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Rede
Papstaudienz für die Bayerische Delegation
Datum der Rede: 16.04.12 Rednerin/Redner: Ministerpräsident Horst SeehoferManuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
- Anrede -
Für uns alle ist heute ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Stellvertretend für die Menschen in Bayern dürfen wir dem berühmtesten Bayern, unserem bayerischen Papst, die besten Segenswünsche zum Geburtstag überbringen. Vergelt’s Gott, dass Sie uns als bayerische Gratulanten in so großer Schar empfangen!
Vor sechs Jahren haben Sie mit Ihrem Heimatbesuch Hunderttausenden von Gläubigen unvergessliche Erlebnisse geschenkt. Eine Woge der Begeisterung und Herzlichkeit hat Sie getragen – überall, wo Sie auf Ihrer Pastoralreise waren. Sie haben die Menschen in Bayern zutiefst berührt – mit Ihren Worten, mit Ihren Gesten, mit Ihrer Herzenswärme.
„Mein Herz schlägt bayrisch.“
Mit diesem liebevollen Bekenntnis zu Ihren bayerischen Wurzeln haben Sie den Menschen in unserem Land das allergrößte Geschenk gemacht.
Wenn wir Ihre Worte und Botschaften hören, wissen wir: Hier spricht nicht allein Papst Benedikt XVI., der Nachfolger im Petrusamt. Hier spricht auch der Mensch, der in unserer christlich geprägten Heimat Bayern fest verwurzelt ist.
Als Mensch, als Seelsorger, als renommierter Theologe und geistlicher Oberhirte haben Sie unsere christlichen Wurzeln noch stärker gemacht. Dafür sind wir Ihnen zutiefst dankbar.
Heiliger Vater!
In Ihrem apostolischen Schreiben zum „Jahr des Glaubens“ ermutigen Sie die Menschen, „die Freude am Glauben zu entdecken und die Begeisterung in der Weitergabe des Glaubens wiederzufinden.“ („Porta fidei“, Absatz 7)
Gerade in unserer säkularen Welt sehe ich mit Zuversicht, wie lebendig die Glaubensfreude bei uns in Bayern ist. Die Welt konnte das bei Ihrem Heimatbesuch im Jahr 2006 sehen. Wir spüren es überall in unseren Gemeinden an kirchlichen Hochfesten wie jetzt an Ostern. Und wir erleben überall in Bayern eindrucksvolle Zeichen für unsere christlichen Wurzeln: angefangen bei unserem lebendigen christlichen Brauchtum über die Kreuze in unseren Klassenzimmern bis hin zu den vielen Marterln am Wegesrand.
Zu Ihrem Geburtstag haben wir Ihnen, Heiliger Vater, aus Dankbarkeit ein solches Zeichen für die christlichen Wurzeln in unserem Land mitgebracht. Dieses Kruzifix von Ignaz Günther ist ein bayerisches Vergelt’s Gott:
Wir sagen damit Vergelt’s Gott für Ihren unermüdlichen Einsatz zur Stärkung der christlichen Wurzeln in unserer Heimat und auf der ganzen Welt.
Wir sagen aber auch Vergelt’s Gott, weil Sie in Ihrem höchsten Kirchenamt immer ein Bayer geblieben sind. Einer von uns!
Für uns Bayern sind das christliche Menschenbild und unsere christlichen Werte ein unverzichtbares Fundament für eine lebenswerte Zukunft. Der Glaube ist wichtig – für den Einzelnen und für das Zusammenleben der Menschen. Das fühlen und das leben wir in Bayern. Und wir geben diese tiefe Überzeugung an unsere Kinder weiter. Wir wissen: Unsere Kinder und Enkelkinder halten unsere christlichen Wurzeln und unsere bayerischen Traditionen lebendig. Tradition und Glaube müssen gelebt und weitergetragen werden. Darum hat die bayerische Delegation gleich noch eine besondere Geburtstagsüberraschung für Sie.
Heiliger Vater,
ganz Bayern wünscht Ihnen zu Ihrem 85. Geburtstag Gesundheit, viel Freude und Gottes Segen bei Ihrer Arbeit für die Kirche und für die Menschen in Bayern und der ganzen Welt!
