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„Starker Innovationsmotor in der Region“: Universität Würzburg erhält rund 7 Millionen Euro für zukunftsweisende Projekte – Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler überreicht Förderbescheide aus europäischen Strukturfonds

26. Januar 2018

WÜRZBURG. „Über sieben Millionen Euro aus europäischen Strukturfonds stehen für vier zukunftsweisende Projekte an der Universität Würzburg zur Verfügung. Die Universität hat sich damit erneut als starker Innovationsmotor in der Region erwiesen! Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser stolzen Summe die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft weiter unterstützen können!“, erklärte Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler heute in Würzburg. Im Senatssaal der Julius-Maximilians-Universität (JMU) überreichte er Förderzusagen für Projekte im Bereich des Technologietransfers sowie für Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die jeweils durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bzw. den Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt werden. „Die Hochschulen sind wertvolle Partner für die Wirtschaft vor Ort. Ihre Innovationskraft ist ein großer Standortvorteil für die Region, denn von ihrer Forschung und Entwicklung können Unternehmen enorm profitieren“, so der Staatssekretär.

Die Projekte, für die die Universität Würzburg insgesamt eine Förderung von rund 7 Mio. Euro. erhält, widmen sich der Entwicklung und Forschung zu Umweltfolgen, Krebserkrankungen und Herstellungsverfahren von Biomaterial für die Medizin sowie der Unterstützung von Unternehmen bei Fragen im Bereich Wirtschaft, Recht und Steuern. Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg, erklärte: „Die JMU führt seit langem über die Grundlagenforschung hinaus auch anwendungsnahe Forschung in enger Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durch. Die Förderung von Projekten durch EFRE- und ESF-Mitteln ermöglicht weitere innovative Forschungsprojekte in bewährter Kooperation der JMU mit Unternehmen der Region. Die Ergebnisse kommen im Rahmen des Technologietransfers allen beteiligten Branchen zugute und leisten einen wertvollen Beitrag zur Zukunftssicherung des Standorts Mainfranken.“

52 Millionen Euro für Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stellt dem Wissenschaftsministerium im Zeitraum von 2014 bis 2020 Mittel in Höhe von 52 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ministerium fördert damit Projekte, die Hochschulen gemeinsam mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Region realisieren. Ziel ist es, den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu verbessern und die Innovationsfähigkeit regionaler Unternehmen zu stärken.

Über den Europäischen Sozialfonds (ESF) werden Fördermittel für Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vergeben, um die Beschäftigungschancen der Menschen in Europa zu verbessern. Im Mittelpunkt der Initiative im Hochschulbereich steht die verbesserte Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, für die 17 Millionen Euro bis 2020 bereitgestellt werden.

Fotos von der Übergabe der Förderbescheide stehen ab 26.1.2018 ab ca. 15 Uhr unter https://www.km.bayern.de/ministerium/staatssekretaere/staatssekretaer-bernd-sibler/bilder.html zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Kathrin Gallitz, Stellv. Pressesprecherin, Tel. 089 2186 2057

 

Weitere Informationen zu den Projekten:

„BigData@Geo: Big Data in der Geographie“ (EFRE)

Ziel des Projektes ist es, Unternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft durch einen vereinfachten und integrierten Zugang zu spezifischem Wissen und Modelldaten im Hinblick auf regionale Umweltfaktoren vorzubereiten. Dies soll durch die Entwicklung eines Web-Portals geschehen, über das erfahrene Wissenschaftler regionale und globale Daten und Erdsystemmodelle kombiniert mit dem Wissen des worldwideweb und lokalen Sensordaten zur Verfügung stellen. Das Projekt wird neue Wege in der regionalen, nutzerspezifischen Umweltfolgenforschung beschreiten. Modelldaten werden so aufbereitet, dass jedes KMU leicht verständlich auf die für den Betrieb und die Branche wesentlichen Informationen zugreifen kann.

„BioChem@Net“ (EFRE)

Mit über 500.000 jährlichen Neuerkrankungen und über 200.000 Todesfällen allein in Deutschland stellen Krebserkrankungen eine der größten Herausforderungen an die biomedizinische Forschung und medizinische Versorgung dar.

Dieses EFRE-Projekt setzt im Bereich Technologietransfer zur Proteinforschung auf der Basis von Ubiquitin an. Es konnte gezeigt werden, dass Störungen des Ubiquitinsystems Triebkraft in der Entstehung vieler besonders häufiger Tumoren sind. Das Ubiquitinsystem ist für den kontrollierten Abbau einzelner Proteine in allen Zellen eines Organismus verantwortlich.

Mit den KMU sollen daher neue Therapien entwickelt werden, die eine Wiederherstellung der gestörten Abbauprozesse bewirken. Damit geht auch die Entwicklung einer Reihe von Diagnoseverfahren einher, die frühzeitig und gemeinsam mit KMU durch das Projekt vorangetrieben werden sollen.

„Bio3DDruck“ (EFRE)

Dreidimensionale Druckverfahren (3D-Druck) sind seit Jahrzehnten bekannt, haben jedoch erst in den letzten Jahren rapide an Bedeutung gewonnen. Druckverfahren sind enorm attraktiv für die Biomaterialforschung. Derzeit bestehen vielfältige Forschungsaktivitäten darin, 3D-Druckverfahren zusammen mit biologischen Bausteinen wie Zellen zu verwenden, um direkt Implantate und Konstrukte zu fertigen, die dem 3D-Aufbau von Geweben nachgeahmt sind. Ziel des Technologietransfers ist es, in den Bereichen Digitalisierung / Softwareentwicklung, Hardwarekomponenten / Anlagenbau und Materialentwicklung entsprechende Technologien voran zu treiben, die dann von den beteiligten KMU aufgegriffen und verwertet werden können.

„Virtuelles Kompendium 2“ (ESF)

Dieses Projekt ist die Fortsetzung des ESF-Projekts „Virtuelles Kompendium“, mit dem kleinere und mittlere Unternehmen bei Fragen im Bereich Wirtschaft, Recht und  Steuern u.a. über einen netzgestützten Kurs unterstützt und gestärkt werden. Mit dem Vorgänger-Projekt „Virtuelles Kompendium“ konnten bereits über 120 Unternehmen erreicht werden. Mit einer Verlängerung kann die große Resonanz des Projekts weiter gestärkt werden.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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