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Huml und Aigner legen Ergebnisse des Bayerischen Pharmagipfels vor – Runder Tisch zu Arzneimittel-Engpässen beschlossen – Pharmastandort Bayern soll im Wettbewerb gestärkt werden

11. November 2015

Gesundheitsministerin Melanie Huml und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner haben am Mittwoch in München zusammen mit Vertretern der pharmazeutischen Industrie die Ergebnisse des Bayerischen Pharmagipfels vorgestellt. Ein wichtiges Ziel ist die Vermeidung von Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln. Außerdem soll der Pharmastandort Bayern im Wettbewerb gestärkt werden. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung sind entsprechende Initiativen sowie Forderungen an den Bund vereinbart worden.

Zur Frage möglicher Liefer- und Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln und Impfstoffen wird ein Runder Tisch in Bayern eingerichtet. Diesem Gremium werden neben dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auch Vertreter der pharmazeutischen Industrie, des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO), der Bayerischen Landesapothekerkammer und der Krankenhausapotheker (AKDA) – Landesverband Bayern angehören. Der Runde Tisch soll sowohl aktuell auftretende Versorgungsengpässe erörtern als auch Initiativen zur Vorbeugung von solchen Engpässen starten.

Gesundheitsministerin Huml betonte: „Die Ursachen für Versorgungs- und Lieferengpässe sind sicher vielfältig und liegen nicht immer im Einflussbereich der Hersteller. Dennoch sehe ich hier die Hersteller auch in Verantwortung - und ich gehe davon aus, dass sie dieser Verantwortung gerecht werden. Darüber hinaus begrüße ich, dass sich auch der Bund dieses wichtigen Themas angenommen hat und sich dazu in engem Austausch mit den Verbänden der pharmazeutischen Unternehmen befindet. Ich erwarte mir davon wesentliche Schritte zur Optimierung der Versorgungssituation. Wir werden diesen Dialog mit unserem Runden Tisch eng begleiten.“

Als besondere Herausforderung wird die zunehmende und hemmende Bürokratie insbesondere im Rahmen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) gesehen. Huml und Aigner forderten den Bund zu Deregulierung und Bürokratieabbau auf. Notwendig sei ein Gesetzes-TÜV auf Bundesebene. Derzeit gebe es statt dem Abbau von Regulierungen neue, überflüssige Doppelregulierungen.

Einig war sich der Pharmagipfel im Ziel, die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung weiter zu verbessern. Wirtschaftsministerin Aigner unterstrich: „Die pharmazeutische Industrie in Bayern ist ein dynamischer Wirtschaftsfaktor und ein wichtiger Arbeitgeber. Wir brauchen gute Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung damit die Branche innovationsfähig bleibt.“ Aigner betonte, dass sie sich bei der Bundesregierung für die Schaffung international gleicher Wettbewerbsbedingungen einsetzen werde.

Zu den Ergebnissen kommentiert der Landesbeauftragte des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Dr. Sang-Jin Pak: „Ich bin sehr froh, dass die Bayerische Staatsregierung erhebliche Potenziale sieht, den Regulierungsdschungel im Arzneimittelmarkt zu lichten. Genauso wichtig erscheint mir die während des Pharmagipfels gewonnene Vertrauensbasis und der Glaube an gemeinsame Lösungen.“

Einen anderen Schwerpunkt setzt Sandrine Piret-Gérard als Vertreterin der Generikahersteller (Pro Generika): „Damit Patienten auch in Zukunft die Arzneimitteltherapie bekommen, die sie brauchen, muss etwas getan werden. Die gemeinsame Abschlusserklärung zeigt ganz konkrete Schritte auf, die uns hier weiterbringen – etwa durch Förderung der Biosimilars oder Änderungen bei den Rabattverträgen.“

Prof. Dr. Michael Popp, Vorstand des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie, Landesverband Bayern (BPI) setzt voll auf den Pharmastandort Bayern: „Gemeinsam müssen wir in Bayern Rahmenbedingungen schaffen, die Anreize für ein gutes Investitions- und Innovationsklima am Standort setzen. Der standortgebundene Mittelstand spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir wollen als Unternehmer etwas bewegen und nicht verwalten.“

Der Bayerische Pharmagipfel hat in einem intensiven und konstruktiven Dialog zwischen Vertretern der Bayerischen Staatsregierung und der pharmazeutischen Industrie unter Federführung der Staatsministerien für Gesundheit und Wirtschaft wichtige Fragen und Herausforderungen bei der Stärkung des Pharmastandorts Bayern und der Sicherung der nachhaltigen Arzneimittelversorgung der Patienten identifiziert. In intensivem Dialog wurden eine Reihe von Vorschlägen für Initiativen und Maßnahmen entwickelt. Die Partner des Bayerischen Pharmagipfels werden den Dialog in einem regelmäßigen Austausch fortsetzen.

Weitere Informationen sowie die Abschlusserklärung zum Bayerischen Pharmagipfel finden Sie unter www.bayerischer-pharmagipfel.de.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers