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Politikthemen

Medienpolitik

Bayern ist deutschlandweit über sämtliche Branchen hinweg eine TOP-Adresse für Medienunternehmen.

Vielfalt und Breite in allen Produktions- und Verwertungsprozessen sind Bayerns Stärke. Im Freistaat haben sich Unternehmen und Kreative aus der gesamten Medienbranche angesiedelt, beispielsweise

  • große Film- und Fernsehproduktionen - wie die Bavaria-Filmstudios oder Constantin Film.
  • zahlreiche kleine, erfolgreiche und kreative Produzenten.
  • der Kamerahersteller Arri.
  • Fernsehsender wie ProSiebenSat.1 und Sky.
  • fast 50 lokale Fernsehsender.
  • zahlreiche Verlage.
  • und eine einmalige regionale Zeitungslandschaft.

Die Bayerische Staatskanzlei ist für die Rundfunkpolitik im Freistaat zuständig, beispielsweise für den Abschluss von Staatsverträgen und Verwaltungsabkommen mit den Regierungen anderer Länder.

Film

Bayern ist Top-Standort für die Filmbranche

  • Spitzenstandort im Bereich der Filmproduktion: Die Metropolregion München (Bericht Kreativwirtschaft 2015) steht für 2,2 Milliarden Euro Umsatz (2014) und damit für 30 Prozent der bundesweiten Umsätze der Filmwirtschaft. Über 2.100 filmwirtschaftliche Betriebe beschäftigen über 9.000 Kreative.
  • Spitzenstandort in der Filmtechnik: Rund die Hälfte aller weltweit in der Filmtechnik engagierten Unternehmen (mehr als 75 Firmen) haben ihren Sitz in Bayern. Die bekanntesten sind: ARRI (2017 100 Jahre alt) mit 16 Technik-Oscars sowie die Firmen Sachtler, Panther, Vantage (Weiden) oder die Visual Effect-Spezialisten Trixter, Rise FX, Rodeo FX (aus Montreal) und Scanline, die 2008 einen Technik-Oscar für die Software Flowline bekommen hat.
  • Studio- und Produktionsstandort: Die Bavaria Film Gruppe, einer der größten Studiobetreiber Europas, oder der börsennotierte Marktführer in Produktion und Verleih, Constantin Film AG, gehören zu den filmischen Hauptakteuren in Bayern. Insgesamt sind gut 900 Unternehmen allein in München im Bereich Film tätig.
  • Heimat vieler Staatspreise: Der Bayerische Filmpreis, der Bayerischer Fernsehpreis und alle zwei Jahre der Deutsche Computerspielpreis werden in Bayern verliehen.
  • Filmfestivals: das DOKfest.München und das Internationale Münchner Filmfest sind die internationalen Highlight-Festivals in Bayern. Aber auch an anderen Orten in Bayern wird der Film gefeiert. Die Festivals sind organisiert im Verband der Bayerischen Filmfestivals.
  • Branchen-Events: Mit beispielsweise den Medientagen München (Rundfunk, Print, Film), der Animago Award & Conference (Animation/VFX), der Cinec oder der Augmented World Expo Europe ist Bayern im Bereich hochrangiger Veranstaltungen gut vertreten.
  • Ausbildung: Die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) hat im Jahr 2017 ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Heute hat sie 350 Studierende in fünf Studiengängen: Kino- und Fernsehfilm, Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik, Produktion und Medienwirtschaft, Drehbuch und Kamera. Von den 1.800 Studienabgängern in 50 Jahren sind unter anderem folgende Talente bekannt:
    • Sönke Wortmann
    • Maren Ade
    • Roland Emmerich
    • Doris Dörrie
    • Ulrich Limmer
    • Max Färberböck
    • Gabi Kubach
    • Louis Anschütz (Studio Isabella, M)
    • Matthias Hellwig (FSFF)
    • Produzenten:
      • Uschi Reich
      • Jakob Claussen
      • Uli Putz
      • Christian Becker (Die Welle)
    • Oscar Preisträger:
      • Florian Gallenberger (Kurzfilm Oscar 2001)
      • Caroline Link (Nirgendwo in Afrika, 2003),
      • Florian Henckel von Donnersmarck mit Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann (Das Leben der Anderen, 2007)

Virtual Reality (VR)

AR + VR = MR/ XR

Bayern ist als XR-Standort prädestiniert, also als Standort für eXtended Reality, dem Oberbegriff für alle erweiterten Realitäten. Bayern ist sowohl hervorragender Medien-, Industrie und Forschungsstandort und hat damit Potenzial, sowohl im Industrie- als auch im Unterhaltungsbereich führend zu werden und XR Anwendungen zu entwickeln. Dies erfordert den Brückenschlag zwischen Ausbildung und Praxis sowie zwischen den jeweiligen Fachrichtungen am Standort und das Heben von Synergien. 

Unternehmen in Bayern

Nicht nur die Global Player in Bayern arbeiten bereits mit XR, sondern auch zahlreiche klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) und Agenturen wie Plan2 Parallel und Unternehmen wie Advanced Realtime Tracking ART und Hololight. Autodesk hat in München ein VR Center of Excellence errichtet. Microsoft bietet ein Lab für seine Hololens. NVIDIA ist in München vertreten und forscht in vielen XR Bereichen. Re:flekt und Innoactive haben Plattformen geschaffen. Zahlreiche Start-Ups entwickeln spannende Inhalte, zum Beispiel wurde Eyecandylab 2018 als einziges deutsches Start-Up zum VR Pitch bei der South by Southwest (SXSW) in Austin Texas eingeladen.

Logo Bayerisches Filmzentrum

Das Bayerische Filmzentrum hat sich im Bereich Storytelling für XR international einen Namen gemacht, insbesondere durch das von der EU geförderte XR Creators Lab sowie die i4c Konferenzen.

Zahlreiche Meetups haben sich in München gebildet:  Muenchen-Mixed-Reality Meetup, Munich VR 360° Video Meetup, Virtual Reality Germany Meetup sowie das VR-Café Presence VR Café.

Logo FilmFernsehFonds Bayern

Der FFF Bayern fördert VR-Filme und VR-Spiele. „Late for Work“ von Salmi Games wurde als bestes VR Game beim Deutschen Entwicklerpreis 2017, Townsman VR von Handygames als bestes VR Game beim Deutschen Computerspielpreis 2018 ausgezeichnet.

Das Holodeck VR in Nürnberg bietet Gelegenheit, zahlreiche Anwendungen zu entwickeln.

Forschung und Entwicklung in Bayern

Die XR-Forschung in Bayern ist extrem stark. Das Leibniz Rechenzentrum (LRZ)  unter Leitung von Prof. Kranzlmüller visualisiert Wissenschaftsdaten in der CAVE.

Prof. Gudrun Klinker leitet die Forschungsgruppe Augmented Reality an der Technischen Universität München und wurde erst kürzlich von der größten AR Konferenz in den USA als eine der TOP 8 „Pionierinnen“ im Bereich AR benannt.

Prof. Dr. Marc Erich Latoschik an der Universität Würzburg bietet Human Computer Interaction und der Studiengang Arts and Multimedia von Dr. Karin Guminski an der LMU entwickelt künstlerische VR Anwendungen.

Auch an der Mediadesign Hochschule, der Hochschule Macromedia und der Fresenius Hochschule in München sowie an der Hochschule Augsburg und an der Hochschule Kempten sind interaktive Medien Studieninhalte.

Glossar

Bei AR (Augmented Reality) wird die reale Welt durch virtuelle Bilder überlagert, zum Beispiel beim Smartphone-Spiel „Pokemon Go“: Der Spieler fängt mit dem Smartphone Monster, die ihm auf der realen Straße, im Park oder der Wohnung, wo immer er sich aktuell befindet, als digitale Elemente begegnen.

Bei VR (Virtual Reality) taucht der Teilnehmer mit einer Brille und oder Headset sowie Handsteuerungsgeräten komplett in eine digital erschaffene Welt ein und bewegt sich in einer komplett digitalen Welt. Das Erlebnis ist so intensiv, dass der Teilnehmer glaubt, beispielsweise Klippen hinabzustürzen, sich durch neu erschaffene Räume zu bewegen, Bälle zu fangen oder in ein Auto einzusteigen.

XR (Extended Reality) und MR (Mixed Reality) werden als Oberbegriff für alle Arten solcher neuartigen digitalen Wahrnehmungswelten verwendet.