Pressemitteilung

11.09.08

Bund sagt Bayern massive Unterstützung in Höhe von über 500 Millionen Euro für wichtige High-Tech-Projekte zu / Schavan stellt in München neue Meilensteine in der IT-Forschung, beim Supercomputing und in der Diabetesforschung vor

Zusätzliche Unterstützung des Bundes für das Deutsche Museum und ein Nanozentrum in Würzburg

Bayerns Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein hat das Ergebnis seines Gesprächs mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan als einen sehr guten Tag für den Wissenschaftsstandort Deutschland und Bayern und damit für Wachstum und Beschäftigung in unserem Land bezeichnet. Beckstein: „Das ist ein wuchtiger Aufschlag für Bayern. Wir können heute mit Stolz verkünden, dass wir mit großer Unterstützung des Bundes die Hochtechnologielandschaft Bayerns um wichtige High-Tech-Projekte von Weltrang weiterentwickeln können. Dafür danke ich Bundesforschungsministerin Annette Schavan ganz herzlich." Beckstein unterstrich, dass die neuen Zusagen des Bundes für die IT-Forschung, das Supercomputing, die Diabetesforschung, das Deutsche Museum und ein Nanozentrum in Würzburg „in geradezu perfekter Ergänzung zu unserem großen Innovationsprogramm ‚BayernFIT‘ stehen" und damit unmittelbar dem Ziel dienen, Bayern in den nächsten Jahren in den Top 5 der innovativsten Regionen der Welt fest zu etablieren. Für folgende Projekte hat die Bundesforschungsministerin bei dem heutigen Treffen konkrete Zusagen in Höhe von über 500 Millionen Euro in den nächsten Jahren gemacht:

Erstens: Bayern wird Heimat für ein Nationales Zentrum für Diabetesforschung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Entstehung und den Verlauf der Volkskrankheit Diabetes in Deutschland stärker zu bekämpfen. Die Diabetologie ist seit langem ein Schwerpunkt des Forschungsraums München mit seinen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Der Bund hat daher vorgeschlagen, in München ein solches nationales Forschungszentrum in enger Anbindung an das Helmholtz Zentrum München zu errichten und mitzufinanzieren. Beckstein: „Diesen Vorschlag begrüße ich sehr. Das ist ein Quantensprung für den Medizin-Standort Bayern." Der Bund wird dafür in den nächsten zehn Jahren zwischen und 300 und 400 Millionen Euro, also jährlich 30 bis 40 Millionen Euro in Bayern investieren.

Zweitens: Das Leibniz-Rechenzentrum in Garching wird im Verbund mit den Forschungsrechenzentren in Jülich und Stuttgart zu einem Europäischen Zentrum für Höchstleistungsrechnen ausgebaut werden, dem „Gauss Centre for Supercomputing" (GCS). Der Bund hat dafür im heutigen Gespräch 55 Millionen Euro für den Rechner sowie zusätzliche Mittel für die Betriebskosten zugesagt. Bayern ist bereits in Vorlage getreten und wird aus dem Programm BayernFIT zunächst Investitionsmittel in Höhe von 55 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Höchstleistungsrechnen ist eine der zentralen Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. In Garching soll 2011 ein neuer Superrechner installiert werden, der mindestens hundertmal schneller sein wird als das bisherige System.

Drittens: Innovationsallianz „Software-Plattform Embedded Systeme 2020"
Bei der Innovationsallianz handelt es sich um ein groß angelegtes bundesweites F&E-Verbundprojekt unter Federführung der TU-München, an dem 9 Hochschulen / Forschungseinrichtungen und 11 Unternehmen beteiligt sind. Dass die Federführung der Innovationsallianz bei bayerischen Partnern der TU München liegt, ist folgerichtig. Bayerische Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben im Bereich der eingebetteten Systeme deutschlandweit eine Führungsrolle. Die Innovationsallianz wird als strategisches F&E-Projekt jedoch weiteren Hochschulen und Unternehmen in ganz Deutschland offen stehen. Das BMBF unterstützt dieses Vorhaben mit rund 20 bis 23 Millionen Euro pro Jahr, also rund 70 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren.

Viertens: Nanotechnologiezentrum Würzburg
Bayern und der Bund sind sich einig, dass die Nanotechnologie eines der großen Zukunftsthemen für viele Bereich der deutschen Wirtschaft ist. Bayern ist auch auf diesem Zukunftsfeld sehr gut aufgestellt. So hat die Universität Würzburg im Bereich der Nanotechnologie für elektronische und photonische Bauelemente auf Basis von Verbindungshalbleitern deutschlandweit eine Sonderstellung. Diese führende Position wollen wir weiter ausbauen. Unser Ziel ist der Aufbau eines Forschungsinstitutes für Nanotechnologie am Standort Würzburg als Kooperation der Uni Würzburg mit den Forschungszentren Karlsruhe und Jülich. Der Bund ist bereit mit einzusteigen, damit in Würzburg ein internationales sichtbares Forschungszentrum entsteht. Nach der Aufbauphase für das Nanozentrum wird die Übernahme in die Trägerschaft einer etablierten Forschungsorganisation wie der Helmholtz-Gemeinschaft angestrebt.

Fünftens: Bayern und der Bund geben heute den Startschuss für die große Modernisierung und die Zukunft des Deutschen Museums in München. Die vom Bund und den Ländern gemeinsam geförderten Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft werden zum 1. Januar 2009 auf Bundesseite in den Zuständigkeitsbereich von Frau Bundesministerin Dr. Schavan übergehen. In Bayern sind davon das Deutsche Museum in München und das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg betroffen. Die neue Zuordnung auf Bundesebene ist ein positives Signal und eröffnet neue, äußerst vielversprechende Perspektiven für die Vernetzung der Forschungsprogramme dieser Museen mit den Forschungsaktivitäten der Hochschulen und anderer Forschungseinrichtungen. Beckstein und Schavan bekräftigten das Ziel, das Deutsche Museum bis 2019 gemeinschaftlich auf den modernsten Stand zu bringen. Die Bundesforschungsministerin hat dies zugesichert und wird dafür in ihrem Haushalt einen relevanten Betrag einstellen. Konkret soll bereits nächstes Jahr mit der Modernisierung begonnen werden.

 
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