Regierungserklärung

„Bildungsland Bayern – leistungsstark und gerecht“

Regierungserklärung des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Siegfried Schneider: „Bildungsland Bayern – leistungsstark und gerecht“


Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.


„Lernen ist Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück." (Benjamin Britten)
► Das gilt für den Einzelnen.
► Es gilt auch für die Bildungspolitik.

Deshalb entwickeln wir die bayerische Bildungspolitik ständig weiter:
mit Augenmaß, aber mit Entschiedenheit.

Die bayerische Bilanz kann sich sehen lassen!

Wem es in der Schulpolitik um Fakten geht und nicht um Ideologie, der muss das zur Kenntnis nehmen.

Bayern ist gut, Bayern ist besser als jedes andere deutsche Land!

Aber wir können und werden uns nicht ausruhen, wir wollen noch besser werden!

Das bayerische Schulwesen ist leistungsstark!
Das beweisen die PISA-Ergebnisse.

► Die bayerischen Schülerinnen und Schüler sind die Leistungselite in Deutschland.
Platz 1 in allen Kompetenzbereichen!

► Und international gehören sie zu den besten der Welt!

► Bayern weist von allen deutschen Ländern in allen Testbereichen die kleinste Risikogruppe auf - also Schüler, die nicht beziehungsweise nur schwach die grundlegenden Kompetenzen erworben haben. Und in drei Testbereichen die größte Spitzengruppe!

► Bayerns Hauptschüler erreichen oder übertreffen in einigen Kompetenzbereichen die PISA-Leistungen der Schüler von Integrierten Gesamtschulen in Berlin, Brandenburg und Hamburg.

► Die bayerischen Realschulen können sich mit den Gymnasien Berlins und Bremens messen - ob bei der Lesekompetenz oder in Mathematik.

Das bayerische Schulwesen ist aber nicht nur leistungsstark.
Es ist auch gerecht!

Ich nenne nur wenige Belege aus der PISA-Studie.

► Erstens: In Bayern besteht die geringste Koppelung von sozialer Herkunft und Leistungsniveau in allen Ländern Deutschlands. Bayern gehört damit zu den Ländern, die - ich zitiere aus PISA-2003:
„eine relativ schwache Kopplung von sozialer Herkunft und erreichter Kompetenz bei hohem Kompetenzniveau" aufweisen.

► Zweitens: Schüler mit Migrationshintergrund erzielen in Bayern bessere Leistungen als Migrantenkinder in allen anderen deutschen Ländern.

Entscheidend ist, was die Schüler am Ende wirklich können. Jeder muss so gut sein, dass er gebraucht wird!

Und genau das gelingt in Bayern am besten. Das belegen auch die Fakten aus dem nationalen Bildungsbericht 2008.

► Bayern erreicht den deutschen Spitzenwert beim Übertritt ins duale System! Das heißt:
In Bayern beginnen mit Abstand mehr Schulabgänger eine Ausbildung im dualen System als irgendwo sonst in Deutschland.
In Bayern sind es 59,1 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 43,5 Prozent.

► Umgekehrt gilt: In Bayern sind nur 25,9 Prozent der Schulabgänger zunächst auf das Übergangssystem angewiesen.
Im Bundesdurchschnitt sind es fast 40 Prozent!

► Knapp jeder zweite bayerische Schulabgänger ausländischer Staatsangehörigkeit schafft den direkten Übertritt ins duale System.
Im Bundesdurchschnitt ist es nur gut ein Viertel!
Das heißt: In Bayern haben Jugendliche mit Migrationshintergrund bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt als die Schüler mit und ohne Migrationshintergrund im Bundesdurchschnitt!

Ich zitiere aus dem PISA-Bericht:
„Für das lebenslange Lernen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist die erreichte Kompetenz ausschlaggebend, nicht die besuchte Schulart."

Die Arbeitsmarktzahlen vom Juni 2008 bestätigen dies eindrucksvoll.
► So beträgt in Bayern im Juni 2008 die Jugendarbeitslosigkeit gerade einmal 2,9 Prozent, bei den Unter-20-Jährigen nur mehr 1,9 Prozent.
► Damit steht Bayern zusammen mit Baden-Württemberg an der Spitze in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt sind es 6,4 Prozent!
► Die Jugendarbeitslosigkeit liegt im EU-Durchschnitt weit über 10 Prozent.
In Finnland liegt sie gar bei rund 15 Prozent!

Das bayerische Schulwesen ist leistungsstark und gerecht.

Das liegt auch daran, dass wir jedem Schüler Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Den Haupt- und Förderschülern ganz genauso wie den Realschülern und den Gymnasiasten.
- Anrede -

► Jedes Kind ist unterschiedlich.
► Jedes hat seine Begabungen und Talente.
► Jedes muss diese bestmöglich einbringen.
Wir bieten nicht allen Kindern das Gleiche.
Wir bieten jedem Kind das ihm Gemäße!

Das vielfältig gegliederte bayerische Schulwesen bietet die beste Grundlage, allen Kindern individuell gerecht zu werden.

Wer das als ungerecht bezeichnet, der beweist: Er ist in einem völlig veralteten, ideologischen Denken steckengeblieben.
► In einem Klassendenken, in dem es um „oben" und „unten" geht.
► In einem Klassendenken, in dem der „Obere" mehr wert ist als der „Untere".

Professor Nida-Rümelin - und der gehört immerhin der SPD an! - hat im Februar 2008 in der SZ geschrieben: „Wir müssen die Idee einer Hierarchie von Bildungsabschlüssen aufgeben. Es gibt kein Oben und Unten, sondern es gibt ein breites Spektrum von Wegen in den Beruf, die unterschiedliche Begabungen und Interessen spiegeln. Wir sollten den Begriff der ‚sozialen Selektivität' einmotten. Er ist [...] einer überkommenen Bildungsideologie verhaftet. Die dünkelhafte Herabsetzung handwerklicher und technischer Begabungen und Interessen sollte endlich der Vergangenheit angehören."

Das bayerische Schulwesen ist leistungsstark und gerecht.
Denn in Bayern gilt: „Kein Abschluss ohne Anschluss!"

Das heißt: Jeder Abschluss bietet Chancen zu einer weiteren schulischen oder beruflichen Qualifikation. Es gibt keine Sackgassen im bayerischen Bildungswesen. Der Weg zu höheren Bildungsabschlüssen steht jedem offen! Bis zur Hochschulreife!

Das sieht man auch außerhalb Bayerns. So schreibt der Bildungsjournalist Reinhard Kahl: „Wer Bayern verstehen will, muss den aufs Gymnasium fokussierten Blick zurückstellen und den Gedanken aufgeben, dass die Quote traditioneller Gymnasiasten das entscheidende Gütekriterium des Schulsystems sei. Dann sieht man, dass 42 Prozent der Studienanfänger in Bayern die Hochschulreife [...] über Fachoberschulen und Berufsoberschulen erreicht haben. [...] Stärker auf Anschlüsse achten und weniger auf Abschlüsse fixiert sein, so könnte eine bayerische Lektion lauten."

Es gibt in Bayern vielfältige Aufstiegs- und Anschlussmöglichkeiten für alle.
Wir messen Bildungserfolg nicht an der Übertrittsquote zum Gymnasium!

Nur ein Beispiel: Sie können es in der neuesten Ausgabe der Verbandszeitschrift der Lehrer an beruflichen Schulen nachlesen:
„Ein Hauptschüler wird Landessieger."

Dirk Sch. aus Goldbach besuchte die Hauptschule.
► Nach der neunten Klasse wechselte er in die Nachbargemeinde Hösbach und machte dort am M-Zug den mittleren Schulabschluss.
► Die Kammerprüfung als Informationselektriker schloss er als Bezirkssieger in Unterfranken ab.
► Auch den bayerischen Landesentscheid konnte er gewinnen.
► Nun hat er sich - mit gerade einmal 21 Jahren - zum Meisterkurs eingeschrieben.

Er hat damit beste berufliche Perspektiven oder kann mit dem Meisterbrief auch das Studium an der Fachhochschule ergreifen.

Das ist Bildungserfolg!

Der Autor schließt: „Ein Kompliment übrigens an die Eltern. Sie behielten einen klaren Kopf als es zunächst nicht so lief, wie erträumt. Sie zwangen den Filius auch nicht in die Nachhilfe, reagierten einfach mit Geduld, holten fachlichen Rat ein und wussten, dass ihr Sohn ein Spätentwickler war. Und sie setzten vertrauensvoll auf den beruflichen Bildungsgang."

- Anrede -

Bayern ist gut! Bayern ist besser als jedes andere Land in Deutschland.
Aber wir wollen noch besser werden!

Deshalb werden wir die Bildung in Bayern weiter konsequent stärken.

Ich nenne nur fünf Schwerpunkte:

1. Wir verbessern die Rahmenbedingungen für Unterricht und Erziehung an unseren Schulen.

Bessere Rahmenbedingungen - das heißt: Mehr Lehrer!
► Von 1999 bis 2008 sind in unseren Schulen zusätzliche Lehrerkapazitäten im Umfang von 9.139 Stellenäquivalenten geschaffen worden!
► Allein im laufenden und im kommenden Schuljahr haben wir 2.245 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen!
► Von 2002/2003 bis 2006 ist die Zahl der Schüler um 0,2 Prozent gestiegen. Die Zahl der Lehrer um 2,8 Prozent!

Bessere Rahmenbedingungen - das heißt: Abbau der großen Klassen!

Wir haben damit schon in diesem Schuljahr begonnen.
Und wir setzen dies im kommenden Schuljahr konsequent fort.
► In Grund- und Hauptschule wird es zum nächsten Schuljahr keine Klasse über 30 Schüler mehr geben.
► An Realschule und Gymnasium keine Klasse über 33 Schüler!
► Dafür stellen wir 154 zusätzliche Lehrerstellen im laufenden Schuljahr bereit - und 877 Lehrerstellen im kommenden Schuljahr.
Mein Ziel ist eine schrittweise Reduzierung der Schülerhöchstzahl pro Klasse bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode.

► An weiterführenden Schulen auf nicht mehr als 30 Schüler pro Klasse.

► Und an Grundschulen auf nicht mehr als 25 Schüler pro Klasse.

► In Klassen mit einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund werden wir die Klassengrößen in allen Schularten auf maximal 28 Schüler begrenzen, wenn über 25 Prozent einen Migrationshintergrund haben, und auf 25 Schüler, wenn es über 50 Prozent sind.

Bessere Rahmenbedingungen - das heißt: Intensive Deutschförderung für alle Kinder mit Sprachdefiziten.

In Bayern haben wir bereits 2005/2006 eine verpflichtende Sprachstandsdiagnose eingeführt.

Intensive Deutschförderung beginnt in Bayern schon im Kindergarten - nämlich mit den Vorkursen Deutsch.
► Bisher haben die Kinder hier 160 Stunden Deutschförderung erhalten. Ab nächstem Schuljahr werden es 240 Stunden sein.
Das heißt im letzten Jahr vor der Einschulung: täglich eine Stunde Deutsch!
► In diesem Jahr werden über 15.000 Kinder in über 1.800 Gruppen in ihrer Sprachkompetenz gefördert.

Die Schulen bauen mit ihren Deutschförder-maßnahmen auf den Vorkursen auf, in Deutschförderklassen und Deutschförder-kursen. Dafür stellen wir insgesamt weit über 700 Lehrerstellen bereit.

2. Der zweite Schwerpunkt ist die Ganztagsschule!

Seit 2002/2003 haben wir mit dem konse-quenten Aufbau eines Ganztagsangebots begonnen. Im Schuljahr 2007/2008 gibt es rund 800 offene Ganztagseinrichtungen in Bayern für rund 45.600 Schüler, außerdem 222 gebundene Ganztagsschulen, darunter allein 161 im Hauptschulbereich.

Für das kommende Schuljahr haben wir alle Anträge auf Einrichtung einer Ganztagsschule genehmigt.

► Das sind weitere gebundene Ganztagsschulen an 175 Hauptschulen und 30 Förderschulen!

► Und wir haben allen Anträgen auf offene Ganztagsschulen im kommenden Schuljahr entsprochen.

► Außerdem können wir im kommenden Schuljahr rund 3.400 Gruppen der Mittagsbetreuung an Grundschulen fördern - 1.700 davon mit der neuen Möglichkeit der verlängerten Betreuung bis 16 Uhr.

Am 24. Juni haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt.

Wir werden in Bayern ein bedarfsgerechtes, flächendeckendes Ganztagsschulangebot an allen Schularten aufbauen.

Gebundene Ganztagsschulen als Angebot, nicht als Zwang.

► Für Grundschule, Hauptschule und Förderschule grundsätzlich in allen Jahrgangsstufen.

► Und für Realschule und Gymnasium in den Jahrgangsstufen 5 und 6.

Dazu kommen noch die Angebote der offenen Ganztagsschule.

Mit dem weiteren Ausbau der gebundenen Ganztagsschule in Grund- und Förderschulen werden wir 2009/2010 einsteigen. In Realschule, Gymnasium und Wirtschaftsschule im Laufe der kommenden Legislaturperiode.

3. Der dritte Schwerpunkt ist die individuelle Förderung. Mein Motto ist: „Alle Kinder fördern!"
Deshalb haben wir die individuelle Förderung in allen Schularten gestärkt.
Dadurch ist es uns gelungen, die Zahl der Pflichtwiederholer deutlich zu senken.
► In der Hauptschule um 36 Prozent seit 2000/2001 (von 2,1 % auf 1,4 %).
► In der Realschule um 35 Prozent (von 4,8 % auf 3,1 %).
► Und am Gymnasium um 45 Prozent (von 3,1 % auf 1,7 %)!

Wir fördern die Schwachen.
Und wir fordern die Starken.
Nur beides zusammen ist Chancengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit.

Deshalb werden wir auch die Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern verstärken.
► Wir werden die Diagnostik von besonderen Begabungen verbessern.
► Wir werden das Beratungsangebot ausbauen.
► Wir werden die Fördermaßnahmen ausweiten und intensivieren.
● Etwa durch die Förderung von besonderen Begabungen an Grundschulen.
● Oder durch die Einrichtung eines Hochbegabtenzuges an einem Gymnasium in jedem Regierungsbezirk.
► Und wir werden unsere Maßnahmen zur Begabtenförderung wissenschaftlich begleiten und evaluieren.

4. Der vierte Schwerpunkt ist die Stärkung unseres vielfältig gegliederten Schulwesens!

Ich will, dass alle Säulen in unserem Schulwesen in Bayern stark und leistungsfähig sind.

Das heißt: ein starkes Gymnasium, das kindgerecht und leistungsorientiert ist.

Dazu haben wir gemeinsam mit den Eltern und Lehrkräften einen verlässlichen Rahmen für die weitere Entwicklung geschaffen.
► Wir werden Belastungen vermindern.
► Wir werden die Qualität des bayerischen Gymnasiums sichern.
► Und wir werden die individuelle Förderung ausbauen.

Das heißt: eine starke Realschule, die alle Wege öffnet - ob duale Berufsausbildung oder Abitur!

Die bayerischen Realschulen leisten hervorragende Arbeit! Deshalb sind sie auch für Schüler so attraktiv.
Über 50 Prozent der Schüler der 5. Klasse Realschule hätten aufgrund ihrer Leistungen und Fähigkeiten genauso gut auf das Gymnasium übertreten können.
Aber gemeinsam mit ihren Eltern wählen sie die bayerische Realschule.

Das heißt: eine starke Hauptschule als die Schule für Handwerk, Technik und soziale Berufe.

Die bayerische Hauptschule hat Zukunft. Sie ist keine Restschule!

Wir stehen ohne Wenn und Aber zu unseren Hauptschulen, auch den einzügigen - gemeinsam mit unseren Partnern von der bayerischen Wirtschaft: Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und Verband der bayerischen Wirtschaft!

Die Forderung, die Hauptschule abzuschaffen, löst keine Probleme, wie der Bildungsbericht 2008 eindrucksvoll belegt.
Wir werden alles dafür tun, sie stark zu machen. Und mit ihr die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule!

Noch verlassen 7 Prozent der Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss.
Vor einigen Jahren waren es noch gut 10 Prozent.
Hier müssen und werden wir uns weiter anstrengen.
Mein Ziel ist: Alle Schülerinnen und Schüler sollen die Hauptschule mit der Ausbildungsreife und einem Schulabschluss verlassen.
Das ist unser Anspruch.

Und wir qualifizieren Hauptschüler, die jetzt noch nicht ausbildungsreif sind oder nicht sofort eine Lehrstelle gefunden haben, gezielt weiter - in Kooperation mit der Wirtschaft.

Ab 2008/2009 stellen wir dazu ein differenziertes Angebot mit insgesamt 7.000 Plätzen bereit.
► Das Berufsvorbereitungsjahr - BVJ für 3.000 Schüler, die noch nicht über die notwendige Ausbildungsreife verfügen.
► Das Berufseinstiegsjahr - BEJ für 3.000 ausbildungsreife Schüler, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation keinen Ausbildungsplatz erhalten haben.
► Und das Berufsintegrationsjahr - BIJ für bis zu 1.000 Schüler, die noch nicht ausbildungsreif sind und erhöhten Sprachförderbedarf haben.

- Anrede -

Das bayerische Schulwesen gewährleistet Bildungsgerechtigkeit durch begabungs-gerechte Förderung in einem vielfältig gegliederten Schulwesen.

Es ist den Einheitsschulen und Gesamtschulen in Deutschland haushoch überlegen, wie alle Studien belegen.

Deshalb schreibt Prof. Dr. Eckhard Klieme, der kommende deutsche PISA-Chef, letzten Monat als Konsequenz aus dem Bildungsbericht 2008 in der „Welt": „Bloß keine Einheitsschule!"

Die Badische Zeitung vom 20. Juni 2008 berichtet unter dem Titel „Die Einheitsschule verpasst den Anschluss" über die französische Gesamtschule.

„Leider erfüllt die Einheitsschule immer weniger den Anspruch an eine fundierte Qualifikation für den Arbeitsmarkt [...]. Es sind die Schwächeren, die den Preis der Einheitsbehandlung zahlen."

Und wer es sich leisten kann, flieht vor den staatlichen Einheitsschulen hin zu teueren privaten Schulen, in Frankreich genauso wie in England!
Das ist weder sozial noch gerecht!


Und deshalb findet die Einheitsschule in Deutschland auch keine Zustimmung bei den Menschen. So hat eine repräsentative Umfrage von DL und DPhV eindeutig gezeigt:
► 60 Prozent der Bürger in Deutschland sind gegen die Einführung der Einheitsschule.
► Das Gleiche war übrigens auch das Ergebnis des Bürgergutachtens, das die Bayerische Staatsregierung vor Kurzem in Auftrag gegeben hat.

5. Der fünfte Schwerpunkt ist, die Durchlässigkeit im Schulwesen weiter auszubauen!
Dabei steht vor allem der Bereich der beruflichen Bildung im Mittelpunkt.

Wir werden zum kommenden Schuljahr die Berufliche Oberschule einführen - als zweiten, gleichwertigen Weg zur Fachhochschulreife, zur fachgebundenen Hochschulreife oder zur allgemeinen Hochschulreife.

Ab dem Schuljahr 2008/2009 haben alle FOS und BOS die Möglichkeit, eine 13. Jahrgangsstufe zum Erwerb der Hochschulreife einzurichten!

Uns geht es darum, dass die jungen Menschen optimalen Bildungserfolg haben. Deshalb öffnen wir nicht nur Wege, sondern stellen auch sicher, dass diese Wege erfolgreich gegangen werden, mit vielfältigen Übergangshilfen und Brückenangeboten.

Für besonders leistungsfähige junge Menschen schaffen wir Möglichkeiten, gleichzeitig zur Berufsausbildung die Fachhochschulreife zu erwerben.
► Etwa im Rahmen von „Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife - DBFH".
► Und ab nächstem Schuljahr im Rahmen von „Berufsschule plus - BS+".

Und schließlich erweitern wir den Hochschulzugang für Meister, Techniker und gleichgestellte Absolventen.
Sie alle können ab dem kommenden Wintersemester an einer Fachhochschule studieren.


- Anrede -

Bayern ist gut, besser als jedes andere Land in Deutschland. Aber wir sind noch nicht am Ziel!

Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schüler in Bayern beste Chancen auf Bildungserfolg haben!

► Deshalb intensivieren wir in die sprachliche Förderung vor und in der Schule, um allen Schülern bestmögliche Startchancen zu geben.

► Deshalb fördern wir konsequent, um die Wiederholerzahlen weiter zu senken und die Zahl und Qualität der Abschlüsse zu steigern.

► Deshalb stärken wir die berufliche Bildung, um die Zahl der Hochschulzugangs¬berechtigungen weiter zu erhöhen.


- Anrede -

Bildungspolitik ist die Sozial- und Wirtschaftspolitik des 21. Jahrhunderts!

Deshalb stehen bei uns die Kinder im Mittelpunkt. Es kommt auf jeden an.
► Auf jedes Kind. Jeden Jugendlichen.
► Und auf alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern.

Denn Bayern ist ein Bildungsland!

Bayern ist das Bildungsland in Deutschland - leistungsstark und gerecht.