Rede

Verleihung der Jakob Fugger Medaille

Datum der Rede: 27.04.12 Rednerin/Redner: Ministerpräsident Horst Seehofer

Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.

- Anrede -

Wenn eine renommierte Wochenzeitung aus Hamburg mit einem bayerischen Gütesiegel ausgezeichnet wird, darf ein Ministerpräsident nicht fehlen. Im schönsten Saal, den Bayern zu bieten hat, zollen wir heute der angesehensten Wochenzeitung in Deutschland Anerkennung und Respekt.

Als Bayerischer Ministerpräsident sage ich persönlich und im Namen der Staatsregierung:

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung und dieser Leistung!

Sehr geehrte Festgäste,

wir alle wissen: Wer für „Die Zeit“ arbeitet, lebt für das journalistische Ethos und für Qualität.

„Die Zeit“ als Würdenträger der Jakob Fugger Medaille gefällt mir als Bayerischer Ministerpräsident aus drei Gründen.

Erstens: Jakob Fugger war ein Medienpionier aus Bayern - und er war geschäftstüchtig. Lange bevor andere Zeitungen gedruckt haben, hat dieser Kaufmann seine Kunden und Lieferanten mit gedruckten Nachrichten versorgt. Er erkannte mit großem Weitblick den Wert von verlässlichen Informationen und von persönlichen Netzwerken. Heute nennen wir das „Facebook“ und halten uns für sehr modern.

Verlässliche Informationen auf dem aktuellsten Medium verbreiten – das ist Mut und Innovationskraft aus Bayern. Das ist der bayerische Weg in die Zukunft. Heute setzen wir mit unserer Strategie „Aufbruch Bayern“ auf Bildung, Familie und Innovationen, auf moderne Medienpolitik – und sind überaus erfolgreich.

Zweitens: Mit der Jakob Fugger Medaille unterstreichen wir weit über Bayern hinaus: Qualität ist die Währung der Zukunft. Diesem Credo ist auch unsere bayerische Medienpolitik verpflichtet. Und „Die Zeit“ ist der beste Beweis: Es gibt eine Renaissance der Wertorientierung, der journalistischen Ehre, des hohen Anspruchs gegenüber dem billigen Effekt.

Drittens: „Die Zeit“ ist die einzige Wochenzeitung, die in der Krise keine Leser verliert, sondern dazu gewinnt. Das ist ein großartiges Zeugnis für journalistische Kraft, für unternehmerische Weitsicht und für den Qualitätsanspruch der deutschen Zeitungsleser. „Die Zeit“ steht nach der Krise besser da als vorher. Auch damit erweist sie sich einer bayerischen Auszeichnung würdig.

Sehr geehrter Herr Dr. Esser,
sehr geehrter Herr di Lorenzo,

Sie sind Medienpioniere des 21. Jahrhunderts. Sie haben das Gespür für kommende Entwicklungen und den Mut, an den eigenen Visionen festzuhalten. Sie setzen sich im Zeitalter der neuen Medien mit Innovationskraft und mit Erfolg für den Qualitätsjournalismus ein. Das macht Sie zu den angesehensten Medienmachern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Das Angebot der „Zeit“ passt zur Nachfrage ihrer Leser. „Die Zeit“ steht für professionelle Recherche und geprüfte Meinung. Ihre Autoren und Beiträge gelten als seriös und sachkundig. „Die Zeit“ bildet Meinung anstatt Meinungen hinterherzulaufen. Dafür sage ich Respekt und Dank.

Sehr geehrter Herr Dr. Esser,
sehr geehrter Herr di Lorenzo,

mit Ihrem Blatt gehören Sie zur Verantwortungselite in unserem Land. Sie wissen: Es zählt nicht nur, was in der Zeitung steht, es ist vor allem wichtig, wie ein Sachverhalt dargestellt und vermittelt wird. Dieser Verantwortung stellen Sie sich Tag für Tag – als Geschäftsführer, als Chefredakteur und als Teil der vierten Gewalt im Staat. Respekt für Ihre Leistung und für Ihren Idealismus!

Bleiben Sie Qualitätsmaßstab, Kritiker, Ansporn und leuchtendes Vorbild. Alles Gute!