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Bayerischer Sportpreis 2009
Die Preisträger in den neun Kategorien
Der Bayerische Sportpreis wurde 2009 zum achten Mal verliehen. Die Preisträger 2009 sind:
1. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus" als Auszeichnung für Menschen, die neben sportlichen Höchstleistungen auch auf anderem Gebiet herausragende Leistungen erbringen, an
Philipp Lahm aus München.
Ministerpräsident Seehofer würdigte den Fußball-Nationalspieler, zweifachen Deutschen Meister, zweifachen DFB-Pokalsieger und WM-Dritten als „Fußball-Superstar, der trotz aller Erfolge auf dem Boden geblieben ist". Philipp Lahm begann mit dem Fußball bei der Freien Turnerschaft Gern in München. Rudi Völler rief den 20-Jährigen nach gerade einmal 16 Einsätzen in der Bundesliga in die DFB-Auswahl. Mit dem Treffer im WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica sorgte Philipp Lahm für einen Paukenschlag und Beginn seiner großen Karriere. Seehofer zeigte sich nicht nur vom spielerischen Können und der Professionalität Lahms beeindruckt, sondern besonders davon, wie er die Früchte seines Erfolgs auch an andere weitergibt. Die 2007 gegründete „Philipp-Lahm-Stiftung für Sport und Bildung" hat zum Ziel, benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland und in Afrika ganzheitlich und nachhaltig durch Sportprogramme zu fördern. In Deutschland legt die Philipp-Lahm-Stiftung den Fokus auf Projekte und Initiativen, die Kindern und Jugendlichen qualifizierten Sportunterricht bieten und mit Bildungsmaßnahmen verknüpfen. Die in Südafrika unterstützten Initiativen setzen auf den Aufbau sozialer Strukturen mit dem Ziel, Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie HIV/AIDS-Aufklärung zu intensivieren.
2. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Innovation im Sport" an
Prof. Dr. Bernd Heesen von der Fachhochschule Ansbach.
Bernd Heesen entwickelte und etablierte den deutschlandweit einmaligen Studiengang „BA Internationales Management für Spitzensportler" an der Fachhochschule Ansbach. Der Studiengang ermöglicht es Spitzenathletinnen und -athleten Studium und Spitzensport durch moderne Instrumente wie eine Online-Bibliothek oder eine Lern- und Internet-Plattform zur Kommunikation zwischen Dozent und Student optimal miteinander zu verknüpfen. Die Athleten können an ihrem Stützpunkt trainieren und parallel und äußerst flexibel in Ansbach studieren. Zu den 113 Studierenden zählen Kaderathleten aus allen 20 Olympiastützpunkten. Ministerpräsident Seehofer: „Prof. Heesen ist es gelungen, Spitzensportlern optimale Bedingungen für ein Studium in einer echten Gemeinschaft zu bieten." Als zweite deutsche Hochschule - neben der TFH Berlin - erhielt die FH Ansbach die begehrte Auszeichnung „Hochschule des Spitzensports" des DOSB für ihr international einzigartiges Konzept. Prof. Dr. Bernd Heesen ist Vorsitzender des Senats der Hochschule Ansbach, an der er seit fünf Jahren Lehrstuhlinhaber ist.
3. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Herausragende Nachwuchssportlerin" als Ansporn und Unterstützung für jugendliche Hoffnungsträger an
Miriam Gössner aus Garmisch-Partenkirchen und
Viktoria Rebensburg aus Kreuth.
Die 19-jährige Miriam Gössner gilt als eine der größten Nachwuchshoffnungen im deutschen Biathlon. Bei den Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften gewann sie 2008 mit der Staffel ihre erste Goldmedaille, 2009 Gold in der Verfolgung, Silber im Sprint und erreichte einen vierten Platz im Einzel. Wegen ihrer starken Leistungen wurde sie von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle kurz vor den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2009 nachnominiert und ging im Staffelwettbewerb an den Start. Dort erzielte sie die schnellste Zeit aller Läuferinnen und hatte maßgeblich Anteil am Vizeweltmeistertitel der Damen.
Die 19-jährige Viktoria Rebensburg ist das alpine Ski-Talent des Deutschen Skiverbands. Die gebürtige Kreutherin fuhr schon im Alter von 14 Jahren gegen internationale Konkurrenz um Siege. Im Jahr 2006 wurde sie erstmals Deutsche Meisterin im Super-G und feierte ihr Weltcup-Debüt in der Kombination. Ihren bisher größten Erfolg verzeichnete sie im Februar 2008 als Juniorenweltmeisterin im Super-G, Silber im Riesenslalom und Bronze in der Abfahrt. Im März 2009 wurde sie erneut in Garmisch-Partenkirchen Juniorenweltmeisterin im Riesenslalom und im Super-G.
Ministerpräsident Seehofer würdigte die beiden Preisträgerinnen als große sportliche Nachwuchstalente Bayerns im Wintersport und als Riesentalente. Seehofer: „Beide haben große Karrieren vor sich und werden mit ihrer frischen Art alle Herzen und die Pisten und Loipen der Welt erobern. Ich freue mich auf viele gute Ergebnisse in den nächsten Jahren. Der sportliche Spitzennachwuchs ist auch dank unserer intensiven Unterstützungsmaßnahmen nach wie vor in Bayern zu Hause."
4. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Jetzt-erst-recht-Preis" für die vorbildliche Überwindung eklatanter Schwierigkeiten im Sport" an
Janine Pietsch aus Ingolstadt und
Wolfgang Sacher aus Penzberg.
Janine Pietsch gelang der internationale Durchbruch bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften 2006 in Shanghai, bei denen sie die Weltmeistertitel über 100-m-Rücken und auch auf der 50-m-Strecke errang. Auf große Bestürzung und Anteilnahme stieß im November 2008 die Nachricht, dass Janine Pietsch nach einer gerade überstandenen schweren Schilddrüsenerkrankung an Brustkrebs erkrankt ist. „Ich habe den allergrößten Respekt und Hochachtung vor dem Mut und der Zuversicht der jungen Frau und davor, wie sie gegen die schwere Krankheit kämpft", so Ministerpräsident Seehofer. Janine Pietsch befindet sich derzeit noch in der Behandlungsphase. Seehofer: „Mit ihrer Devise ‚Nicht hängen lassen und optimistisch denken‘ ist Janine Pietsch ein großes Vorbild. Sie spricht öffentlich über ihre Krebserkrankung und möchte als prominente Botschafterin dem wichtigen Thema Krebsvorsorge ihr Gesicht geben. Ich danke ihr von ganzem Herzen für dieses Signal und wünsche ihr alles erdenklich Gute für eine vollständige Genesung."
Bei Wolfgang Sacher aus Penzberg veränderte ein Unfall mit 15 Jahren, bei dem er den linken Arm und mehrere Zehen verlor, schlagartig sein Leben. Sacher fand gerade durch den Sport zurück ins Leben. 2004 in den Landeskader Radsport des Behinderten- und Versehrtensportverbandes Bayern aufgenommen, erzielte er unter anderem 2005 drei Deutsche Meistertitel, wurde 2006 Straßenweltmeister und Vize-Weltmeister im Zeitfahren und 2007 Vizeweltmeister im Einzelzeitfahren. Bei den Sommer-Paralympics in Peking gewann Sacher 2008 als Krönung seiner bisherigen Erfolge Gold, Silber und Bronze. „Damit ist Wolfgang Sacher der erfolgreichste deutsche Radsportler der Paralympics in Peking und zu Recht Deutschlands Behindertensportler des Jahres 2008. Wolfgang Sacher zeigt mit seinem Leben die starke und motivierende Kraft des Sports. Sein Beispiel belegt, dass sich gerade im Sport starke Gemeinschaften bilden, die Halt und großartige Unterstützung auch in schwierigen Lebensphasen geben", so Seehofer.
5. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Herausragende Präsentation des Sports" als Auszeichnung für Beispiele sachlicher, informativer und fairer Berichterstattung zum Sport in den Medien an
Karin Sturm aus Würzburg.
Karin Sturm ist es schon früh gelungen, in die Männerdomäne Motorsport und in die Welt der Formel 1 vorzudringen. Zu Recht gilt sie als „die" deutsche Motorsportjournalistin mit Schwerpunkt Formel 1 und DTM." Karin Sturm schreibt bereits seit 1982 mit regelmäßigen Kolumnen für namhafte Zeitungen und Fachblätter. Welterfolge erzielte sie mit ihren Büchern über Michael Schumacher und Ayrton Senna und ihren seit 1995 publizierten Formel-1-Jahrbüchern. Seehofer: „Die faszinierende Welt des Motorsports, Reisen an die bekannten Rennstrecken der Welt, das aufregende Flair dröhnender Motoren und heiß gefahrener Reifen - Karin Sturm hat trotz allem nichts von ihrer bescheidenen Art verloren und ist stets auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Sie hat diesen Preis wirklich verdient."
6. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Sportliches Lebenswerk" als Auszeichnung für Persönlichkeiten, die sich im Sport oder um den Sport in nachhaltiger und herausragender Weise verdient gemacht haben an
Sepp Maier aus Anzing.
Sepp Maier ist der erfolgreichste deutsche Torhüter aller Zeiten. Mit fünf Jahren begann er Fußball zu spielen, als 14-Jähriger wurde er bei einem Pokalspiel gegen den FC Bayern München für den verletzten Keeper ins Tor gestellt und machte Bayern-Trainer Rudi Weiß auf sich aufmerksam. Mit 15 Jahren wechselte er zum FC Bayern. Ministerpräsident Horst Seehofer: „Sepp Maier hat als Profifußballer alles erreicht: Weltmeister, Europameister, viermal Deutscher Meister, viermal Deutscher Pokalsieger, dreimal deutscher Fußballer des Jahres, 95 Länderspiele, 473 Bundesligaspiele. Diese Leistung verdient allergrößten Respekt und Anerkennung." Seehofer würdigte auch die Person Sepp Maier und seine Fähigkeit, die Menschen als „Karl-Valentin im Bayerntor" für sich zu gewinnen. „Was hat er nicht alles angestellt. Er ist verirrten Enten auf dem Spielfeld außerhalb des Strafraums hinterher gelaufen, hat Sandburgen im Strafraum gebaut oder balancierte im Handstand auf der Torlinie. Unvergessene Bilder, für die die Zuschauer den ‚Komödiant auf dem Fußballfeld‘ liebten." 1979 beendete Sepp Maier seine Karriere als Torwart und trainierte die FC-Bayern-Keeper und die der deutschen Nationalmannschaft. Von 1994 bis 2008 war Bayern-Torwart Oliver Kahn sein Schützling, der auch die Laudatio bei der Verleihungsgala im ICM zu übernimmt. Seit Februar dieses Jahres 65 Jahre alt ist Sepp Maier im Tennis und Golf aktiv wie eh und je.
7. Der Bayerische Sportpreis 2009 geht in der Kategorie „Botschafter des bayerischen Sports" für besondere Sympathieträger aus dem Bereich des Sports in Bayern einschließlich traditionell bayerischer Sportarten an
Tobias Angerer aus Traunstein.
Bereits als Zweieinhalbjähriger stand Tobias Angerer auf Skiern in der Loipe hinter seinem Elternhaus. Sein erstes Rennen bestritt er mit sechs Jahren. Mit einer beeindruckenden Serie von fünf Weltcupsiegen konnte er in der Saison 2005/2006 als dritter deutscher Langläufer den Gesamtweltcup gewinnen. Die Wiederholung dieses Erfolgs in der darauffolgenden Saison katapultierte „Tobi" endgültig in die Riege der Größten des internationalen Skilanglaufs. Mit dem Sieg bei der ersten „Tour de Ski" schrieb Angerer als weltbester Allrounder Langlauf-Geschichte. Ministerpräsident Seehofer: „Tobias Angerer zeigt unerschütterlichen Optimismus und Kampfesgeist. Seine Erfolge sind eng gekoppelt an seine mentale Stärke und Einstellung in Krisenzeiten." Im Jahr 2009 wurde Angerer für seine Leistungen mit dem 11. Weltcupsieg und zwei silbernen und einer Bronzemedaille als erfolgreichster Teilnehmer des DSV-Langlaufteams belohnt. Seehofer : „Seine spektakuläre Art des Langlaufens kombiniert mit Erfolg, dazu sein sympathisches und unkompliziertes Wesen, die Stärke, aus Niederlagen gestärkt wieder hervorzugehen und seine große Liebe für sein Heimatland Bayern machen ihn zu einem echten Botschafter des bayerischen Sports in der Welt."
8. Ministerpräsident Horst Seehofer verleiht seinen persönlichen Preis in der Kategorie „Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten" an
Bernhard Langer und
Rosi Mittermaier-Neureuther.
Bernhard Langer startete seine Profi-Karriere 1976 als Golflehrer beim Golfclub Augsburg-Bobingen/Burgwalden. Sein großer Durchbruch kam mit dem 1. Major Titel, dem Gewinn der Masters in Augusta/Georgia (USA) im Jahr 1985. Im Jahr 1986 war Langer die erste Nummer 1 der neu errichteten Golfweltrangliste. Die Liste seiner Erfolge ist gigantisch, darunter 77 Turniersiege insgesamt auf allen Kontinenten, 2 US Masters Siege, 10-maliger Ryder Cup Spieler für Europa, 12-maliger World Cup Spieler für Deutschland, 4-maliger Sieger der German Masters, 5 mal Sieger der German Open, 12 mal Nationaler Deutscher Meister. Alle Triumphe verblassen angesichts der Rolle, die Bernhard Langer 2004 als Captain des siegreichen Ryder-Cup-Teams spielte: In Michigan/USA gab es 2004 den höchsten Sieg (18,5 zu 9,5), den je ein europäisches Team errungen hat. Dies brachte Bernhard Langer sogar den Honorary OBE ein - den höchsten Orden, den die britische Königin an Nichtbriten verleihen kann. Im Jahr 2002 ist Bernhard Langer in die World Golf Hall of Fame des Golfsports aufgenommen worden. Ministerpräsident Seehofer würdigte die herausragenden Verdienste des Weltgolfers Bernhard Langer als besonderes Vorbild und als Motor der Entwicklung des Golfsports in Deutschland. „Für mich ist Bernhard Langer der Kaiser des Golfsports und das Aushängeschild seiner Sportart in der Welt", so Seehofer.
„Rosi Mittermaiers sportliche Erfolge lassen sich in Worte fassen - nicht aber die Person Rosi Mittermaier, unsere Gold-Rosi, die offene und engagierte, jung gebliebene große Dame des deutschen Skisports", so Seehofer. Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck gewann Mittermaier bei allen drei alpinen Ski-Wettbewerben eine Medaille: zwei Goldmedaillen in Abfahrt und Slalom und eine Silbermedaille im Riesenslalom. Im selben Jahr wurde sie Weltmeisterin in der Alpinen Kombination und Gesamtweltcupsiegerin und sie war Sportlerin des Jahres. Seehofer würdigte vor allem auch Rosi Mittermaier-Neureuthers außerordentliches Engagement für die Volksgesundheit und ihre Bereitschaft, den Menschen als sportlich-aktives Vorbild voranzugehen. Seehofer: „Rosi Mittermaiers Beispiel macht Mut, es ihr gleichzutun, sei es beim Nordic-Walken, Radfahren oder in anderen Sportarten." Seit 2007 ist Rosi Mittermaier im Ehrenpräsidium des Organisationskomitees der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen und war bereits während der Bewerbungsphase Botschafterin für das alpine Großereignis.
9. Sonderpreis für besondere Erfolge im Jahr 2008/2009
Der „Sonderpreis 2009" für die besonderen Erfolge bayerischer Sportlerinnen und Sportler im Jahr 2008/2009 geht an
• Maria Riesch und Kathrin Hölzl für Gold bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft von Val d'Isere,
• an Kati Wilhelm für doppeltes Gold im Sprint und im Einzelrennen über 15 Kilometer sowie Silber in der Verfolgung bei der Biathlon-WM im südkoreanischen Pyeongchang,
• an den Kanuten Alexander Grimm und an den Feldhockeyspieler Maximilian Müller für olympisches Gold in Peking.