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Rede
Rede des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein anlässlich der „Weiß-Blauen Tage“ am 14. Juni 2008 in Rosenheim
Thema: Die bayerische Volkskultur – ihre Bedeutung für unser Land und ihr Stellenwert in der bayerischen Politik
Datum der Rede: 14.06.08 Rednerin/Redner: Dr. Günther BecksteinManuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
Wer als Reisender nach Bayern fährt und auf der Autobahn von einem Schild mit dem bayerischen Wappen begrüßt wird, der bekommt bereits im Auto eine Ahnung davon, wie vielfältig unser Land ist. Denn das bayerische Wappen vereinigt bildhaft Altbayern, Franken und Schwaben. Mit dem goldenen Löwen für die Oberpfalz, den drei schwäbischen schwarzen Löwen, dem fränkischen Rechen und dem altbayerischen Panther deutet es den ungeheueren kulturellen Reichtum an, den der Besucher hier zu erwarten hat.
Die „Weiß-Blauen Tage", die diesmal in fruchtbarer Verbindung mit der Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte zum Adel in Bayern stattfinden, bringen diesen Reichtum zum Ausdruck. Und zwar auf die schönste Art und Weise - mit Mundartlesungen, Musik und Tanz.
Ich freue mich sehr, heute hier bei Ihnen zu sein. Ihnen allen ein herzliches Grüß Gott!
Dass die „Weiß-blauen Tage" vom Bayernbund in Zusammenarbeit mit anderen Traditionsverbänden auf die Beine gestellt worden sind, macht deutlich: Die Leidenschaft für Bayern steht auf einem breiten Fundament.
Der Bayernbund, der Trachtenverband, die Gebirgsschützen und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte setzen sich für unser vielfältiges kulturelles Erbe mit einer ganz klaren Zielsetzung ein:
- Sie bekennen sich zu der christlich-abendländischen Tradition, die Bayern seit dem frühen Mittelalter prägt.
- Sie wollen das Bewusstsein für unsere jahrhundertealte Geschichte vertiefen und unsere bayerische Identität pflegen.
- Sie engagieren sich dafür, dass unsere Bräuche, unsere verschiedenen Dialekte und unsere regionalen Besonderheiten bewahrt und mit Leben erfüllt werden.
- Und Sie machen sich für ein möglichst eigenständiges Bayern stark, das seinen Platz in einer föderativen Bundesrepublik und einem Europa der Regionen selbstbewusst einnimmt und behauptet.
Dass Sie diese Ziele verfolgen, das freut mich. Es sind Ziele, die die Bayerische Staatsregierung voll und ganz bejaht und selbst mit Nachdruck verfolgt!
Dass Sie sich für diese Ziele mit Veranstaltungen wie den „Weiß-Blauen Tagen" und im Rahmen der täglichen Vereinsarbeit auch noch ehrenamtlich einsetzen, das beeindruckt mich. Ich danke Ihnen für dieses Engagement von Herzen!
Was aber macht dieses Bayern aus, dass sich so viele Menschen - und damit meine ich bei weitem nicht nur die Bayern selbst - für unser Land begeistern?
Ebene 1: die offenkundige Vielfalt
Neben vielen anderen Dingen ist es die Verbindung von Modernität und Tradition, die Verbindung von High-Tech-Standort und Kulturstandort, die Verbindung von Offenheit für Andersartiges und Liebe zur eigenen Heimat. Wir Bayern pflegen Brauchtum und sind stolz auf unsere Geschichte und unser Herkommen. Das zeichnet Bayern insgesamt aus. Das zeichnet jede Region aus - jede ist anders und jede ist schön!
Allein unsere vielen Dialekte offenbaren eine dermaßen große Vielfalt, dass es eine helle Freude ist zu erraten, aus welcher Gegend in Bayern der Gesprächspartner nun kommt. Der Dialekt kann so bedeutungsreich sein, so farbig und so emotional, wie man das in der Hochsprache selten erlebt. Er macht den Menschen zugehörig, unverwechselbar. Das ist es doch, was der Mensch will, er möchte unverwechselbar bleiben, nicht verwechselbar werden und damit anonym in der Masse aufgehen.
Beispielhaft für die Bedeutungsvielfalt des Dialekts steht das Wort „fei", das 2004 zum Siegerwort des Wettbewerbs „Mein liebstes bayerisches Wort" geworden ist. „Fei" hat im Bayerischen in jeder Lebenssituation seinen Platz - im heftigsten Grundsatzstreit ebenso wie in der innigen Umarmung!
Dass Dialekte kein Nachteil sind, sondern ganz im Gegenteil die sprachanalytische Kompetenz eines Sprechers verstärken, das legen die Ergebnisse des zweiten nationalen PISA-Tests nahe. Länder mit einer starken mundartlichen Prägung - also Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen - haben bei diesem Test die vorderen Plätze belegt, und zwar gerade auch beim Lesen und beim Textverstehen.
Für mich lässt sich daraus nur ein Schluss ziehen: Es spricht für unsere Heimat, wenn es nicht von Landesgrenze zu Landesgrenze „tschüss" heißt, sondern mal „pfia Gott" und mal „ade"! Bewahren wir uns unsere Dialekte! Reden wir weiter, wie uns der Schnabel gewachsen ist!
Die Vielfalt Bayerns wird von den verschiedenen Mundarten abgesehen aber auch noch an anderen Stellen deutlich:
- Die Berge, die Seen, die abwechslungsreiche Landschaft machen aus Bayern ein Land, das von der Natur in außergewöhnlichem Maße begünstigt worden ist.
- Tausende Denkmäler und historische Bauwerke machen aus Bayern ein Land der Sehenswürdigkeiten: Das gilt für die bekannten Baudenkmäler wie das Schloss Herrenchiemsee, die Wieskirche oder Vierzehnheiligen ebenso wie für die kleineren Kostbarkeiten.
- Ein abwechslungsreiches Kunst- und Kulturleben macht aus Bayern einen veritablen Kulturstaat: Unsere Bühnen, Musikhäuser, Museen und Sammlungen genießen Weltruf.
- Und die Pflege unseres vielfältigen Trachtenwesens, der bayerischen Volksmusik und der bayerischen Tänze macht Bayern zu einem Land des gelebten Brauchtums.
Das sind alles Dinge, die offenkundig sind und die die Menschen auch faszinieren.
Für mich selbst war es beeindruckend zu sehen, wie sich beim diesjährigen Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen am 4. Mai Vertreter der Gebirgsschützenkompanien getroffen haben. Der Festgottesdienst fand am Marienplatz rund um die Mariensäule statt. Jeder trat mit seiner Kompanie auf, jeder in seiner unverwechselbaren Uniform. Wer wissen will, wie bewusst bei uns in Bayern Brauchtum lebendig gehalten wird, wie bewusst wir Traditionen leben und wie bewusst unser kulturelles Erbe von uns gepflegt wird, der findet auf dem Patronatstag der Gebirgsschützen die überzeugendste Darbietung, die man sich vorstellen kann.
Ebene 2: das Bewusstsein
Der Patronatstag und das Wort „bewusst" deuten eine zweite Ebene an, die sehr eng mit der Besonderheit unserer Heimat verwoben ist: die Ebene eines besonderen bayerischen Bewusstseins.
Eine Gesellschaft kann nur dann auf Dauer erfolgreich sein, wenn sie sich ihrer Traditionen und ihres Herkommens, wenn sie sich ihrer gemeinsamen Geschichte bewusst ist. Bayern hat eine große Geschichte. Seine Wurzeln sind eineinhalb Jahrtausende alt. Es gab viele Herrscher und Herrschaften - die Wittelsbacher, Bischöfe, Ritterschaften, freie Reichsstädte, Klöster und viele mehr. Auch heute noch, in der modernen Welt des 21. Jahrhunderts, sind die Ereignisse aus unserer bayerischen Geschichte wirksam, pflegen viele Regionen sehr bewusst ihre Geschichte, auch in historischen Schauspielen.
Dieses Bewusstsein schärfen wir in Bayern in besonderem Maße - ich erinnere nur an die vielen Historischen Vereine und Heimatvereine, an die landesgeschichtlichen Lehrstühle an den Universitäten, an die Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften oder an die landesgeschichtlichen Ausstellungen des Hauses der bayerischen Geschichte, von denen die diesjährige in Rosenheim und auf der Burg Hohenaschau den Adel als prägendes Element der bayerischen Geschichte vorstellt. Bayern ist also nicht nur das Land einer großen gemeinsamen Geschichte, sondern auch ein Land des lebendigen Geschichtsbewusstseins.
Geschichtsbewusstsein tut einer Gesellschaft gut. Wir schöpfen daraus unsere Kraft, unser Selbstbewusstsein, unsere Identität. Und es versetzt uns in die Lage, über das Tagesgeschäft hinaus künftige Entwicklungen voraus zu denken, die Zukunft zu gestalten. Ich zitiere Winston Churchill: „Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen."
Für Sie alle ist das Bewusstsein um unsere bayerische Identität und Geschichte eine Selbstverständlichkeit. Durch Ihre Arbeit tragen Sie dieses Bewusstsein in die Gesellschaft hinein. Einen besseren Beitrag zu einer bayerischen Identitätsbildung, zu einem bayerischen Zusammengehörigkeitsgefühl gibt es nicht. Dafür meine Anerkennung und meinen herzlichen Dank!
Ebene 3: der Zusammenhalt in der Gesellschaft
Damit ist bereits der dritte Punkt benannt, der unser Land in besonderem Maße auszeichnet: In Bayern gibt es in der Bevölkerung einen Zusammenhalt wie sonst nirgendwo. Das bestätigt auch das Bürgergutachten „Unser Bayern - Chancen für alle", das erst vor kurzem vorgestellt worden ist: Eine große Zahl der Bürgerinnen und Bürger empfindet das Selbstbewusstsein, die starke Identifikation, die Heimatverbundenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl als herausragendes Merkmal der Menschen in Bayern.
Die Zusammengehörigkeit äußert sich in einem unwahrscheinlich lebendigen Vereinsleben, für das kaum ein Verein beispielhafter steht als der Bayernbund, die Gebirgsschützen, die Trachtler und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte es tun. Die Vereine sind das Rückgrat des Zusammenhalts in unserem Land.
- In den Vereinen finden Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, Menschen mit verschiedener kultureller Prägung und Menschen aus allen Generationen zusammen. Es gibt hier keine Grenzen und keine Exklusivität. Anerkennung erfährt hier derjenige, der sich erfolgreich für die Sache engagiert, der etwas für den Verein und die Vereinsmitglieder leisten will. Auf diese Weise werden die Vereine zu einem unverzichtbaren Integrationsmotor, der den Zusammenhalt immer weiter verstärkt.
- Durch die Vielzahl an ehrenamtlich Tätigen sind die Vereine auch ein Vorbild, was die Übernahme von Verantwortungsbereitschaft angeht. In Bayern ist diese Bereitschaft seit jeher besonders groß. Die ehrenamtlichen Arbeitsstunden, die in den Vereinen Jahr für Jahr geleistet werden, tauchen in keiner Statistik auf, gehen aber in die Millionen. Der Staat könnte es sich niemals leisten, diesen ehrenamtlichen Einsatz mit Geld zu bezahlen. Er ist unbezahlbar und macht unsere Gesellschaft im Sinne des Zusammenhalts reich. Daher meine Bitte und mein Appell an Sie alle: Lassen Sie in Ihrer Einsatzbereitschaft nicht nach, bringen Sie sich weiter ein, leisten Sie weiterhin Ihren ganz persönlichen Beitrag für ein solidarisches und starkes Bayern. Wir dürfen, können und wollen es uns nicht leisten, auch nur auf einen einzigen engagierten Bürger zu verzichten. Noch einmal: Es kommt auf jeden Einzelnen an!
- Dieser offene, dieser integrative Zusammenhalt, der auf unserer bayerischen Identität fußt, ist im Übrigen auch eine Investition in die innere Sicherheit eines Landes: Wo die Menschen in feste Strukturen eingebunden sind, wo sie die Möglichkeit zur Teilnahme an einem lebendigen und integrativen Vereinsleben haben, da kommen sie weniger häufig in die Versuchung abzugleiten. Vor allem die jungen Leute lernen in den Vereinen, dass man Erfolg hat und Lob bekommt, wenn man etwas gut gemacht und sich eingesetzt hat. Das ist gut für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls und der inneren Widerstandskraft. Für Drogenkonsum und Einbruchdiebstahl wird im Verein niemand gelobt! Auf diese Weise erfüllen die Vereine auch eine Aufgabe, die dem christlichen Menschenbild entspricht: nämlich seinen Mitmenschen den richtigen Weg zu zeigen und sie vor Abwegen zu bewahren.
Wer von den Qualitäten, von der Vielfalt und von der Besonderheit Bayerns redet, der greift also zu kurz, wenn er nur das benennt, was auf der Hand liegt. Bayern ist noch weit mehr als schöne Landschaft, herausragende Kultur und weltberühmte Sehenswürdigkeiten.
Bayern ist ein Land, in dem sich die Menschen ihrer Identität, ihrer Herkunft und ihrer vielen Gemeinsamkeiten bewusst sind. Ein Land, in dem die Menschen aufgrund dieses Bewusstseins in großer Solidarität zusammenhalten. Die Bayernhymne ist durchaus wörtlich zu nehmen, wenn es in der zweiten Strophe heißt: „Gott mit dir, dem Bayernvolke, / dass wir, uns'rer Väter wert, / fest in Eintracht und in Frieden / bauen uns'res Glückes Herd!"
Wer sich das alles vor Augen führt, der ist geneigt, zwei Dinge festzustellen: Erstens, dass Bayern eine Insel der Seligen ist, und zweitens, dass es nichts Schöneres geben kann, als diese Insel der Seligen zu regieren.
Zum zweiten Punkt kann ich Ihnen gleich vorab sagen: Das stimmt! An der Gestaltung der Geschicke eines Landes wie Bayern mitzuwirken, ist ein Privileg - im Übrigen auch deswegen, weil diese Gestaltungsarbeit seit Jahrzehnten stabil, verlässlich und in bester Qualität vorgenommen wird.
Den ersten Punkt jedoch, Bayern als Insel der Seligen, kann ich nicht so ohne weiteres stehen lassen. Es gibt durchaus Bereiche, in denen wir wachsam sein müssen:
Ich beobachte zum Beispiel mit Sorge die mangelhaften Deutschkenntnisse vieler Mitbürger mit Migrationshintergrund. Oft wird zu Hause weiter in der Herkunftssprache gesprochen, es werden ausschließlich TV-Sendungen des Herkunftslandes angesehen, man trifft sich untereinander und spricht in der Herkunftssprache. Diese Ausbildung von Parallelgesellschaften ist über Jahrzehnte hinweg unter dem Stichwort der Multikulturalität in beispielloser Naivität toleriert und verharmlost worden. In Bayern war immer klar: Wir wollen Integration statt Parallelgesellschaften, weil Parallelgesellschaften den Zusammenhalt sprengen.
Dem entsprechend tun wir für die Integration eine ganze Menge, wobei der Schwerpunkt unseres bayerischen Integrationskonzepts ganz bewusst auf der Bildung und dem Spracherwerb liegt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Vorkurse Deutsch werden 2008 von 160 auf 240 Stunden aufgestockt und beginnen damit bereits für Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Wir setzen 200 Sprachberater für die Fortbildung der Erzieherinnen in den Kindergärten ein. Jedes Kind soll Deutsch können, wenn es in die Schule kommt! Die Schulen in Bayern leisten zusätzliche Deutschförderung in Deutschlerngruppen. Für Zuwanderer, die die Schulausbildung bereits hinter sich haben, gibt es Integrationskurse, für deren Ausweitung von 600 auf 1.200 Stunden wir uns auf Bundesebene stark gemacht haben. Das alles sind ausgezeichnete Angebote. Dabei ist klar: Eine erfolgreiche Integration erfordert vor allem die Bereitschaft und die Anstrengung der Zuwanderer selbst. Wir fördern die Integration, wir fordern aber auch die Bereitschaft dazu ein!
Wir wollen jenen, die hier bei uns für immer leben wollen, unser bayerisches Lebensgefühl, die Regeln unseres Zusammenlebens vermitteln. Zum bayerischen Lebensgefühl gehört das christliche Umfeld. Ich halte es für unverantwortlich, christliche Symbole aus der Schule zu verbannen. Wer dies beschließt und propagiert, der legt die Hand an unsere bayerische Identität, an unser Lebensgefühl, an unser besonderes bayerisches Bewusstsein. Ich werde mich mit aller Kraft gegen jede und jeden stemmen, die christliche Symbole aus dem öffentlichen Leben verbannen wollen!
Ein weiterer wichtiger Punkt, bei dem wir in Bayern besonders wachsam sein müssen, ist die europäische Einigung. Hier ist es mit dem Vertrag von Lissabon gelungen, wesentliche Fortschritte zu erreichen, was die Bewahrung der Eigenständigkeit Bayerns und der EU-Mitgliedsstaaten angeht. Ein großer Fortschritt ist die Stärkung des Ausschusses der Regionen, die verstärkte Einbindung der nationalen Parlamente, die zu einer größeren Akzeptanz bei den Bürgern führen wird, und die Bündelung europäischer Kräfte dort, wo es sinnvoll ist, etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik. Aus bayerischer Sicht ist es jedoch völlig unnötig, wenn sich Europa in Themen wie Tourismus, Sport oder Daseinsvorsorge einmischt - das haben wir schon sehr gut selber im Griff!
Die Gestaltung der europäischen Einigung und die gesellschaftliche Integration von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund sind wichtig, weil diese Themen das Gesicht Bayerns von morgen prägen. Prägend wirken in besonderem Maße aber auch diejenigen, die Sie sich für die Kultur, für Tradition und Brauchtum in Bayern einsetzen, weil sie ihrer Heimat eng verbunden sind - also Sie alle, die Sie heute hier sind.
Die Bayerische Staatsregierung ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner für diese Bewahrer und Förderer unseres kulturellen Gepräges. Sie versteht es als ihre ureigene Aufgabe, die Stärkung unserer bayerischen Identität zu unterstützen, wo immer es geht.
Das spiegelt sich zum einen in der finanziellen Unterstützung der Heimat- und Brauchtumspflege wider:
- So enthält der Nachtragshaushalt 2008 für die Heimatpflege erstmals seit einigen Jahren wieder eine Erhöhung der Mittel auf 1,25 Millionen Euro.
- Für die Arbeit der Trachtenverbände stellen wir dem Bayerischen Trachtenverband Mittel aus dem Kulturfonds in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung. Dazu kommen rund 35.000 Euro für die drei weiteren Trachtenverbände.
- Wir unterstützen die Errichtung des neuen Hauses der Bayerischen Trachtenkultur und Trachtengeschichte in Holzhausen im Landkreis Landshut. Die Zuwendung betragen insgesamt rund 1,1 Millionen Euro.
- Und wir haben für die Denkmalpflege im Nachtragshaushalt 2008 zusätzlich 5,2 Millionen Euro bereitgestellt.
Die Partnerschaft zwischen den Traditionsbewahrern in Bayern und der Staatsregierung kommt aber noch viel mehr zum Ausdruck durch das Selbstverständnis, mit dem die Bayerischen Staatsregierungen seit Jahrzehnten Politik machen für dieses Land.
Dieses Selbstverständnis ist von der Überzeugung getragen, dass ein Bayern, das sich seiner christlichen Prägung bewusst ist, das seine vielfältige Kultur auf das Beste pflegt und das sich der Welt mit seiner starken Identität ganz und gar selbstbewusst öffnet - dass dieses Bayern auch in der Zukunft hervorragend bestehen wird. Der Philosoph Sören Kierkegaard hat einmal gesagt: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts." Wenn wir in Bayern diese Prämisse weiterhin so konsequent beachten wie bisher, wenn sich weiterhin so viele Menschen wie Sie für Bayern stark machen, dann ist mir nicht bange um unser Land.
Die allerletzte Entscheidung über Wohl und Wehe liegt freilich noch einmal ganz woanders. Aber auch diese letzte Instanz hat es bisher an Wohlwollen für unsere Heimat nicht fehlen lassen. Dass das auch in Zukunft der Fall ist, das wünsche ich mir, das wünschen wir alle uns: „Gott mit dir, du Land der Bayern!"