Wirtschaft

Mittelstandspakt Bayern

Logo des Mittelstandspaktes
Logo des Mittelstandspaktes

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil haben den am 22. Juni 2009 gestarteten, bundesweit einmaligen "Mittelstandspakt Bayern" als Meilenstein einer modernen und zukunftsorientierten Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik gewürdigt: "Mit dem Pakt wollen wir gerade in der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ein klares und bewusstes Signal zur Unterstützung unseres Mittelstandes in seiner ganzen Breite setzen." Mehr als 50 Partner konnte die Bayerische Staatsregierung gewinnen. Ihre gemeinsamen Ziele:

1. Die kleinen und mittleren Unternehmen durch gute und mittelstandsgerechte Rahmenbedingungen und ergänzende, maßgeschneiderte Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten in die Lage zu versetzen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.

2. Die mittelständischen Unternehmen umfassend und transparent über Hilfs- und Förderangebote zu informieren und die Vorstellungen der mittelständischen Wirtschaft konsequent in die Weiterentwicklung des mittelstandspolitischen Ordnungsrahmens und der öffentlichen Förderangebote einzubringen.

3. Bayerns Spitzenposition als Mittelstandsland Nr. 1 in Deutschland abzusichern und weiter auszubauen.

Der Mittelstandspakt steht auf vier Säulen mit 16 Zielen und einer Vielzahl an Projekten und Initiativen:

Säule 4: Informieren und kommunizieren

Informieren

Angesichts verbesserter Konditionen und der unterschiedlichen Förderebenen der Länder, des Bundes und der EU besteht bei den Unternehmen ein hoher Informationsbedarf. Hilfen bereitstellen alleine reicht nicht. Sie müssen den Unternehmen auch bekannt gemacht werden. Die Paktpartner werden den Mittelstand daher umfassend und transparent über die vorhandenen Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten informieren. Folgende Maßnahmen werden gemeinsam umgesetzt:

  • Gemeinsame Informationsveranstaltungen ausgewählter Paktpartner insbesondere zur Mittelstandsfinanzierung in allen bayerischen Regierungsbezirken.
  • Gemeinsame Errichtung eines neuen Informationsportals für den Mittelstand im Internet unter Federführung des StMWIVT.
  • Neue Förderbroschüre des StMWIVT mit den wichtigsten Ansprechpartnern für Hilfen für den Mittelstand und Existenzgründer in Bayern.
  • Eine besondere Rolle für die Information der Unternehmen im Bereich Mittelstandsfinanzierung kommt den Kreditinstituten zu. Sie werden ihre Kunden im Hinblick auf die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Förderbanken und die Bürgschaftsbank Bayern GmbH beraten.
  • Speziell für den Bereich Innovations- und Technologieförderung wird das Bayerische Wirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle schaffen, die mit allen Akteuren in diesem Bereich, u. a. der Technologie- und Innovationsberatungsagentur Bayern e. V. (TIBAY), eng zusammenarbeitet.
  • Um die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung noch bekannter zu machen, sind neben den bisherigen Aktivitäten der Partner der bayerischen Außenwirtschaftsförderung u. a.
    folgende zusätzliche Maßnahmen geplant bzw. bereits umgesetzt:
    - Neue Veranstaltungsreihe „Exportland Bayern". Hier sind gemeinsam mit Bayern International und den Organisationen der gewerblichen Wirtschaft Informationsveranstaltungen vor allem für Exportneueinsteiger in allen Regierungsbezirken geplant.
    - Neuer Exportleitfaden für die Dienstleistungsbranche gemeinsam mit dem BIHK.
    - Spezielle Informationsveranstaltungen für die Dienstleistungsbranche u. a. für IT-Dienstleister, mit den Kammern, den einschlägigen Verbänden der Dienstleistungswirtschaft und dem IT-Cluster sowie für Ingenieure und Architekten gemeinsam mit der Ingenieurekammer-Bau und der Bayerischen Architektenkammer.
    - Verstärkte Einbindung der Kreditinstitute aber auch anderer geeigneter Multiplikatoren im Kreis der Paktpartner in die Bewerbung der Instrumente der Außenwirtschaftsförderung.

 

Kommunizieren


Gute Mittelstandspolitik ist auf Expertenrat und Hinweise aus der betrieblichen Praxis angewiesen. Der enge und regelmäßige Kontakt zu den Organisationen der Wirtschaft und der freien Berufe sowie den Unternehmen ist unerlässlich, um Förderin-strumente auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen, mittelstandsrelevante Gesetzesvorhaben zu begleiten und rasch auf vorhandene Problemlagen in der Wirtschaft reagieren zu können. Deshalb soll die Kommunikation über die bestehenden guten Kontakte hinaus durch folgende Maßnahmen verbessert werden:

  • Zu wichtigen Wirtschaftsthemen wird das StMWIVT anlassbezogen Unternehmensvertreter und Angehörige der freien Berufe zu Gesprächsrunden mit der politischen Spitze einladen, in denen gezielt Lösungskonzepte erarbeitet werden.
  • Die bayerische Mittelstandspolitik baut auf die umfassenden Kenntnisse der Kammern und Verbände. Das StMWIVT pflegt seit Jahren einen regelmäßigen, offenen und konstruktiven Austausch mit den Organisationen der Wirtschaft zum Wohle des bayerischen Mittelstandes. Dieser Dialog soll künftig weiter intensiviert
    und in Form von Spitzengesprächen auch mit den freien Berufen institutionalisiert werden.
  • Gemeinsam mit den Partnern wird ein „Netzwerk Mittelstandspakt" etabliert. Ein gemeinsames Mittelstandsportal im Internet und im Bedarfsfall Ad-hoc-Arbeitsgruppen zu wichtigen aktuellen Themenschwerpunkten der Paktpartner gehören zum Aktionsprogramm dieses Netzwerks.
  • Die Paktpartner kommen überein, Lage und Perspektiven des Mittelstandes in Bayern im Rahmen von spezifischen Arbeitsgruppensitzungen zu bewerten. Die gemeinsamen Maßnahmen und Initiativen zur Stärkung und zum Erhalt des mittelständischen Fundaments in Bayern sollen regelmäßig auf ihre Effektivität überprüft und gegebenenfalls angepasst oder ergänzt werden.