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Regierungserklärungen

BAYERN DIGITAL
Innovation fördern, Wachstum sichern

Regierungserklärung der Bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner am 7. Mai 2015 vor dem Bayerischen Landtag

– Es gilt das gesprochene Wort –

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Regierungserklärung BAYERN DIGITAL – Innovation fördern, Wachstum sichern

Anrede,

bis zum Jahr 2000 hat die Welt zwei Exabyte neue Informationen generiert – das sind 2 Milliarden Gigabyte. Heute werden mehr Daten an einem einzigen Tag erzeugt. Die Digitalisierung revolutioniert unser Leben. Die Digitalisierung revolutioniert unsere Arbeit. Und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit.
Es ist die vierte Stufe der industriellen Revolution:
Erst die Dampfmaschine, dann die Fabriken mit Fließband und Massenproduktion, danach der Computer und jetzt Industrie 4.0 – das Internet der Dinge.
Wir befinden uns mitten in einem historischen Umbruch.

Neue Daten werden gewonnen, gefiltert, verwertet. Und das bringt neue Geschäftsmodelle hervor: Basierend auf bloßer Vernetzung und oftmals an der Börse mehr wert als viele große industrielle Unternehmen.
Das bringt ganze Branchen zum Wackeln.

50 Milliarden Geräte werden weltweit in fünf Jahren digital vernetzt sein.

Maschinen werden in der Produktion miteinander kommunizieren, dabei Fehler und Risiken minimieren, Energie sparen und mehr Wertschöpfung möglich machen. Es ist eine Herausforderung für die Arbeits- und Lebenswelt – und, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir in Bayern nehmen diese Herausforderung entschlossen an!

Der BDI rechnet deutschlandweit mit einem Plus von bis zu 425 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren durch die Digitalisierung.
Gemessen an unserer Wirtschaftskraft wären das 75 Milliarden Euro für Bayern.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir wollen und wir werden diese Chance für Bayern nutzen – und: wir können es auch!

Die Region München ist heute in Europa die Nummer eins bei den Informations- und Kommunikationstechnologien – vor London und Paris.
Ganz Bayern zählt heute zu den Top 3- Industriestandorten in der Welt.
Und: Wir haben heute die niedrigste Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Das sind die Kennzeichen des Wirtschaftsstandortes Bayern. Wir sind stolz darauf und wir wollen auch in Zukunft stolz darauf sein können!

Deshalb ist unsere Schlüsselaufgabe, unser Land fit zu machen für die Digitalisierung:
Wir sollten nicht fragen:
Was macht die Digitalisierung mit uns?
Sondern: Wie gestalten wir die Digitalisierung?
Und deshalb werde ich in den kommenden vier Jahren die Digitalisierung mit einer halben Milliarde Euro im Freistaat voranbringen.
Das sind 200 Millionen Euro mehr als bisher geplant.
Neben der Infrastruktur fördern wir jetzt noch mehr das Know-how.
Das haben wir in der Staatsregierung so vereinbart – und gemeinsam mit Ihnen werde ich das voranbringen. Innovation fördern, Wachstum sichern – das ist die Devise. Und deshalb stelle ich Ihnen heute meine 10-Punkte für BAYERN DIGITAL vor.

Punkt eins:
Wir werden noch vor der Sommerpause das Zentrum Digitalisierung.Bayern in Garching eröffnen. Wir bündeln die Kompetenzen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, von Unternehmen und Gründern.

  • Mit Prof. Broy haben wir einen hochrangigen Gründungspräsidenten gewonnen.
  • 20 neue Professuren und Forscherteams, verteilt über ganz Bayern, werden neue Erkenntnisse liefern.
  • Fünf Plattformen werden unsere Wirtschaft im gesamten Land auf Schlüsselfeldern für die Digitalisierung fit machen: Ideen einspeisen, Projekte initiieren und Kooperationen mit der Wirtschaft fördern. Neue Technologien werden erforscht und erprobt – im Mittelstand und in den Großkonzernen. Erste Projekte sind gerade in der Bewilligungsphase!

Die erste Plattform soll die Industrie 4.0 mitprägen: Über das Internet oder firmeninterne Netzwerke werden Menschen, Maschinen, Produkte und ganze Unternehmen miteinander verbunden.
Deshalb wird es in der Automobilindustrie in Zukunft anders laufen: Bestellung, Design, Konfiguration, Planung und Produktion eines Autos werden miteinander verzahnt.

Staatsministerin Ilse Aigner besichtigt ein Kuka-Roboter.vergrößernDamit können individuelle Wünsche des Kunden rasch und quasi in Serie erfüllt werden.
Die Bestellungen für Einzelteile werden autonom an die Zulieferer übertragen, die benötigten Teile entsprechend hergestellt und punktgenau in den Produktionsprozess eingespeist.
Das sind dynamische Wertschöpfungsketten der Industrie 4.0 und diese werden die Fabrik der Zukunft prägen.
Wir wollen, dass die Fabriken der Zukunft in Bayern stehen!

Die zweite Plattform: Vernetzte Mobilität.
Die Vernetzung zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln wird neue Möglichkeiten und Konkurrenzen schaffen.
Das wird auch eine Herausforderung für die Automobilbauer.
Deren Weltmarken sind bei uns zuhause.
Ihre Fahrzeuge werden künftig komplett in Kommunikationsnetze eingebettet sein:
Sie werden den Verkehr effizienter machen, weil sie Staus vermeiden helfen.

Wir werden die Teststrecke für autonomes Fahren zwischen München und Nürnberg mit der A9 vor der Haustür haben. Ich will mit IT-Plattformen und Telekommunikationsnetzen helfen, die Lücke zwischen Theorie und serienreifer Anwendung rasch zu schließen.
Wir wollen, dass auch in Zukunft die besten und intelligentesten Autos in Bayern gebaut werden!

Plattform Digitale Gesundheit: Wir werden in der Medizintechnik gewaltige Fortschritte erleben.
Etwa ab 2016 durch die Zukunftsfabrik in Würzburg, beim Süddeutschen Kunststoffzentrum.
Mit modernsten 3D-Scan- und 3D-Drucktechniken werden dort orthopädische Prothesen für Kinder entwickelt.
Das spart Kosten, aber vor allem erspart es schmerzhaftes und aufwendiges Anpassen.
Digitalisierung kann auch Leid mindern!

Wir werden die Gesundheitswirtschaft und IT in Bayern zusammenführen.
Mit dem Medical Valley in Erlangen haben wir ein international erfolgreiches Spitzencluster.
Wir wollen, dass in Bayern die Gesundheitsversorgung der Zukunft wirkt!

Plattform Energie: Smart Grids sind notwendig, um erneuerbare Energiequellen einzubinden, um sie effizient zu nutzen und mit Verbrauch und Speichern zu koordinieren.
Ich werde das mit einem 10.000-Häuser-Programm unterstützen und so den Einstieg in innovative, digital gesteuerte Stromnetze beschleunigen.
Wir in Bayern wollen die Stromversorgung der Zukunft zum Einsatz bringen!

Staatsministerin Ilse Aigner während ihrer Regierungserklärung.vergrößernDie fünfte Plattform IT-Sicherheit ist mir später einen Extrapunkt wert.
Durch die Plattformen entstehen Projekte, die gerade auch für den Mittelstand die enormen Chancen der Digitalisierung verständlich und nutzbar machen.
Weitere Plattformen können schrittweise hinzukommen.
Nun ist das ZD.B das größte Kooperationsobjekt zur Digitalisierung in ganz Deutschland!

Punkt zwei: Bildung.
Wir brauchen eine Kette digitaler Ausbildung.
Ich schlage deshalb einen „Masterplan Digitale Bildung“ vor. Die Lebens- und Arbeitswelt wird sich fundamental verändern.

Deshalb sage ich: Digitale Endgeräte dürfen künftig in der Schule nicht nur im Informatikunterricht eine Rolle spielen. Wir brauchen die Digitalisierung als Kulturtechnik und Querschnittsaufgabe.
Jedes Kind sollte im Besitz eines Medienführerscheins sein. Jedes Kind sollte in der Schule eine digitale Lernumgebung vorfinden.
Es muss in den Schulen heißen: Raus aus der Kreidezeit – ran an Whiteboards und Tablets!

Aber es geht um noch mehr: Programmiersprachen sind heute genauso wichtig wie Fremdsprachen.
Das zeigen auch die neuen, attraktiven Berufsbilder, die einen Topwirtschaftsstandort prägen: Big-Data-Analyst, Content-Manager oder Webdesigner.
Da müssen sich auch die berufliche Bildung und die Universitäten anpassen.
Daneben müssen wir die Einstellung zum Unternehmertum verbessern – das ist eine Haltungsfrage!

Und damit komme ich zum dritten Punkt:
Bayern soll sich zum Top-Gründerland in Deutschland entwickeln.
1.000 neue Unternehmen im IT-Bereich peilen wir bis 2020 an – zusätzlich zu den traditionellen und technologieorientierten Gründern aus anderen Sparten.

Wir brauchen diese Dynamik – und deshalb optimieren wir die Bedingungen für Startups – konsequent, Schritt für Schritt.
Für die Finanzierung haben wir eine neue Fondsgeneration bei Bayern Kapital und einen Wachstumsfonds aufgelegt. Damit lässt sich bis zu einer halben Milliarde Euro an Beteiligungskapital für High-Tech-Gründer in Bayern mobilisieren.
Das ist deutschlandweit ein einzigartiger Schub für die Gründerfinanzierung und wir erwarten, dass der Bund endlich die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen verbessert!

Wir bauen das WERK1.Bayern in München aus zu einem Gründerzentrum für Internet und digitale Medien.
Wir kümmern uns um bezahlbare Büroräume.
Wir stellen moderne Labors.
Und wir bilden Netzwerke.

Es ist eine Blaupause.
Denn wir werden in die Fläche gehen:
Mein Ziel ist ein Zentrum für digitale Gründer in jedem Regierungsbezirk von vergleichbarem Format.
Interessierte Standorte in ganz Bayern sollen sich bewerben: das gilt auch für bestehende Gründerzentren.
Wir werden hier investieren: in digitale Gründerzentren in ganz Bayern!

Punkt vier:
Ein erfolgreiches digitales Öko-System in Bayern muss international vernetzt und international sichtbar sein. Deshalb sorgen wir dafür, dass Bayern in den weltweiten Partnerländern bei Delegationsreisen, auf Messen und mit Auslandsrepräsentanzen einen starken Auftritt hat.

Digitale Gründer müssen ihren Blick schon frühzeitig auf globale Märkte ausrichten, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Wir wollen ihnen den Zugang verschaffen zu Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft in anderen digitalen Leitregionen der Welt.

Wir werden zudem über Invest in Bavaria die Sichtbarkeit Bayerns als führenden Standort in der Digitalwirtschaft erhöhen und weitere digitale Unternehmen anwerben: zum Beispiel über Businessmatchings. Dabei bringen wir unsere Flaggschiffe mit Gründern aus aller Welt zusammen.

Punkt fünf: Um nicht von der technischen Entwicklung abgehängt zu werden, braucht jeder Betrieb in Bayern eine digitale Strategie!

Ich werde mit meinem Haus die Entwicklung bei den KMU und Startups anschieben.

Wir werden einen Digitalbonus einführen: einfach und unbürokratisch, einsetzbar für alle Bereiche der Digitalisierung, einschließlich der Software.
Damit unterstützen wir die Unternehmen, Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle zu untersuchen und neu aufzusetzen.
Wir werden IT-Sicherheit auf neuestem Stand einführen. Und wir werden damit den Anwendern zur Seite stehen: im produzierenden Gewerbe, im Handwerk, im Handel, im Dienstleistungsbereich.
Der Digitalbonus ist Anreiz, um in die Zukunft zu investieren.
Das gibt es nur in Bayern!

Die Bayerischen Handwerkskammern haben Herausforderung und Potential der Digitalisierung bereits erkannt: Sie stellen gerade die Ausbildungsordnungen auf den Prüfstand.
Das ist der richtige Weg, um digitale Innovationen in die berufliche Bildung hineinzutragen!

Wir werden im Rahmen unserer Initiative „Handwerk digital“ gemeinsam mit Handwerkskammern und Forschungsinstituten das Potenzial der Digitalisierung in den verschiedenen Branchen identifizieren und Pilotprojekte am Markt erproben.
Wir wollen, dass unser Handwerk auch in Zukunft meisterhaft ist!

Für den mittelständischen Einzelhandel starten wir das Modellprojekt „Digitale Einkaufsstadt Bayern“.
In ausgewählten Städten werden wir den mittelständischen Einzelhandel an die Erfordernisse des E-Commerce-Zeitalters heranführen – und dabei neue Wege erproben, die auch auf andere Städte übertragbar sind.

Und für unseren Tourismus setzen wir ja bereits auf moderne Informationsangebote für Marketingzwecke oder Onlinebuchungen.
Darauf bauen wir nun auf.
Wir werden best-practice-Beispiele im digitalen Marketing mit einem neuen Preis ehren und den Tourismuszielen einen Leitfaden an die Hand geben, um das digitale Marketing vor Ort voranzubringen.

Wir werden die gesamte Wirtschaft Bayerns auf die Digitalisierung ausrichten – es geht um die Wirtschaft 4.0. Dabei ist uns auch die vbw mit ihrem Zukunftsrat eine wertvolle Unterstützung.
Wir setzen unseren Schwerpunkt bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die digitale Dienste nutzen.

Ich will einen kraftvollen Impuls geben für den Einstieg des bayerischen Mittelstandes in das digitale Zeitalter!

Daran anschließend werde ich – sechstens – die Technologieförderprogramme des Freistaats umbauen. Derzeit fördern wir Einzeltechnologien.
Die Digitalisierung aber verändert die Grenzen der Branchen und Geschäftsmodelle.
Und die Innovationen finden oft an den Schnittstellen statt.

Deshalb kommen unsere Förderprogramme auf den Prüfstand.
Wir werden die Förderung der Digitalisierung und ihrer Konsequenzen in den Mittelpunkt stellen.
Wir werden verstärkt integrierte innovative System-Lösungen fördern und damit mehr Demonstrationsvorhaben und Marktnähe.

Wir werden unsere Zielgruppe erreichen: die kleinen und mittelständischen Unternehmen in ganz Bayern.
Und wir werden unser Ziel erreichen: nämlich sie fit zu machen für die Digitalisierung!

Staatsministerin Ilse Aigner im Bayerischen Landtag.vergrößernPunkt sieben: Die Schlaglöcher auf den Datenautobahnen müssen weg!
Wir packen an und investieren 1,5 Milliarden Euro in schnelleres Internet.
Dreimal so viel wie der gesamte Rest Deutschlands!

Die Wirtschaft wird aber bald noch schnellere Geschwindigkeiten brauchen.

Länder wie Japan, Südkorea oder Taiwan sind heute schon mit riesigen Geschwindigkeiten über direkte Glasfaseranschlüsse unterwegs.

In der digitalen Welt sind Telekommunikationsnetze die Lebensadern der Wirtschaft.
Deshalb geht die Staatsregierung bei dieser wichtigsten Infrastrukturaufgabe mit Riesenschritten voran!

Punkt acht: Daten müssen sicher sein.
Denn ansonsten kann der Schaden gigantisch sein: etwa wenn es um Fehler oder Manipulation bei der digitalen Steuerung unserer Grundversorgung geht.
Die Internetkriminalität hat die deutsche Wirtschaft in nur zwei Jahren 54 Milliarden Euro gekostet.

Der BIHK hat richtigerweise die IT-Sicherheit ganz oben auf die Agenda gesetzt.
Ich sehe hier eine große Chance darin, unsere großen Stärken in der Sicherheitstechnologie auszuspielen und mit der IT zu verknüpfen: mit neuen Geschäftsmodellen und hochwertigen Arbeitsplätzen.
Damit Unternehmen die Hoheit über ihre eigenen Daten behalten!

Wir beraten deshalb auch die Unternehmen mit Experten bei der Gefahrenabwehr.
Deshalb hat mein Haus auch die Entwicklung eines Werkzeugkastens unterstützt: 12 Schritte zum Bau eines Schutzwalls für die digitale Welt!
Damit nicht genug.
Ich will die Entwicklung geeigneter Instrumente weiter vorantreiben: über das Zentrum Digitalisierung.Bayern. Denn die IT-Sicherheit wird dort eine der fünf Plattformen bilden.
In diesem Rahmen werden wir ein Fraunhofer-Institut zu einem Sicherheitskompetenzzentrum von nationaler und europäischer Bedeutung ausbauen – gemeinsam mit der bayerischen Wirtschaft.

Wir sind führender Standort beim Cloud-Computing.
Und diesen Kompetenzvorsprung wollen wir ausbauen: Bayern soll IT-Sicherheitsstandort Nummer eins in Deutschland sein!

Punkt neun: Wir brauchen einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt.
Denn große Player aus den USA oder China haben einen eigenen großen Heimatmarkt.
Unsere exportstarke Wirtschaft muss derzeit Geschäftsmodelle für jedes Land aufwendig anpassen.
Ich meine: Es ist höchste Zeit, dass 28 nationale Regeln für den Datenschutz abgelöst werden durch eine europaweite Regel. Die EU-Kommission hat gestern ein Papier vorgelegt. Jetzt muss die Digitalunion rasch kommen!

Neue Geschäftsmodelle, die höchste Anforderungen an die Sicherheit von Daten stellen, können sich nur entwickeln, wenn die Sicherheit gewährleistet ist.

Ja, wir wollen die Freiheit des Internet, weil sie der Treiber für den rasanten Fortschritt war und ist.
Netzneutralität ist ohne Frage ein sehr hohes Gut.
Aber wenn wir gesundheitliche Notfalldienste oder automatisiertes Fahren ermöglichen wollen, brauchen wir Regeln für sicherheitskritische Anwendungen.
Und zwar ohne dass wir die Datenautobahn für den normalen Nutzer zum Standstreifen machen!

Und mein zehnter und letzter Punkt:

Ich weiß: Mit tief greifenden Umbrüchen wie der Digitalisierung gehen viele Ängste einher.
Diese Ängste sind nachvollziehbar.
Doch die Vorteile eines digitalen Arbeitsalltages sind konkret: Arbeit im Home Office, mit Daten in der Cloud, macht Beruf und Familie besser mit einander vereinbar.
Dazu Videokonferenzen und moderne Unternehmenskommunikation – die Flexibilität nimmt zu.

Zudem: Die hohe Qualifikation unserer Fachkräfte ist unsere größte Stärke und sie soll es auch in Zukunft sein.
Den Wandel in der Arbeitswelt hat es immer schon gegeben – Bayern hat ihn für sich zu nutzen gewusst.
Daher werden wir über das Zentrum Digitalisierung.Bayern Chancen, Grenzen und Risiken diskutieren und Konzepte für die Gesellschaft 4.0 entwickeln.
Wir wollen den verantwortungsvollen Wechsel in das Zeitalter der Digitalisierung organisieren:
Im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und im Interesse des Gemeinwohls in Bayern!

In der Champions League der Digitalisierung liegen wir nach der ersten Halbzeit gegenüber den USA und Teilen Asiens zurück.
Vor der zweiten Halbzeit ändern wir die Taktik und erhöhen den Einsatz: 1,5 Milliarden Euro geben wir für die Infrastruktur.
Dazu kommen jetzt 500 Millionen Euro für das Know-how!

Wir bringen die Digitalisierung rasch voran und sorgen für die notwendige Dynamik: mit dem ZD.B, den Plattformen und der Gründerförderung investieren wir 300 Millionen Euro.
Jetzt gehen wir mit weiteren 200 Millionen Euro in die Fläche und in die Betriebe: mit den neuen digitalen Gründerzentren und dem Digitalbonus.
Wir fördern Innovation, wir sichern Wachstum.
Wir wollen die Digitalisierung gestalten!

Wir schreiben das nächste Kapitel in der langen bayerischen Erfolgsgeschichte:
Von Industrie 4.0 über
Wirtschaft 4.0 und Gesellschaft 4.0 bis
Bayern 4.0!