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Rede
Grußwort des Leiters der Bayerischen Staatskanzlei Staatsminister Eberhard Sinner am 2. Oktober 2008 in München bei der offiziellen Ankündigung von Microsoft, in München ein Technologiezentrum zur Entwicklung von Suchmaschinen zu eröffnen
Datum der Rede: 02.10.08 Rednerin/Redner: Staatsminister Eberhard Sinner
- Anrede -
Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen und begrüße Sie sehr herzlich.
Uns allen ist die enorme Bedeutung von Innovationen für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Arbeit und Wohlstand bewusst. Bayern betreibt seit langem eine offensive Innovationspolitik: Wir setzen seit vielen Jahren auf den technischen Fortschritt. Unser Land lebt vom Tüftler-, Forscher- und Unternehmergeist. Bayern hat praktisch keine Rohstoffe unter der Erde. Unser Rohstoff sind die Ideen. Aus Ideen werden Innovationen und aus Innovationen neue Produkte, die sich auf dem Weltmarkt verkaufen lassen.
Die Strategie, massiv auf den technischen Fortschritt zu setzen, hat sich in Bayern bewährt - zum Wohl der Menschen. Denn der technische Fortschritt ist die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum. Und durch Wachstum entstehen neue Arbeitsplätze. Das belegen wieder einmal die aktuellen Arbeitsmarktzahlen: Die bayerische Arbeitslosenquote lag im September bei 3,9% und war erneut die niedrigste in ganz Deutschland. Innovationen sind damit auch die Basis für einen starken Sozialstaat.
Einen wesentlichen Beitrag zum technischen Fortschritt und zum Wirtschaftswachstum leisten die Informations- und Kommunikationstechnologien. In Deutschland stammt ein Viertel aller Patente aus dieser Branche. Zur Wertschöpfung trägt die Branche inzwischen ungefähr so viel bei wie der Automobilbau.
Als Schlüsseltechnologie einer zunehmend wissensorientierten Wirtschaft wirken die Informations- und Kommunikationstechnologien als Wachstumsbeschleuniger für viele andere Branchen. Derzeit können etwa 40% des gesamtwirtschaftlichen Wachstums auf ihren Einsatz zurückgeführt werden. Die Branche ist damit ein starker Motor für die Konjunktur. Eine leistungsfähige IuK-Branche ist essentiell für die wirtschaftliche Entwicklung in Bayern.
Eine besondere Funktion kommt der Softwareentwicklung zu. Gute, funktionsfähige Software ist ein entscheidender Faktor für den unternehmerischen Erfolg und auch für den privaten Anwender. Software ist eine unverzichtbare Querschnittstechnologie geworden, die in vielen Bereichen eine überragende Rolle spielt.
Der führende Softwarehersteller der Welt ist die Firma Microsoft. Das Unternehmen ist seit über 20 Jahren in Deutschland tätig. Microsoft Deutschland ist die drittgrößte Auslandstochter des Unternehmens.
Innerhalb Deutschlands ist Bayern mit 1.350 Beschäftigten der wichtigste Standort für das Unternehmen. Und in Unterschleißheim befindet sich auch der deutsche Sitz von Microsoft. Bayern und Microsoft verbindet der starke Glaube an die Bedeutung und die Wirkung von Innovationen. Microsoft setzt wie Bayern auf den technischen Fortschritt.
Einen Schwerpunkt seiner Forschung wird Microsoft in Zukunft bei der Entwicklung und Verbesserung von Suchmaschinen setzen. Die Suchmaschinen stecken noch in den Kinderschuhen. Die ersten Internetsuchprogramme wurden zwar bereits Anfang der 90er Jahre entwickelt. Aber die Suchmaschinen, die wir heute kennen und nutzen, sind nur zehn Jahre alt. Zum Vergleich: Das erste Auto wurde 1886 gebaut. Es ist also 122 Jahre alt. Dennoch sind auch beim Auto immer noch erhebliche Verbesserungen möglich. Ich halte deshalb bei Suchmaschinen zahlreiche bahnbrechende Fortentwicklungen in den nächsten Jahren für möglich und notwendig.
Die Initiative von Microsoft ist eine wichtige Initiative. Ein vielfältiger, europäischer Markt bei Suchmaschinen ist für die Nutzer und auch für die Werbebranche von großer Bedeutung. Microsoft gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit, die hierzu einen substantiellen Beitrag leisten können.
Microsoft wird in den nächsten Jahren drei Technologiezentren für Suchmaschinen in Europa aufbauen. Sie werden in Paris, London und München angesiedelt und über 300 Entwickler beschäftigen. Ich begrüße sehr, dass sich Microsoft unter anderem für München entschieden hat und dabei auf seinen bewährten Standort setzt. Durch die neuen Forschungsaktivitäten von Microsoft wird München als deutsches IT-Zentrum deutlich gestärkt:
Hier werden dadurch hochwertige neue Jobs entstehen. Und es werden hochwertige neue Produkte für den deutschen Markt entwickelt.
Microsoft hat mit München die richtige Standortentscheidung getroffen! Hier ist die kritische Masse für die Branche bereits vorhanden. Der Großraum München nimmt über die Grenzen Deutschlands hinaus eine sehr gute Position als IuK-Standort ein:
Hier wird rund die Hälfte des Gesamtumsatzes der deutschen Informations- und Kommunikationsbranche erzielt. Die Struktur der Branche reicht von internationalen Technologiekonzernen über mittelständische Unternehmen bis hin zu kreativen Start-Ups. 40% aller in Deutschland ansässigen Software-Häuser und ein Drittel der 25 größten deutschen IT-Beratungsunternehmen haben in Bayern ihren Sitz, vor allem in und um München. Im Ranking der europäischen IuK-Standorte belegt München hinter London den zweiten Platz.
Bayern wird weiterhin substantielle Unterstützung für die Branche leisten. Im Rahmen des Programms BayernFIT mobilisieren wir bis 2011 rund 1,5 Milliarden Euro für den Bereich Universitäten, Forschung und Innovationen. Das wird ein wuchtiger Impuls für die Forschung in Bayern. Hinzu kommt die Zusage des Bundes, herausragende High-Tech-Projekte in Bayern mit 500 Millionen Euro zu unterstützen. Viele Projekte sind auch für die IuK-Branche von großem Nutzen:
- Im Rahmen der Cluster-Initiative wurde ein Cluster IuK eingerichtet. Einen Schwerpunkt bilden wichtige Zukunftsthemen wie Software-Engineering oder die Sicherheit und Zuverlässigkeit von IT-Systemen.
- Garching wird einen neuen Super-Computer erhalten. Darüber hinaus sollen ein neues Fraunhofer-Institut für IT-Sicherheit sowie im Umfeld der TU München ein außeruniversitäres An-Institut für Software- und Systems-Engineering entstehen.
- Von den 3.000 neuen Stellen an den Hochschulen und den 38.000 Studienplätzen, die Bayern zusätzlich anbieten wird, werden über 60% in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern eingerichtet.
- Und wir fördern massiv den Ausbau breitbandiger Infrastruktur in allen Regionen Bayerns, um vorhandene Lücken insbesondere im ländlichen Raum zu schließen.
Ich bin überzeugt, dass diese Maßnahmen direkt oder indirekt auch Microsoft zugute kommen werden. Ich wünsche dem Unternehmen viel Erfolg bei der Entwicklung neuer Suchmaschinen hier in München.