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Pressemitteilung
08.02.2026
Nr. 20
Die Präventionsangebote für Jugendliche in Bayern zeigen in vielen Punkten Wirkung. Auf dieses Ergebnis einer neuen Studie hat Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach am Sonntag hingewiesen. Gerlach erläuterte: „Der Alkohol- und Tabakkonsum bei Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren weiterhin zurückgegangen. Das ist ein erfreulicher Trend und zeigt, dass unsere bayerischen Präventions- und Aufklärungsangebote wirken. Zugleich sehen wir in der Studie aber leider auch steigende Zahlen beim problematischen Cannabiskonsum.“
Die am Sonntag veröffentlichte Auswertung der im Rahmen der Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und Drogen (ESPAD) erhobenen Daten für Bayern wurde nunmehr zum fünften Mal vom Institut für Therapieforschung (IFT) in München vorgenommen und betreut. Für Bayern wurden im Herbst 2024 dafür mehr als 3.000 15- bis 16-jährige Schülerinnen und Schüler befragt.
Gerlach betonte: „Trotz der guten Entwicklungen nehmen wir die ganze Bandbreite von Suchtgefahren weiter in den Blick. 2025 haben wir bereits rund acht Millionen Euro für Suchtpräventions- und Suchthilfeangebote eingesetzt. Auch für 2026 haben wir wieder acht Millionen Euro eingeplant.“
Die Ministerin erklärte: „Der Studie zufolge hat sich die Zahl der Jugendlichen in Bayern, die mindestens einmal in ihrem Leben herkömmliche Zigaretten geraucht haben, in den vergangenen rund 20 Jahren halbiert – von knapp 77 Prozent 2003 auf rund 39 Prozent 2024. Einen ähnlichen Trend zeigt die Studie bei Wasserpfeifen.“
Gerlach ergänzte: „Auch bei Alkohol sehen wir in Bayern einen erfreulichen Rückgang, der allerdings nicht ausreicht: Rund 85 Prozent der bayerischen Jugendlichen haben laut der Studie 2024 schon einmal Alkohol getrunken, 2003 waren es noch fast 98 Prozent. Wir haben in Bayern vielfältige Angebote für junge Menschen etabliert, zum Beispiel den Wettbewerb „Be smart don’t start“ zur Rauchprävention oder das kommunale Alkoholpräventionsprojekt „Hart am Limit – HaLT“. Die Zahlen zeigen, dass unsere Programme helfen.“
Attraktivität von E-Zigaretten für Jugendliche verringern
Die Ministerin warnte jedoch: „Unsere Programme sind gut, aber es gibt weitere Herausforderungen. Denn nach den ESPAD-Daten greifen Jugendliche in Bayern inzwischen verstärkt zu E-Zigaretten. Hier ist der Anteil der Jugendlichen, die in den letzten 30 Tagen konsumiert haben, von rund 7 Prozent 2015 auf 30 Prozent 2024 gestiegen. Ich setze mich daher unter anderem für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten für Jugendliche sowie von Aromastoffen in E-Zigaretten ein.“
Gerlach: Cannabis-Legalisierung muss rückgängig gemacht werden
Gerlach verwies auch auf bedenkliche Entwicklungen beim Cannabis-Konsum. Der Studie zufolge ist bei den 15- und 16-Jährigen im Freistaat der problematische Cannabiskonsum gestiegen. Insgesamt hat sich der entsprechende 12-Monats-Prävalenz unter Konsumierenden (der Anteil der Konsumierenden innerhalb eines Jahres) 2024 im Vergleich zu 2007 fast verdoppelt (6,1 Prozent zu 12 Prozent).
Die Ministerin warnte: „Dieser Trend ist ein Alarmsignal und zeigt: Die Cannabis-Legalisierung der ehemaligen Bundesregierung war falsch – vor allem auch mit Blick auf den Jugendschutz und die Suchtprävention. Deshalb muss dieser Fehler möglichst rasch korrigiert werden. Das heißt: Die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken muss komplett zurückgenommen werden.“
Internet-Konsum drastisch gestiegen
Neben den Schwerpunkten Alkohol, Tabak, Cannabis und Drogen befasst sich die aktuelle Studie auch mit der Mediennutzung Jugendlicher. Dabei weist die Studie einen starken Anstieg beim Internet-Konsum aus. Fast 81 Prozent der befragten Jugendlichen sagen selbst, dass sie zu viel Zeit mit und in sozialen Medien verbringen. Zu dieser Selbsteinschätzung kommen deutlich mehr Jugendliche als noch in den vorangegangenen Befragungen (44,1 Prozent 2015; 63,1 Prozent 2019). Bei 16,5 Prozent aller Befragten weisen die Ergebnisse auf eine problematische Internetnutzung hin. Hier sind Mädchen mit 21,5 Prozent häufiger betroffen als Jungen mit 11,3 Prozent.
Gerlach sagte: „Der signifikante Anstieg zeigt unmissverständlich, dass Handlungsbedarf besteht. Die Staatsregierung unterstützt bereits verschiedene Kampagnen und Projekte, um junge Altersgruppen über potenzielle Risiken der Nutzung von sozialen und digitalen Medien aufzuklären und sie für verantwortungsvolle Mediennutzung zu sensibilisieren. Es gibt zum Beispiel das evaluierte Peer-Projekt „Net-Piloten“ und den Medienführerschein Bayern, ein Angebot zur Förderung der Medienkompetenz im schulischen und erzieherischen Setting.“
Die Ergebnisse der ESPAD-Studie für Bayern sind auf der Webseite des IFT abrufbar unter: https://doi.org/10.5281/zenodo.18219309. Ausführliche Informationen zur Methodik der Studie finden Sie unter https://ift.de/projekt-details/espad-in-bayern-und-europa/.
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