Rede

Münchner Balkantage 2011

Datum der Rede: 11.11.11 Rednerin/Redner: Staatsministerin Emilia Müller

Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.

- Anrede -

seien Sie herzlich willkommen in München. Ich freue mich, dass die Münchner Balkantage wieder so viele Interessenten angezogen haben.

Der Balkan ist eine Region im Aufbruch. Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Ostblocks und nach dem Zerfall Jugoslawiens sind die Staaten des Balkans auf dem Weg nach Europa.

Wir in Bayern pflegen eine enge Freundschaft mit den Menschen und Völkern des Balkanraums. Dafür stehen die „Münchner Balkantage 2011“. Ich habe sehr gerne die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen.

Der Balkan ist eine Region mit Zukunft in Europa:

  • Kroatien steht unmittelbar vor der Mitgliedschaft in die Europäische Union. Der Beitrittsvertrag soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.
  • Mazedonien und Montenegro sind Kandidaten zur Aufnahme in die EU.
  • Serbien, Albanien, Bosnien und Herzegowina und Kosovo sind potenzielle Beitrittskandidaten.

Ich begrüße den Reformwillen dieser Länder und ihre feste Absicht, die Beitrittskriterien zu erfüllen. Das ist ein klares Bekenntnis zu Europa!

Dabei muss man die Etappenziele realistisch setzen. Die Fortschritte in den einzelnen Ländern sind sehr unterschiedlich, wie uns der letzte Bericht der Kommission gezeigt hat. Entscheidend ist für mich aber, dass der politische Wille zur Integration bleibt und wir gemeinsam immer weiter an den Perspektiven arbeiten. Gerade für Serbien wünsche ich mir, dass es sehr geradlinig den Weg Richtung EU geht. Die Konfliktsituation zwischen Serbien und dem Kosovo muss dafür beendet werden. Ich habe keinerlei Verständnis dafür, wenn - egal von wem - unklare Verhältnisse toleriert werden und dadurch Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden.

Sehr verehrte Frau Klepo,

Sie engagieren sich schon seit vielen Jahren für das menschliche Miteinander zwischen unseren Völkern. Ihr Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ hat vielen Kriegsflüchtlingen aus Bosnien ein neues Leben bei uns ermöglicht. Mit den „Balkantagen“ schaffen Sie ein Forum der Begegnung zwischen Bayern und den Ländern des Balkan.

Sehr geehrter Herr Professor Brunnbauer,

das Regensburger Südostinstitut steht

  • für wegweisende Forschungen zu Geschichte und Gegenwart des Balkanraums,
  • für unsere bayerische Balkan-Kompetenz,
  • für beste Kontakte zu unseren Partnern und Freunden im gesamten Balkanraum.

Der heutige Abend ist der beste Beweis für das erstklassige Netzwerk Ihres Instituts. Sie haben hochrangige Experten nach München geholt, um über die Perspektiven einer demokratischen Kultur auf dem Balkan zu diskutieren.

- Anrede -

Die Balkantage finden völlig zu Recht in München statt. Für viele Menschen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, Griechenland, Bulgarien oder Albanien ist Bayern in den letzten Jahrzehnten zur „zweiten Heimat“ geworden. Darauf sind wir stolz! Gerade hier in München können wir die Lebensfreude und die kulturelle Vielfalt des Balkanraumes auf vielerlei Weise erleben.

Die Zuwanderer bereichern das öffentliche Leben in unserer Heimat. Und sie bauen menschliche Brücken zwischen Bayern und den Ländern des Balkans.

Auf politischer Ebene pflegen wir seit Jahrzehnten eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern im Balkanraum:

  • Gemeinsam mit Kroatien, Serbien, Bulgarien und Mazedonien arbeiten wir in bilateralen Regierungskommissionen und bringen viele gemeinsame Projekte auf den Weg.
  • Mit anderen Staaten stehen wir ebenfalls in einem fruchtbaren Austausch. So haben sich heuer Kommunalpolitiker aus Bosnien und Herzegowina und Albanien in Bayern über unsere Wasserwirtschaftskonzepte informiert.
  • Anfang Dezember soll die Bayerische Vertretung in Berlin Schauplatz eines Treffens der Außenminister der Balkanstaaten auf Einladung des Aspen-Institutes werden.

Wir werden unsere guten und engen Beziehungen zum südosteuropäischen Raum weiter fördern. Bayern bleibt auch in Zukunft verlässlicher Partner und Freund der Länder auf dem Balkan. Wir schaffen Zukunft durch Zusammenarbeit. Und Zusammenarbeit braucht das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch.

"Donau – wohin?" Vor zwei Wochen hat die donumenta in Regensburg unter Mitarbeit des Südostinstituts und unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten über diese Frage diskutiert. Liebe Doris, Du hast in Deinem bemerkenswerten Eröffnungsvortrag zu Recht daran erinnert, dass wir nicht immer spektakuläre Großprojekte brauchen, sondern vielmehr Vorhaben, die Menschen immer wieder ganz konkret verbinden und zusammenführen.

Die Balkantage sind dafür glaube ich ein hervorragendes Beispiel. Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Gelingen und freue mich auf einen interessanten und erlebnisreichen Abend mit Ihnen.