Rede

Rede des Leiters der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Siegfried Schneider, MdL anlässlich der Teilnahme an der 42. Bayerischen Verlegertafel am 1.12.2008 in München

Datum der Rede: 01.12.08 Rednerin/Redner: Staatsminister Siegfried Schneider

Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort

- Anrede -

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne .."

Welches Zitat passt besser zum heutigen Abend in diesem festlichen Rahmen als die berühmten Hesse-Worte?

Ich jedenfalls fühlte mich daran erinnert und möchte daher bereits an dieser Stelle herzlichen Dank sagen. Danke Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Übleis. Sie haben mit der Verlagsgruppe Droemer Knaur für uns alle ein „highlight" gesetzt. Herzlichen Dank für diese gelungene und harmonische Veranstaltung. Herzlichen Dank aber auch Ihnen allen für den interessanten Abend und insbesondere die freundliche Aufnahme in Ihrem Kreis.

Der Weg vom Salvatorplatz in den Hofgarten scheint manchmal unendlich weit zu sein - das habe ich bereits ein ums andere Mal festgestellt. Was aber Verlage anlangt, Bücher und Autoren, so stehen sich Schulminister und Medienminister sehr nahe.

„Bücher sind meine Leidenschaft" - dazu bekenne ich mich ganz offen. Bücher gehören für mich zu meinem Leben, sie sind ein fester Bestandteil meines Alltages.

Bücher haben Vergangenheit und Zukunft. Auch und gerade in Zeiten des Internet werden Bücher nicht an Bedeutung verlieren. Sie werden allen Entwicklungen und crossmedialen Verdrängungen trotzen, davon bin ich überzeugt. Ich gehöre nicht zu den 23 Prozent der Befragten auf der Frankfurter Buchmesse, die glauben, dass es in 50 Jahren keine Buchläden mehr geben wird. Ganz im Gegenteil: Bücher sind auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur und ein bedeutender Mittler unserer (Kultur-) Geschichte.

Unsere Aufgabe und Verantwortung ist es, die Freude am Buch, am Lesen und auch am Lernen und Erfahren, zu wecken und weiterzugeben. Das beginnt im Elternhaus und das wird in den Kindergärten und in den Schulen aufgegriffen. Leseförderung habe ich immer groß geschrieben - als Vater, als Lehrer und als politisch Verantwortlicher.

Aber nicht nur für Jugendliche, sondern für jede Generation sollten Bücher ein fester Bestandteil sein. Themen wie „Welttag des Buches" oder die Einführung eines „Gütesiegels für Buchhandlungen" sind dabei wichtige und gelungene Beiträge, um das Lesen attraktiv zu halten und der Konkurrenz anderer Medien zu begegnen.

Die aktuellen Zahlen stimmen dabei durchaus zuversichtlich. Die Branche kann auf positive Zahlen blicken. So konnte im Jahr 2007 mit Büchern ein Umsatz von 9,58 Milliarden Euro verzeichnet werden, das sind 3,4 Prozent mehr als 2006. Auch für 2008 sind die Prognosen gut. Bislang wurde die Branche von großen Einbrüchen verschont. Die Zahlen zeigen: Bücher haben einen festen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Für Bayern insgesamt ist das Verlagswesen von überragender Bedeutung. München ist nach wie vor zusammen mit Berlin Buchverlagsstandort Nummer Eins - darauf bin ich als Medienminister besonders stolz. Hier sind 155 Buchverlage ansässig, 11,9 % aller deutschen und 62,4 % aller bayerischen Erstauflagen werden in München verlegt. Diesen Platz wollen wir halten - ich denke, wir alle ziehen hier an einem Strang. Deshalb ist es wichtig, einen engen Dialog zwischen Politik und Unternehmen, zwischen Politik und Medienschaffenden zu begründen und zu halten. Ich freue mich darauf und biete Ihnen jederzeitige Gesprächsbereitschaft an.

Das gilt umso mehr, da die Konkurrenz am Markt härter geworden ist. Vor allem kleinere Verlage und Buchhandlungen zu kämpfen haben - mir ist das sehr wohl bekannt. Andere Themen wie „e-book" oder der wirksame Schutz des geistigen Eigentums betreffen Sie alle - unabhängig von der Unternehmensgröße. Hier ist auch die Politik gefordert Rahmenbedingungen zu schaffen. Und gerade deswegen ist der enge Dialog wichtig.

Insgesamt blicke ich optimistisch in die Zukunft. Ich vertraue auf die Anziehungskraft des Buches, auf die sprichwörtliche „Macht des Wortes". Und ich setze auf den Unternehmergeist der Verlagsbranche, auf verschiedenste Möglichkeiten der Kooperation und des Austausches.

Lassen sie mich zum Schluss noch ein Wort sagen zur CORINE, dem Internationalen Buchpreis, den der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Kooperation mit dem Freistaat Bayern erst vergangenen Monat im Prinzregententheater vergeben hat. Gerade solche Veranstaltungen zeigen Wirkung. Herausragende Veröffentlichungen, wie das Buch von Herrn Lütz „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten" oder das Werk von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus „Die Armut besiegen" sind vielbeachtete Werke, die nachhaltige geistige Anstöße geben. Ich gratuliere dem Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zu dieser herausragenden Präsentation. Dieser Abend hat das Buch und deren Autoren in den Mittelpunkt gerückt.

- Anrede -

Ich darf mich nun nochmals herzlich bedanken für diesen gelungenen Abend - auch im Namen aller Anwesenden. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!