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Familie
Richtige Strategie: Kinderbetreuung ausbauen und selbst betreuende Eltern unterstützen
Bayern will Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre bis Ende 2012 decken
Der Ausbau an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre geht in Bayern zügig voran. Familienministerin Christine Haderthauer kündigte in der Kabinettssitzung an, dass Bayern bei gleichbleibender Ausbaudynamik voraussichtlich bereits bis Ende 2012 ein bedarfsgerechtes Angebot erreichen wird. Die Zahl der unter Dreijährigen, die in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege betreut werden, hat sich in Bayern seit 2002 vervierfacht.
Kommunen sollen weiter Gas geben
Haderthauer: „Die allermeisten unserer Kommunen kommen ihrer Aufgabe, Bedarfsdeckung auch für unter Dreijährige zu schaffen, mit großem Einsatz nach. Der Freistaat unterstützt die Kommunen optimal und schöpft das Investitionskostenprogramm des Bundes voll aus. Bis Anfang September hat Bayern Fördermittel in Höhe von insgesamt knapp 196 Millionen Euro bewilligt. Ich appelliere an die Kommunen, weiter Gas zu geben, denn sie bestimmen das Ausbautempo!" Der für Bayern notwendige Versorgungsgrad liegt nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts bei durchschnittlich 31 Prozent. Derzeit steht in Bayern für rund 20 Prozent der unter Dreijährigen ein Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege zur Verfügung.
Großstädte München und Nürnberg haben noch erheblichen Nachholbedarf
Damit sind in Bayern bereits fast zwei Drittel der Wegstrecke bewältigt. Haderthauer: „Gerade die Großstädte München und Nürnberg haben aber noch erheblichen Nachholbedarf. Hier besteht die größte Nachfrage. Der Engpass an Krippenplätzen in diesen Städten prägt leider allzu oft die öffentliche Wahrnehmung für ganz Bayern. München hält einen Versorgungsgrad von nur 25 Prozent bei Krippenplätzen für ausreichend. Das zeugt angesichts des überdurchschnittlichen Bedarfs in der Landeshauptstadt von unseriöser Planung und mangelndem Engagement." Die Quote in Nürnberg betrug laut Haderthauer zum 1. Januar 2009 nur 14 Prozent und lag damit erheblich unter dem bayerischen Durchschnitt. Zudem fehlen der Ministerin zufolge in beiden Großstädten trotz bestehenden Rechtsanspruchs für die Kinder ab vollendetem dritten Lebensjahr noch tausende Kindergartenplätze. Haderthauer: „Ich wünsche mir von beiden Städten eine Vorreiterrolle, nicht ein Hinterhertrödeln."
Studie beweist: Landeserziehungsgeld entspricht voll den Bedürfnissen der Eltern
Die Elternbefragung des Staatsinstituts für Familienforschung zum Landeserziehungsgeld bestätigt nach den Worten Haderthauers eindrucksvoll die Entscheidung der Staatsregierung, an dieser Leistung - entgegen den Forderungen der Opposition - festzuhalten und nicht einseitig nur auf Kinderbetreuung zu setzen. Haderthauer: „Gerade für Alleinerziehende, für Familien mit mehreren Kindern und überall dort, wo Eltern ihre Berufstätigkeit zurückstellen, weil sie ihren Kinder auch im zweiten Lebensjahr selber Zeit und Zuwendung geben wollen, ist das Landeserziehungsgeld eine wichtige finanzielle Verbesserung. Das Landeserziehungsgeld ist und bleibt ein echtes Markenzeichen bayerischer Familienpolitik. Ich freue mich vor allem über die Deutlichkeit, mit der die Eltern das Landeserziehungsgeld positiv bewertet haben."
Im Rahmen der Studie wurden 10.000 repräsentativ ausgewählte Eltern befragt, ob sie einer Reihe von Aussagen zum Landeserziehungsgeld zustimmen oder nicht. Dabei spielte für die Auswahl keine Rolle, ob die Eltern Landeserziehungsgeld beziehen oder nicht. Die Aussage „Das Landeserziehungsgeld ist eine wichtige Ergänzung zum Familieneinkommen" bejahten 80 Prozent der Eltern. 76 Prozent stimmten der Aussage zu „Es ist eine Hilfe, die Betreuung von Kleinkindern durch die Eltern zu ermöglichen". 74 Prozent der Eltern meinten: „Es ist eine Anerkennung der Erziehungsleistung durch den Staat". 70 Prozent sagten „Es ist vor allem für Alleinerziehende eine gute Sache". Haderthauer: „Die Antworten sprechen für sich. Eine bessere Bewertung für eine Leistung, die der Staat den Bürgern gewährt, kann es kaum geben. Die Eltern selbst haben ein klares Votum für das Landeserziehungsgeld abgegeben."
Bayern gewährt seit 20 Jahren Landeserziehungsgeld. 2,5 Milliarden Euro sind in dieser Zeit an die Eltern geflossen. Vor zwei Jahren wurde die Leistung neu strukturiert. Landeserziehungsgeld wird jetzt direkt im Anschluss an das Elterngeld bezahlt. Ziel der Studie war es, die grundsätzliche Bewertung des Landeserziehungsgeldes durch die Eltern und die Auswirkungen der Neuordnung des Jahres 2007 zu erforschen.
Video
Interview: Seehofer zu Milchbauern, Landeserziehungsgeld,
Kinderbetreuung und Konjunkturpaket II
