wichtig nicht zu den Europaskeptikern zu gehören. Auch Wirtschaftsminister Martin Zeil blickte auf 20 Jahre Binnenmarkt zurück: „Leidenschaft und Engagement haben sich gelohnt. Der europäische Binnenmarkt ist das Herzstück der europäischen Integration“, so der stellvertretende Ministerpräsident. Dennoch könne Bayern auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es auch Europa gut gehe. Nach seinen Worten nicht als Technokrat, sondern als Politiker war Michel Barnier gekommen. Der Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen war der Ehrengast des Abends. Der 20. Jahrestag des europäischen Binnenmarktes bringe schöne Erinnerung mit sich, aber die Welt verändere sich. In der heutigen Zeit gibt es, Barnier zu Folge, zwei Möglichkeiten des Handelns: Sich hinter die nationalen Grenzen zurückzuziehen oder zusammen zu agieren. Der erste Weg sei der Weg, bei dem alle nur verlieren könnten, warnte der Kommissar. Barnier identifizierte mangelnde Moral vieler Verantwortlicher als eine der Hauptursachen, nicht nur der Bankenkrise. „Es reicht“, rief er immer wieder aus und mahnte ein Umdenken an: Die Banken müssten wieder eine dienende Rolle gegenüber der Wirtschaft einnehmen Besonders hob er die Rolle Deutschlands und die Wirtschaftskraft Europas hervor.
Der „Tag der Bayerischen Wirtschaft“ präsentierte sich mit einem vielfältigen Programm, das dem Brüsseler Publikum einen Einblick in die Leistungskraft der Bayerischen Wirtschaft gab. Gleichzeitig erlaubte es den Wirtschaftsvertretern in direkten Kontakt mit europäischen Entscheidungsträgern zu treten und ihre Anliegen nahezubringen . Das Programm umfasste einen Businesslunch zum Thema Berufsanerkennungsrichtlinie, eine große Expertenrunde mit dem Titel „Wachstumsstrategien in der EU – Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg“ und eine kommunikative Mini-Messe. Zu dieser kamen rund 300 Entscheidungsträger aus den Europäischen Institutionen, aus Verbänden, Medien und Wirtschaft.
