Inhalt
Rede
Abendveranstaltung mit der Gaming-Branche
Datum der Rede: 11.06.12 Rednerin/Redner: Staatsminister Thomas KreuzerManuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
I. GAMING-QUALITÄT AUS BAYERN
- Anrede -
Herzlich willkommen in den schönsten Räumen der Bayerischen Staatskanzlei. Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Sie als Vertreter der noch sehr jungen Gaming-Branche im Prinz-Carl-Palais zu begrüßen. Denn das Prinz-Carl-Palais ist allein dem Bayerischen Ministerpräsidenten vorbehalten – für Empfänge und kleinere Gesprächsrunden mit sehr hohen Staatsgästen.
Von diesem Abend an gehören Sie für unser Protokoll zur High-Level-Group der Staatsgäste in Bayern. Eine Würdigung Ihrer Leistungen, die ich als Medienminister nur unterstützen kann.
II. GAMES IN BAYERN WILLKOMMEN
Die Gaming-Branche liegt uns in Bayern sehr am Herzen – nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern als lebendiges Element unserer Kultur. Unternehmer in der Games-Branche sorgen weltweit für einen stabilen Umsatz, schaffen Innovationen und kreative Arbeitsplätze. Wir wollen dieses Potenzial für Bayern nutzen. Dabei gilt:
„Wer spielen will, muss wissen, was Trumpf ist!“
Wir wollen, dass Gamer hier alle Chancen haben, mit ihrem kreativen Potenzial wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln und zu produzieren. Wir bieten dafür hervorragende Ausbildungseinrichtungen, die Nähe zu erfolgreichen Unternehmen aus Film, Fernsehen, Print und IT und eine lebendige kulturelle Szene.
Bereits heute arbeiten in Bayern eine Reihe erfolgreicher Entwickler und Publisher. Junge, innovative Start-ups und mittelständische Unternehmen sind Pioniere technologischer Innovationen, die auch andere Zukunftsfelder voran treiben von der Bildtechnik bis zu bildgebenden Verfahren in der Medizin. Hier in Bayern findet Zukunft statt.
Wir heißen alle Gamer willkommen! Die Bayerische Staatskanzlei fördert seit September 2009 die Entwicklung von qualitätsvollen Computerspielen, um kreativen und kulturell wertvollen Spielen einen Schub zu geben. Inzwischen haben wir mit über 1,5 Millionen Euro über 30 Projekte unterstützt.
Der Deutsche Computerspielpreis 2012 bestätigt die Gaming-Qualität aus Bayern. Fünf der 2012 nominierten Spiele haben bayerische Wurzeln. Das beste mobile Spiel kommt aus Bayern. Ich gratuliere an dieser Stelle allen Nominierten und natürlich dem Sieger in der Kategorie „bestes mobiles Spiel“ – dem „Verrückten Labyrinth HD“ der Ravensburger Digital GmbH. Herzlichen Glückwunsch!
Dieser bundesweite Erfolg zeigt wieder einmal: Qualität, Training von logischem Denken und Spielspaß schließen sich nicht aus. Wir sind mit unserer Förderung qualitätsvoller Spiele auf dem richtigen Weg.
III. MEDIENMINISTER MIT NEUER CREW – GLEICHE KOMPETENZ
In der Staatskanzlei kümmern wir uns sehr intensiv um Medienkompetenz, die neuen Medien und Computerspiele. Hier darf ich Ihnen eine Veränderung mitteilen. Ihre bisherige Ansprechpartnerin Frau Ministerialrätin Erpenstein hat sich für die Zeit des Landtagswahlkampfes beurlauben lassen. Sie wird die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner unterstützen.
Ihre Aufgaben bei „Games“ übernimmt Frau Ministerialrätin Dr. Kerschbaumer, die ich Ihnen bei dieser Gelegenheit vorstellen darf. Vielen von Ihnen ist Sie bereits als Filmreferentin der Bayerischen Staatskanzlei bekannt. In bewährter Weise ist weiterhin Frau Regierungsdirektorin Lenz für Sie da.
Kompetenz und Know-how bleiben in erfahrenen Händen. Wir setzen weiterhin auf unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Games-Branche.
IV. RAHMENBEDINGUNGEN VERBESSERN
Ihre Branche hat Zukunft und sie bietet Zukunft. Der Markt für Computerspiele boomt, immer mehr Spiele-Entwickler werden gesucht. Der G.A.M.E.-Verband schätzt, dass derzeit in Deutschland 900 Stellen unbesetzt sind. Die Branche ist ungeheuer innovativ und aufgeschlossen. Wir werden Sie dabei weiter unterstützen. Ich möchte nur wenige wichtige Beispiele nennen:
- Zum Wintersemester 2011/2012 hat die Technische Universität München mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei den neuen Bachelor-Studiengang Games Engineering eingeführt. Damit bieten neun Hochschulen Studienmöglichkeiten rund um Games an - auch in meiner Heimatstadt Kempten.
- Am 21. September veranstaltet der MedienCampus den „GamesCampus“, ein Treffen der bayerischen Games-Professoren, an der TU München in Garching. Wir bauen das Medien-Netzwerk weiter aus.
- Im Herbst beginnt der Studentenaustausch mit fünf Studierenden der Mediadesign Hochschule in München und der Hochschule Augsburg mit unserer bayerischen Partnerprovinz Québec. Für den Austausch im Jahr 2013 können sich erneut Studierende bewerben. Die Bayerische Staatskanzlei hat die Fördergelder dafür bereits bewilligt.
- Und wir wollen die Games-Branche als weiteren Zweig unserer Medienkultur etablieren. Denn Games gehören zum Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Das „Spiel zum Film“ ist heute ebenso aktuell wie der „Film zum Buch“. Auch deswegen liegt es mir am Herzen, die Rahmenbedingungen für Gaming-Unternehmen ebenso positiv zu gestalten wie für Film, Fernsehen, Hörfunk, Internet und Print. Für dieses gute Klima leisten alle bayerischen Medienpartner ihren Beitrag, allen voran auch die BLM mit dem Präsidenten Siegfried Schneider.
Unser gemeinsames Ziel ist: Wir wollen, dass München, dass Bayern durch seine Innovationskraft auch in Zukunft führender Medienstandort ist.
V. UNSER ZIEL – MEDIENSTANDORT DER NÄCHSTEN GENERATION
„Die Zukunft ist ein ernstes Geschäft. Wenn die Kunden die Zukunft vor Ihnen erreichen, sitzen Sie in der hintersten Reihe.“ [Faith Popcorn, amerik. Trendforscherin]
Damit wir auch mit der Games-Branche in der ersten Reihe sitzen, setzen wir auf Dialog und Zusammenarbeit.
Wir müssen aktiv Neuem zum Durchbruch verhelfen, wir müssen innovativ und mutig die Zukunft anpacken – für Gamer eine Selbstverständlichkeit. Dafür setze ich auf Ihre Unterstützung.
Bayern bleibt Anwalt und Förderer der jungen Branchen:
- Wir werden die Förderung fortsetzen. Herr Prof. Schaefer vom FFF-Bayern ist heute hier mit seiner Games-Referentin Frau Dr. Haberlander. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit.
- Wir setzen auf ein Gründerzentrum für neue Medien und Games. Herr Dr. Glatz, der bereits zwei Gründerzentren betreibt und seine Erfahrungen einbringt, ist heute ebenfalls anwesend.
- Und wir stärken die Wahrnehmung Bayerns als Games-Standort von internationalem Rang mit Tagungen, mit gemeinsamen Messeauftritten (Gamescom in Köln).
Wir haben in Bayern eine Vielzahl großer Branchenereignisse, ich nenne stellvertretend nur die Medientage München. Damit haben wir dokumentiert, dass das geeignete Know-how, eine sehr gute Medienpräsenz und die politische Unterstützung auch für die Gaming-Branche vorhanden sind.
Deshalb wollen wir den Computerspielpreis in München halten. Dafür kämpfen wir. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung.
Lassen Sie uns gemeinsam anpacken – für einen Medienstandort der Zukunft, für die Arbeitsplätze von morgen.
Denn nicht nur für den Medienstandort Bayern gilt:
Den Mutigen, den Kreativen gehört die Zukunft.