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Rede
63. Sudetendeutscher Tag
Datum der Rede: 27.05.12 Rednerin/Redner: Ministerpräsident Horst SeehoferManuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
I. Begrüßung
- Anrede -
Ihnen allen ein herzliches „Grüß Gott“ zum traditionellen Pfingsttreffen der Sudetendeutschen!
Zum vierten Mal darf ich bei einem Sudetendeutschen Tag als Ihr Schirmherr zu Ihnen sprechen. Dreimal in der Schwabenhalle in Augsburg, heute hier in der Messe Nürnberg.
Ich freue mich sehr, dass Sie sich heute wieder einmal in Franken treffen. Sie wissen: Unser Bayern ist vielfältig! Altbayern, Schwaben, Franken und unser „vierter Stamm“ - in der Vielfalt unserer Stämme und Regionen liegt eine gewaltige Kraft, die Kraft zur Zukunft!
II. Kraft zur Zukunft aus Heimat
Vor Kurzem war ich in Brasilien. Und wer hat mich in São Paulo freudestrahlend angesprochen? Ein Sudetendeutscher! Das zeigt: Die Sudetendeutschen sind überall!
In aller Welt wird Bayern bewundert.
„Ihr seid da, wo wir hin wollen“, diesen Satz höre ich oft. Häufig werde ich im Ausland gefragt: „Wie macht ihr das? Was ist euer Erfolgsrezept?“
Ich antworte: Die Voraussetzung für unseren Erfolg ist unsere starke Identität. Wir in Bayern sind zukunftsstark, weil wir traditionsstark sind.
Der Erfolg Bayerns beruht auf starken Werten und starken Wurzeln. Aus dem Wissen um das „Woher“ schöpfen wir die Kraft für das „Wohin“.
Deshalb herrscht bei uns ein positives Klima für Neues und eine besondere Kraft zur Zukunft.
Wer ganz genau wissen will, was unseren Erfolg ausmacht, dem rate ich: Besuchen Sie doch einfach den Sudetendeutschen Tag.
„Herkunft pflegen – Zukunft sichern“ – das Motto Ihres diesjährigen Sudetendeutschen Tages bringt es auf den Punkt:
Nur wer um seinen „kulturellen Boden weiß“ [Wolfram Weimer], kann erfolgreich in die Zukunft aufbrechen.
Vor 66 Jahren erreichten die ersten Züge aus dem Sudetenland Bayern. Zufällig gestrandet, keine Wohnung, keine Arbeit, der Heimat beraubt – wurden die Sudetendeutschen und andere Heimatvertreibene zum regelrechten „Treibgut“ der Nachkriegszeit. Angesichts Tausender von Barackenlagern in Deutschland sprach die FAZ damals sogar vom „homo barackensis“.
Inmitten dieser Zusammenbruchsgesellschaft haben die Sudetendeutschen vorgelebt: Unsere Zukunft, die Zukunft unserer Gesellschaft beruht auf Werten und kultureller Identität.
1945/46 standen die Sudetendeutschen buchstäblich vor dem Nichts.
Aber sie hatten drei Dinge mitgebracht, die man ihnen nicht wegnehmen konnte: Ihr unternehmerisches Können, Ihren Mut und ihre Gestaltungskraft. Mit in diesem ideellen Gepäck hatten sie außerdem: ihre Bildung, ihre Kultur und ihre Traditionen.
Liebe Landsleute,
mit diesem Schatz haben Sie die Zukunft erobert – und Sie haben sie gewonnen: Trotz Vertreibung, Armut und Not haben Sie sich aus eigener Kraft hochgearbeitet, haben sich neuen Wohlstand und ein neues Leben geschaffen.
Mit dieser positiven, anpackenden Lebenseinstellung sind Sie Vorbild für die nachfolgenden Generationen.
Sie sind der beste Beweis: Wirtschaftlicher Erfolg und lebendige Kultur gehen Hand in Hand.
„Arbeit schafft Heimat“ – das war die Losung der Nachkriegszeit. Aber Sie fühlten es von Anfang an: Heimat ist mehr als Brot und Lohn! Heimat braucht Zusammenhalt und Selbstvertrauen.
Deshalb haben Sie sich in den Landsmannschaften ein neues Gemeinschaftsleben geschaffen, auch zusammen mit den Einheimischen. In Ihren Landsmannschaften fanden Sie Halt und Trost.
Hier konnten Sie mit Gleichgesinnten über die Heimat reden und Ihre eigene sudetendeutsche Kultur und sudetendeutschen Traditionen pflegen.
Die Gemeinschaft musste für Sie die verlorene Heimat ersetzen.
Miteinander, nicht nebeneinander oder gegeneinander – das war und ist Ihr Credo.
Die heimatvertriebenen Sudetendeutschen haben es vorgelebt: Im Dialog der Kulturen entsteht Vertrauen. Trotz Ihres Leids, Ihres ungeheuren Verlusts haben Sie sich nicht radikalisiert. Sie haben immer Wahrheit und Versöhnung gesucht.
Die Sudetendeutschen zeigen: Weltoffenheit und Heimatliebe, Toleranz und Verantwortung gehören bei uns in Bayern zusammen.
Unsere Gesellschaft kann viel von den Sudetendeutschen lernen.
Sie waren und sind Pioniere der Zukunft in Bayern. Ob sudetendeutsche Handwerker, Unternehmer oder Pädagogen – mit Ihrem Können und Ihrem Pioniergeist haben Sie Bayern zu Arbeit, Erfolg und Wohlstand verholfen.
Und Sie haben gespürt, was die Historiker wissen: Zukunft braucht Herkunft!
III. Kraft zur Zukunft aus Herkunft
1. Kultur der Erinnerung
Für den Aufbruch in eine gute Zukunft brauchen wir eine eigene starke Identität.
Die Rückbesinnung auf unsere kulturellen Wurzeln gibt uns Kraft und Selbstvertrauen.
Das Wissen um das „Gestern“ verleiht uns Kreativität und Gestaltungskraft für das „Morgen“.
Wir in Bayern schöpfen aus unserer mehr als 1000-jährigen Geschichte unser Selbstverständnis, unseren Mut und unsere Inspiration.
Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat einmal gesagt:
„Geschichte kann Heimat sein.“
Wer wüsste das besser als Bayerns „vierter Stamm“?
Sie pflegen seit über 60 Jahren eine lebendige Kultur der Erinnerung: in ihren Heimatstuben, in ihren Landsmannschaften und hier am Sudetendeutschen Tag.
Auch ich erinnere mich genau: Als kleiner Junge gab es für mich nichts Schöneres, als meinen Eltern oder Großeltern beim Erzählen zuzuhören. Ihre Geschichten von „früher“ waren für mich genauso spannend und interessant wie ein Krimi.
Aber eines Tages wird es nicht mehr möglich sein, persönliche Erlebnisse zu hören. Umso wichtiger ist es, diesen Schatz der Erinnerung für unsere Kinder und Kindeskinder zu bewahren.
Gerade wir in Deutschland müssen die Erinnerung an die Vergangenheit wach halten. Unsere Geschichte verpflichtet uns, laut „Nein“ zu sagen – gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen jede Form von Unrecht und Gewalt.
Vertreibung ist und bleibt Unrecht. Das muss Mahnung bleiben. Wir müssen Vertreibungen weltweit ächten!
Gerade deshalb brauchen wir einen nationalen Gedenktag für die Opfer von Vertreibung in Deutschland. Wir in Bayern haben alles getan, damit in Deutschland ein solcher Gedenktag eingeführt wird.
Mittlerweile hat der Bundestag einen klaren Prüfauftrag an die Bundesregierung für die Einführung eines solchen Gedenktages erteilt. Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht. Ich bin guter Hoffnung, dass der Gedenktag noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr eingeführt wird. Den Worten müssen endlich Taten folgen!
Wir brauchen eine Kultur der Erinnerung.
Auch noch nicht abgeschlossen ist der Weg zu einer angemessenen Würdigung und Anerkennung der deutschen Zwangsarbeiter.
Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ war dazu ein wichtiger und richtiger Schritt. Eine ähnliche Würdigung sollten nun auch die deutschen Zwangsarbeiter durch ihr Vaterland erfahren.
Angesichts der schrecklichen Erfahrung von Zwangsarbeit, von Demütigung und Unterdrückung ist das für mich eine Frage der moralischen Verantwortung, der wir uns nicht entziehen können. Das schulden wir den Menschen, die unser Land nach dem Krieg wiederaufgebaut haben.
Wenn in Berlin die Dokumentationsstätte der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ entsteht, sollte auch Thema Zwangsarbeit dort zur Sprache kommen.
Und schließlich: Wir wollen die breite Bevölkerung, Jung und Alt, Einheimische und Neubürger in Bayern und in Deutschland über Schicksal, Kultur und Geschichte unseres „vierten Stammes“ informieren.
Darum brauchen wir ein zentrales Sudetendeutsches Museum in München.
Als Ihr Schirmherr versichere ich Ihnen: Dieses Museum ist mir ein Herzensanliegen.
Andere Landsmannschaften haben bereits eigene Museen: die Schlesier in Görlitz, die Ostpreußen in Lüneburg.
Mit diesem Museum wollen wir Schicksal und Leistungen der Sudetendeutschen bei uns in Bayern lebendig halten.
Und wir wollen zeigen: Die Geschichte und die Kultur der Sudetendeutschen umfasst nicht nur die Zeit von 1939 bis 1945. Die Sudetendeutschen blicken auf eine 800-jährige Geschichte in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien zurück. Sie haben diesen europäischen Kulturraum mitgestaltet und mitgeprägt.
Lieber Herr Pany,
erst vor gut einer Woche hatten wir unser gemeinsames Gespräch mit dem Landesvorstand des Bundes der Vertriebenen. Dabei habe ich Ihnen versprochen:
Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Bayerische Staatsregierung die Kosten von 20 Millionen Euro übernimmt! Dazu stehe ich.
In meiner Regierungserklärung von 2008 habe ich festgeschieben: Wir in Bayern wollen ein zentrales Sudetendeutsches Museum in München. 2008 versprochen – 2012 eingelöst! Das ist Regieren auf bayerisch!
Jetzt ist es an Ihnen, lieber Herr Pany, die Baugenehmigung bei der Stadt München für einen Spatenstich im Herbst einzuholen.
Das Museum soll als mehrgeschossiger Neubau angrenzend an das Sudetendeutsche Haus in München entstehen.
Ich bin mir sicher: Wir werden hier in München Maßstäbe setzen für eine moderne und innovative Museums- und Erinnerungskultur. Mit dem Sudetendeutschen Museum hoch über der Isar in zentraler Lage schaffen wir etwas Neues und ganz Besonderes: ein markantes Symbol der Sudetendeutschen Volksgruppe!
Das wäre doch das schönste Jubiläumsgeschenk für den 50. Jahrestag unserer Schirmherrschaft! Lassen Sie uns beide daran arbeiten!
Mein besonderer Dank gilt unserer Bayerischen Staatsministerin Christine Haderthauer!
Sehr geehrte Frau Staatsministerin,
liebe Christine,
Du bist die gute Fee dieses Museums. Bei Deinem Engagement sollte uns eine kräftige Finanzspritze durch den Bund so gut wie sicher sein. Ich freue mich, dass die Planungen so gut vorangekommen sind. Das Sudetendeutsche Museum wird ein Ort der Erinnerung und der Zukunft zugleich!
Die Pflege von Identität und Geschichte im eigenen Land ist das Leuchtfeuer für die Zukunft.
Für mich als Ministerpräsident ist es ein Herzensanliegen, das kulturelle Fundament Bayerns zu stärken und weiter auszubauen.
Wir werden ein umfassendes Kulturkonzept entwickeln. Das wird Teil der Verhandlungen für den neuen Doppelhaushalt. Wir wollen allen unseren bayerischen Regionen helfen, ihre kulturellen Stärken noch besser zur Entfaltung zu bringen – vom Sudetendeutschen Museum bis zur Kaiserburg in Nürnberg. Und wir werden in Regensburg ein Museum für Bayerische Landesgeschichte errichten.
Wir arbeiten für ein weltoffenes und kulturell starkes Bayern!
Zwei Strömungen prägen unser Leben: in räumlicher Hinsicht die Globalisierung, die wachsende Bedeutung der weltweiten Verflechtung. Und zum andern die rasante Veränderung in der zeitlichen Dimension, die globale Beschleunigung.
Auf beide Entwicklungen lautet die richtige Antwort: eine selbstbewusste, geschichtlich verankerte Identität.
Das gilt nicht nur in Bayern und in Deutschland, das gilt vor allem auch für unser gemeinsames Europa.
„In Vielfalt geeint“ – das ist unsere großartige europäische Idee.
2. Kultur der Verständigung
Wenn wir von Europa sprechen, sprechen wir auch von den Brückenbauern in Europa. Gerade unsere Sudetendeutschen haben viel für das europäische Miteinander getan.
Schon lange vor der europäischen Wende haben Sie Ihre Herkunft gepflegt und dadurch Nachbarschaft gestaltet.
Sie haben den Dialog gesucht. Sie haben Kontakt mit Ihrer Heimat gehalten.
Sie haben menschliche Brücken gebaut und alte Gräben in den Köpfen und Herzen überwunden!
Sie haben Vertrauen geschaffen.
Ob Sie Kirchen vor dem Verfall gerettet oder Begegnungen organisiert haben – Sie haben den Menschen in Ihrer alten Heimat geholfen, mit Geld und besonders mit innerer Anteilnahme.
Auch dafür gilt es, immer wieder Dank zu sagen! Sie sind Vorzeige-Europäer!
Wie kaum eine andere Volksgruppe in Europa pflegen Sie die Kultur des Dialogs und der Verständigung. Und Sie schaffen es, den Dialog mit unseren Nachbarn in Tschechien auch in Zukunft voranzubringen.
Beim Besuch unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel im April dieses Jahres hat der tschechische Premierminister Petr Nečas gesagt:
„Wir sind gute Nachbarn und deswegen möchten wir keine Geheimnisse vor den Deutschen haben.“ [dpa vom 03.04.2012]
Lieber Bernd Posselt,
dieses starke Bekenntnis bringt unsere gemeinsamen Erfolge der beiden Tschechienreisen auf den Punkt:
Bayern und Tschechien haben ein neues Kapitel der guten Nachbarschaft aufgeschlagen.
Wir setzen auf eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit unserer beiden Länder. Und wir sprechen offen – auch über schwierige Fragen.
Unser Austausch auf höchster politischer Ebene trägt bereits erste Früchte: Bei meinem letzten Besuch hat sich Premierminister Nečas für einen engeren Austausch in der Energiepolitik ausgesprochen – auch bei der geplanten Erweiterung des Atomkraftwerks Temelin. Gemeinsam setzen wir auf größtmögliche Offenheit und Transparenz. Energiepolitik ist Europapolitik.
Dabei kann es nicht um verordnete Konformität gehen.
Tschechien und Deutschland gehen verschiedene Wege in der Energiepolitik – aber in gegenseitigem Respekt und im Geist der Kooperation.
Gottlob sind die Zeiten vorbei, in denen unterschiedliche Interessen zwangsläufig in unlösbare Konflikte geführt haben. Wir führen offene Gespräche mit den tschechischen Nachbarn und suchen gemeinsam nach Lösungen – mit den Sudetendeutschen als unseren wichtigsten Weggefährten!
Die Grenze zwischen Bayern und Tschechien trennt nicht mehr, sie verbindet.
Mein Dank gilt allen Sudetendeutschen, die mit ihrem Engagement und ihrem grenzüberschreitenden Projekten in Tschechien auch zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben.
Lieber Bernd Posselt,
unsere letzte gemeinsame Reise nach Lidice, Theresienstadt und Aussig (Ústí nad Labem) hat uns beide tief bewegt.
Wir haben einmal mehr erfahren: Nichts ist wertvoller als der direkte Dialog, um Nachbarschaft zu gestalten.
Du bist in Tschechien bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Ich glaube fast, es gibt in Tschechien niemanden, der Dich nicht kennt.
Du bist nicht nur Sprecher der Sudetendeutschen, Du bist ein echter Botschafter – ein Botschafter des europäischen Gedankens in der Welt. Gerade jetzt brauchen wir in Europa Menschen wie Dich. Menschen, die zu Europa stehen und für Europa eintreten.
Ich sage Dir im Namen der Sudetendeutschen und im Namen der gesamten bayerischen Bevölkerung Dank und Respekt!
IV. Kraft zur Zukunft aus Beteiligung
Liebe Landsleute,
Europa hat nur eine Zukunft mit überzeugten Europäern wie Sie! Mit Europäern, die aus der schmerzlichen Geschichte die richtigen Lehren gezogen haben.
Durch die Schuldenkrise sind viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert. Europa scheint für viele kompliziert, unberechenbar und fern.
Deshalb haben wir alle in der Europäischen Union einen klaren Auftrag: Europa muss die Herzen der Menschen berühren.
Europa muss von unten nach oben wachsen.
Wir wollen wichtige Fragen zusammen mit den Bürgern entscheiden. Wir brauchen auf Bundesebene mehr Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz in Sachen Europa.
Dazu gehören Volksentscheide bei Grundfragen der Europäischen Union – zum Beispiel bei Finanzhilfen, EU-Erweiterungen und der Übertragung von Souveränitätsrechten nach Brüssel.
Wir vertrauen unseren Bürgern. Wir haben keine Angst vor dem Willen des Volkes. Beteiligen heißt: Verantwortung gemeinsam tragen.
Ich danke allen Sprechern und Repräsentanten, die in der Landsmannschaft und in den vielen Kreis- und Ortsgruppen Verantwortung übernehmen. Ihr bürgerschaftliches, Ihr kulturelles Engagement ist für unsere Heimat und für unsere Menschen unverzichtbar!
In meiner langjährigen politischen Arbeit habe ich gelernt: Die Kraft zur Zukunft kann der Staat nicht verordnen. Sie muss aus der Gesellschaft heraus wachsen.
Für diese Kraft zur Zukunft aus inneren Werten stehen die Sudetendeutschen. Eine gute Zukunft beruht auf Zusammhalt und Verantwortung – nicht nur in Bayern und Deutschland, sondern in ganz Europa!
V. Schluss
Die Weltgesellschaft des 21. Jahrhunderts wird keine Einheitsgesellschaft sein.
Vielfalt ist menschlich. Konformismus, Gleichmacherei und Nivellierung sind unmenschlich.
Nur wer den Wert seiner eigenen Kultur kennt, ist zu Toleranz fähig und kann die Welt auch mit den Augen des Anderen sehen.
Eine starke Identität ist die beste Prävention gegen aggressive Abgrenzung und nationalistische Überhöhung.
Davon sind wir in Bayern überzeugt. All das haben die Sudetendeutschen immer gewusst und vorgelebt – hier am Sudetendeutschen Tag und in ihrem ganzen Leben.
Liebe Landsleute,
Sie haben Mut bewiesen, Hoffnung gegeben, Vertrauen geschaffen.
Dafür danke ich Ihnen allen im Namen der Bayerischen Staatsregierung und der gesamten bayerischen Bevölkerung!
Ihr Wissen müssen wir an unsere nachfolgenden Generationen weitergeben. Das ist ihr Vermächtnis für uns an die Zukunft. Lassen Sie uns diese Zukunft gemeinsam angehen!