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Huml: Bei Säuglingen auf mögliche psychische Störungen achten – Fachtagung im kbo-Kinderzentrum München unter Schirmherrschaft von Bayerns Gesundheitsministerin

30. Mai 2016

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rät Eltern, bereits bei Säuglingen auf mögliche psychische Störungen zu achten. Huml betonte am Montag anlässlich einer Fachtagung im kbo-Kinderzentrum München: "Handlungsbedarf besteht zum Beispiel bei sogenannten Schreibabys. Sie schreien nicht nur bei normalen Bedürfnissen wie Hunger, sondern mehrere Stunden am Tag über einen längeren Zeitraum hinweg. Es ist wichtig, dass Eltern in solchen Fällen Hilfe suchen – etwa bei Hebammen, Kinderärzten oder den mittlerweile bayernweit eingerichteten Schreiambulanzen."

Die Ministerin erläuterte: "Regulationsstörungen bei Neugeborenen wie das exzessive Schreien können ein Risikofaktor für die Entstehung von Verhaltensproblemen im späteren Kindesalter sein. Es gibt sogar Säuglinge mit mehreren Regulationsstörungen – etwa auch beim Essen und Schlafen. In solchen Fällen ist das Risiko für psychische Erkrankungen in der Kindheit deutlich erhöht. Deshalb sollten Störungen möglichst frühzeitig behandelt werden."

In Deutschland gilt etwa jeder fünfte Säugling als Schreibaby. In Bayern wären damit Schätzungen zufolge jährlich rund 20.000 Kinder betroffen.

Die Fachtagung "Psychische Gesundheit im Säuglings- und Kleinkindalter – Präventive Ansätze" fand unter der Schirmherrschaft von Huml statt. Die Gesundheitsministerin hatte kürzlich eine neue Schwerpunktkampagne zur psychischen Gesundheit gestartet. Zunächst wird die Lage bei den Kindern und Jugendlichen in den Fokus gerückt. Höhepunkt ist eine Aktionswoche vom 18. bis zum 23. Juli. Im Herbst geht es dann vor allem um Depressionen bei Erwachsenen.

Huml betonte: "Psychische Störungen dürfen kein Tabu sein, über das nicht gesprochen wird. Denn den Betroffenen muss so früh wie möglich geholfen werden. Deshalb soll die Kampagne einen offeneren Umgang mit dem Thema fördern. Mein Ziel ist es, sowohl Eltern und andere Verwandte als auch Lehrer und Gleichaltrige für dieses Thema zu sensibilisieren." Am 8. Juni wird die Ministerin erstmals einen Bericht zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Bayern vorstellen.

Das kbo-Kinderzentrum München hat vor 25 Jahren deutschlandweit die erste Schreibaby-Ambulanz eingerichtet. Hilfe finden hier Eltern mit ihren Kindern, die an Schlaf- und Fütterstörungen und exzessivem Schreien leiden. Dabei werden auch Therapiemöglichkeiten aufgezeigt. Mittlerweile gibt es in Bayern mehr als 50 derartige Einrichtungen.

Weitere Informationen gibt es auch unter: http://www.aktiv-schauen.de/

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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