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Regierungserklärungen

Hightech Agenda Bayern

Regierungserklärung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, MdL, vor dem Bayerischen Landtag am 10. Oktober 2019

– Es gilt das gesprochene Wort –

I.    Wir investieren in Künstliche Intelligenz und SuperTech

1. KI-District Bayern: Netz aus Künstlicher Intelligenz

2. SuperTech

II.   Wir sanieren und beschleunigen

III.  Wir modernisieren unsere Hochschulen

IV.  Wir unterstützen den Mittelstand

V.   Bayern voranbringen

 

 

 

Heute ist ein bedeutender Tag. Wir starten unsere Technologieoffensive unter dem Titel Hightech Agenda Bayern. Diese umfasst ein Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro.

Wir zünden damit den Forschungsturbo, damit Bayern auch noch in 10 Jahren in der Champions League mitspielen kann.

Früher gab es ein militärisches Wettrüsten, heute findet ein Wettbewerb um die klügsten Köpfe und um technologische Dominanz statt. Noch sind wir in Deutschland und Bayern spitze.

Aber gilt das auch für morgen? Der Wettbewerb um Künstliche Intelligenz hat längst begonnen und wird die Zukunft prägen. Den dürfen wir nicht verlieren.

Allein China steckt bis 2030 rund 150 Milliarden Euro in KI. Deutschland will dagegen bis 2025 nur drei Milliarden Euro investieren.

Auch die USA, Großbritannien, Dänemark, Frankreich oder Israel – alle haben die Zeichen der Zeit erkannt und klotzen mit Investitionen. Ich befürchte: Deutschland verschläft gerade eine Entwicklung. Auf was wartet unser Land?

Für Bayern will ich sagen: Wir werden nicht tatenlos zusehen. Wir gehen unseren eigenen Weg: Wir starten die Hightech Agenda Bayern.

Es geht um Investitionen und Reformen. Die Strategie ist auf die ganze Legislaturperiode angelegt und besteht aus vier Programmen, die alle aufeinander abgestimmt sind.

  1. Das Künstliche Intelligenz und SuperTech-Programm mit 600 Millionen Euro.
  2. Das Sanierungs- und Beschleunigungsprogramm mit 600 Millionen Euro.
  3. Eine längst überfällige Hochschulreform mit 400 Millionen Euro.
  4. Eine nachhaltige Mittelstandsoffensive für die bayerische Wirtschaft mit 400 Millionen Euro.

Wir kleckern nicht, wir klotzen. Wir beginnen nicht irgendwann, sondern sofort. Wir nehmen damit bis zum Ende dieser Legislaturperiode zwei Milliarden Euro in die Hand, um den Freistaat in die Zukunft zu beamen.

Die Eckdaten:

  • 1000 neue Professoren.
  • 10.000 neue Studienplätze. Zusammen mit den schon im Koalitionsvertrag beschlossenen 18.000 sind das dann fast 30.000 vor allem für Technik und Informatik.
  • Mehr als 20 Spitzenforschungszentren für das ganze Land.
  • Und das Vorziehen und Beschleunigen von regionalen Hochschulinitiativen.

Viele Ideen sind neu. Aber es sind vor allem auch Projekte dabei, die lange angekündigt, aber bei weitem nicht ausfinanziert waren.

Daher starten wir nicht nur Neues, sondern setzen vor allem Versprochenes seriös um und beseitigen gleichzeitig den Investitionsstau an vielen Hochschulen.

Das gesamte Programm ist geballte Zukunft. Und zwar nicht nur für die Ballungszentren, sondern auch der ländliche Raum soll davon profitieren.

 

I. Wir investieren in Künstliche Intelligenz und SuperTech

Alleine für Künstliche Intelligenz und SuperTech investieren wir in den nächsten vier Jahren 600 Millionen Euro.

1. KI-District Bayern: Netz aus künstlicher Intelligenz

Wir spannen über Bayern ein Netz der Künstlichen Intelligenz-Forschung. Der ganze Freistaat wird damit zu einem führenden KI-District. Dafür investieren wir von 600 allein 360 Millionen Euro und richten im ganzen Land 100 KI-Lehrstühle ein.

Zum Vergleich: Unser stärkster Mitbewerber Baden-Württemberg will nach unseren Informationen nur 20 neue Lehrstühle schaffen. Und Schleswig-Holstein, das für sich beansprucht, „bundesweit eine führende Rolle zu spielen“, investiert gerade einmal ganze 4,5 Millionen Euro. Das sind nicht einmal 1,5 % unserer Investitionen.

Und letztlich will der Bund nur 100 KI-Lehrstühle schaffen. Das heißt, Bayern macht so viel wie der Bund insgesamt. Das ist doch ein echtes Statement.

Künstliche Intelligenz ist keine Science-Fiction, sondern Realität. Die KI ist die Dampfmaschine der neuen digitalen Welt und die Basis für eine grundlegende technische und industrielle Revolution. Bayern darf dabei nicht abgehängt werden.

München im Zentrum

Der KI-District Bayern hat mit München ein klares Zentrum. Das davon ausgehende KI-Netz hat Knotenpunkte überall im Land und Endpunkte verschiedener regionaler Initiativen. Alles hängt mit allem zusammen.

Schwerpunkt in München ist dabei die intelligente Robotik. Die Voraussetzungen sind mit dem Forschungsökosystem aus den Exzellenz-Hochschulen LMU und TU sowie den Zentren außeruniversitärer Forschung und unzähligen Unternehmen und Start-ups genial.

Als Zentrale der Künstlichen Intelligenz gründen wir das KI Mission Institute. Am Mission Institute für Künstliche Intelligenz werden Forschungs- und unternehmerische Aktivitäten gebündelt und verzahnt.

Es wird aus und mit der Munich School of Robotics mit dem Forschungszentrum Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen und dem Munich Center for Machine Learning von TU und LMU entwickelt. Bereits heute forscht man dort an robotischen Prothesen, geriatronischen Pflegerobotern und neuartigen KI-Drohnen.

Daher werden an LMU und TU allein dafür 22 neue KI-Lehrstühle ausgelobt und berufen. Es handelt sich zum Beispiel um Lehrstühle für Methoden der Künstlichen Intelligenz, Modelle des Maschinellen Lernens, KI-basierte Medizintechnik oder die Ethik der Künstlichen Intelligenz.

Unsere Langzeitvision ist dann eine bayerische KI-Fabrik. Wir wollen eine spektakuläre Industrietechnik, die es so noch nirgendwo auf der Welt gibt. Die KI-Fabrik wird bestückt mit Robotern, die von Unternehmen oder Arbeitnehmern über das Internet ferngesteuert werden können.

Zusätzlich vernetzen wir das mit außeruniversitärer Forschung und schaffen neue Spezialzentren.

Schon länger im Blick, aber noch nicht vollständig ausfinanziert ist die Gründung des Fraunhofer-Instituts für kognitive Systeme in Garching. Wir werden jetzt hier investieren, um autonomes Fahren und Fliegen sicherer zu machen.

Auch das bestehende Fraunhofer Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit in Garching, zusammen mit dem Lernlabor an der OTH Amberg-Weiden, soll verstärkt werden. Hier geht es um Cybersicherheit, einen wichtigen Wachstumsmarkt. Dieses Projekt wurde schon lange gefordert, konnte bisher aber nicht finanziert werden.

Ganz neu ist die Gründung eines sog. ELLIS-Instituts am Helmholtz Zentrum München. ELLIS-Institute entstehen in jedem Land. Wir wollen das deutsche KI-Zentrum in Bayern haben. Es soll im Bereich   biomedizinischer Künstlicher Intelligenz die gesamten Aktivitäten der Helmholtz Zentren in Deutschland bündeln, steuern und europäisch vernetzen. Damit soll zum Beispiel die zielgenaue Bekämpfung von chronischen Krankheiten wie Diabetes ermöglicht werden.

Mit all den Maßnahmen wird München ein KI-Zentrum von Weltrang.

Knotenpunkte im Land

Das KI-Netz Bayern hat ein Zentrum, aber im ganzen Land Knotenpunkte. Jeder Knoten steht für einen KI-Spezialbereich:

In Würzburg ist der Knoten Data Science, denn Daten sind die Währung von morgen. An der Universität Würzburg soll ein neues Institut entstehen, um die effektive Nutzung und Auswertung von Abermillionen Daten zu erreichen und bestimmte Muster für die weitere Forschung zu erkennen. Das Institut und die Stellen waren seit Langem erwünscht und können jetzt umgesetzt werden.

Ingolstadt ist unser Mobilitätsknoten. Mit der KI-Mobilitätsinitiative der TH Ingolstadt sollen die KI-gestützte Automobilproduktion sowie autonomes Fahren und unbemanntes Fliegen erforscht werden. Die Entwickler stehen in Ingolstadt schon in den Startlöchern. Jetzt kann es losgehen.

Erlangen ist unser Gesundheitsknoten. Die Universität erhält die gewünschten Professoren und Lehrstühle im Bereich der Medizintechnik für intelligente Pflegeroboter, Operationsroboter und neue Bildbearbeitungsmethoden aus dem Körperinneren. Im Bereich der Medizintechnik planen wir darüber hinaus eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Campus in Fürth.

Und in Nürnberg wird auf mittlere Sicht die Technische Universität entstehen. Ihre Stärke soll in der flexiblen Anwendung neuer KI-Felder liegen.

Endpunkte in den Regionen

Neben dem Zentrum München und den regionalen Knotenpunkten soll das ganze Land von unserem Forschungsprogramm profitieren. So wie ein Computer-Netzwerk stärker ist als ein Zentralrechner, nehmen wir ganz Bayern ins Boot.

Folgende Projekte wurden bereits versprochen und zum Teil schon begonnen. Jetzt können sie vollständig finanziert werden. Das gibt Planungssicherheit:

  • Das Robotik-Center für Mensch-Maschine-Interaktion in Schweinfurt mit 260 Studienplätzen.
  • Das Zentrum Pflege Digital in Kempten mit 210 Studienplätzen.
  • Das Zentrum für Digitalisierungstechnologien in Deggendorf mit 1.000 Plätzen.
  • Der Studiengang „Medical Engineering“ mit 260 Studierenden in Aschaffenburg. Dort kann jetzt auch der erforderliche Neubau geplant werden.
  • Hinzu kommt noch der Ausbau des Fraunhofer-Instituts für angewandte Informationstechnik zum Thema Blockchain am Standort Bayreuth.

KI-Forschung findet aber nicht nur an den genannten Hochschulen statt. Künstliche Intelligenz ist ein lernender Prozess. Um auch allen anderen Hochschulen eine Chance zu geben, starten wir parallel einen KI-Wettbewerb.

Alle bayerischen Universitäten und Hochschulen, die bisher nicht bedacht wurden, können Konzepte zu Künstlicher Intelligenz vorlegen. Auf dieser Basis vergeben wir noch einmal 50 neue KI-Lehrstühle. Dabei sind auch gemeinsame Bewerbungen von Hochschulen zulässig. So kann sich jede Hochschule in das KI-Netzwerk einloggen. Kein Bundesland legt so ein Programm auf.

2. SuperTech

Neben KI gibt es noch andere Felder von SuperTech: Quantentechnologie, Luft- und Raumfahrt, CleanTech.

Quantentechnologie

Die Quantentechnologie ist eines der faszinierendsten Gebiete der Technik. Sie hat uns den Laser, GPS und Navigationssysteme gebracht.

Künftig wird es auch Quantencomputer geben. Der Quantencomputer ist der Supercomputer der Zukunft. Er rechnet nicht nur ungleich schneller, sondern auch mehrdimensional. Dafür investieren wir nun 70 Millionen Euro. Das ist der Warp-Antrieb für Computing.

Dreh- und Angelpunkt ist das Leibniz-Rechenzentrum in Garching. Das ist unsere IT-Kathedrale! Das LRZ steht weltweit auf Platz 9 der Supercomputer-Rangliste und ist Mittelpunkt des neuen bayerischen Quantennetzwerkes. Ergänzt wird dieses durch das neue Fraunhofer-Projektzentrum Quantencomputing und ein neues Institut an der Universität Würzburg, das die physikalischen Grundlagen für Quantencomputer erforscht. So planen wir den ersten bayerischen Quantencomputer.

Luft- und Raumfahrt

Auch Luft- und Raumfahrt ist eine Schlüsseltechnologie für Bayern. Wir wollen ihr neuen Schub geben.

Daher beschleunigen wir mit 90 Millionen Euro den Ausbau der neugegründeten Fakultät für Luft- und Raumfahrt an der TU München, fördern den Hyperloop und errichten das Galileo-Kompetenzzentrum in Oberpfaffenhofen. Zusätzlich investieren wir, um neuartige Flugzeugantriebe, Satellitentechnologien und Trägersysteme zusammen mit der Industrie voranzubringen. Insbesondere in Augsburg wollen wir die vorhandenen Kompetenzen in der Luftfahrt mit dem Forschungsprogramm stärken. Das ist seit Franz Josef Strauß die größte Förderung von Luft- und Raumfahrt in Bayern.

Letztes Jahr haben noch viele gelächelt, heute fragen Experten aus der ganzen Welt nach unserem Raumfahrtprogramm. Wir sollten mehr Respekt vor jungen, innovativen Forscherteams haben.

Ein Beispiel ist das Hyperloop-Team der TU München. Wussten Sie, dass unsere Studenten zum vierten Mal in Folge einen globalen Wettbewerb in dieser Technologie gewonnen haben? Ich finde das großartig. Wir sollten unsere Jugend unterstützen, anstatt aus mangelndem Verständnis Witze darüber zu machen.

CleanTech

Der letzte Baustein der SuperTech-Initiative ist CleanTech. Wir wollen Bayern zu einer führenden Leitregion für innovativen Klimaschutz machen. Hierfür stellen wir 80 Millionen Euro zur Verfügung.

Klimaschutz soll dabei nicht gegen das Auto, sondern mit der Automobilität gelingen. Wir dürfen nicht den Ast absägen, auf dem wir industriepolitisch sitzen. Wir brauchen vielmehr einen Neustart für die Zukunftsidee des Automobils.

Saubere Technologien sind unsere bayerischen Kernkompetenzen: synthetische Kraftstoffe, moderne Batterieforschung und Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

Dazu machen wir aus dem Forschungszentrum „Synthetische Kraftstoffe“ in Straubing ein nationales Referenzzentrum, stocken den Campus um vier neue Lehrstühle auf und wollen mittelfristig eine neue Power-to-Liquid-Anlage installieren. Dort soll als Ersatz für Kerosin ein synthetischer Kraftstoff für den Flugverkehr entwickelt werden. Das gibt es fast nirgendwo in Deutschland.

Trotz Münster investieren wir selbst in ein Bayerisches Batterienetzwerk aus BayBatt in Bayreuth, der TU München und Fraunhofer in Augsburg und Würzburg. Ziel ist die Entwicklung einer neuen Generation von klimafreundlichen und leistungsfähigeren Batterien für die Elektromobilität.

Mit Baden-Württemberg wollen wir in Nördlingen und Ellwangen sogar eine neue Batterieproduktion mit der Industrie beginnen. Hier fordern wir neben dem Einsatz von Eigenmitteln auch eine maßgebliche Finanzierung durch den Bund.

Und schließlich fördern wir die Wasserstoffstrategie. Das neue Wasserstoff-Zentrum in Nürnberg soll diese Technologie zwischen Hochschule und Wirtschaft vernetzen. Wir wollen bis 2023 sogar 50 Wasserstofftankstellen in ganz Bayern schaffen.

All das ist innovativer Klimaschutz. Denn Technologie ist immer besser als reine Verbote aus der Steinzeit.

 

II.   Wir sanieren und beschleunigen

Wir starten ein großangelegtes Sanierungs- und Beschleunigungsprogramm. Dafür geben wir 600 Millionen Euro aus. Wir sanieren und beschleunigen zugleich.

Es nützt nichts, Spitzentechnologien voran zu bringen, wenn hinten der Putz bröckelt. Wir müssen auch unsere Hausaufgaben machen. Daher bauen wir Sanierungsstau ab, ziehen regionale Projekte zeitlich nach vorne und schließen Lücken im Mobilfunknetz.

Mit 400 von 600 Millionen Euro erhöhen wir das Bauinvestitionsvolumen im Wissenschafts- und Forschungsbereich um jährlich 15 %. Damit ziehen wir dringend benötigte Sanierungen und neue Bauvorhaben spürbar vor.

Dazu gehören:

  • Der Neubau der Technischen Chemie in Erlangen.
  • Der Neubau für digitale Lehrstühle an der TH Ingolstadt.
  • Der Neubau des Internationalen Wissenschaftszentrums in Passau.
  • Der Neubau des Technologieparks in Rosenheim.
  • Der Neubau der Chemie in Würzburg.
  • Der Neubau des Zentrums für Unternehmensgründer in Bayreuth.
  • Der Neubau des Center for Nanoskopie in Regensburg.
  • Und der Neubau des Rechenzentrums in Augsburg.

Zusätzlich statten wir längst versprochene regionale Projekte jetzt mit Personal und Sachmitteln aus und können damit schneller als geplant durchstarten, manchmal sogar um Jahre. Dafür investieren wir in den nächsten vier Jahren allein 150 Millionen Euro. Wir haben viel versprochen und das werden wir auch halten.

Dazu gehören:

  • Der Life Science Campus Kulmbach.
  • Die Fakultät für Medien in Ansbach.
  • Das Zentrum für Bio-Materialen in Waldkraiburg.
  • Der Campus Neuburg der TH Ingolstadt.
  • Die Förderung der Denkwelt Oberpfalz.
  • Der Technologiecampus Cham als Ausgleich für verlorengegangene Arbeitsplätze in Roding.
  • Neu ist: Eine Projektgruppe, die sich mit der Einrichtung eines Medizincampus in Passau befasst.

Generell wollen wir an allen Hochschulen Informatik als Fach stärken. Wir werden 5.000 Studienplätze für Informatik ausweisen, beispielsweise in Passau, Augsburg, Bamberg, Hof oder Kronach, da wir hier einen großen Bedarf für die gesamte bayerische Wirtschaft sehen. Das ist eine echte Informatikwelle für ganz Bayern.

Unser gesamtes Programm von KI, SuperTech bis hin zur Hochschule im ländlichen Raum, ist jedoch nur die Hälfte wert, wenn wir keine ausreichende digitale Infrastruktur haben.

Bei der Breitbandversorgung sind wir in Bayern gut vorangekommen. Aber der Mobilfunk ist nach wie vor eine der Peinlichkeiten Deutschlands, leider auch Bayerns. Da müssen wir deutlich zulegen. Wir wollen die berühmten weißen Flecken auf der Mobilfunklandkarte nicht länger hinnehmen. Dafür nehmen wir zusätzlich 50 Millionen Euro in die Hand.

Das Mobilfunkprogramm des Wirtschaftsministeriums nimmt Schwung auf. Wir garantieren: Jeder von den Kommunen gewünschte Mast wird finanziert. Und wir werden zudem jede geeignete staatliche Liegenschaft zur Verfügung stellen, um den Bau von Mobilfunkmasten zu unterstützen – notfalls in eigener Regie. Am Ende sollen es 500 Masten mehr sein. Das ist ein Wort.

 

III.  Wir modernisieren unsere Hochschulen

Zentraler Bestandteil unseres Modernisierungsprogramms ist auch eine Hochschulreform – die erste seit 15 Jahren.

Warum jetzt? Früher hatte Bayern zwei von drei Exzellenzuniversitäten in Deutschland. Jetzt sind es immer noch zwei, aber nur von elf. Wir sind nicht zurückgefallen, die anderen haben einfach aufgeholt. Das ist ein Weckruf!

(c) iStock

Wir brauchen eine moderne Hochschulaufstellung und eine Entfesselung der Hochschulen von Bürokratie und zentralistischer Gängelung. Die Überschrift lautet: Mehr Freiheit an der Hochschule wagen, Potentiale wecken und die besten Köpfe nach Bayern lotsen.

Deshalb wird unsere Hochschulreform mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen Euro eine mittlere Revolution auslösen.

Wir starten ein wuchtiges Attraktivitätsprogramm für die besten Wissenschaftler aus aller Welt.

Wir gewinnen neue Professoren und Spitzenforscher nur, wenn wir an allen Hochschulen Forschungs- und Exzellenzprofessuren mit besseren Bezügen ausloben. Wir senken dazu die Lehrverpflichtung für alle Professoren und schaffen damit mehr Zeit für die Forschung.

Um die Qualität der Lehre weiter auf gleichem Niveau zu halten, gleichen wir dies dann mit zusätzlichen Professoren aus.

Künftig gibt es nur noch eine Gesamtlehrverpflichtung für jede Hochschule, die von den Hochschulen flexibel verwaltet werden kann.

Ziel ist die moderne, unternehmerische, offene und internationale Hochschule der Zukunft.

Moderne Hochschule bedeutet die Stärkung der Leitungsstrukturen und eine Reform des Berufungsrechts. Wir wollen das Berufungsrecht auf die Hochschulen übertragen. Außerdem wird die Experimentierklausel grundsätzlich erweitert, um mehr Wettbewerb und Freiheit an den Hochschulen zu ermöglichen.

Unternehmerische Hochschule bedeutet die großzügige Erlaubnis für Professoren, Start-ups zu gründen oder sich daran zu beteiligen. Sogar den Hochschulen selbst soll dies erleichtert werden.

Offene Hochschule bedeutet, ein neues Kapitel der Fort- und Weiterbildung. Im Mittelpunkt steht die Kooperation mit den Industrie- und Handels- sowie den Handwerkskammern. Fortbildungsveranstaltungen sollen künftig eben nicht nur Abiturienten und Meistern, sondern jedem mit einem normalen Berufsabschluss offenstehen. Damit kommen wir bei der beruflichen Bildung einen Riesenschritt voran.

Internationale Hochschule bedeutet einfach mehr englischsprachige Studiengänge. Um die klügsten Köpfe aus der ganzen Welt leichter nach Bayern zu holen, wollen wir auch deren Partnern eine eigenständige berufliche Perspektive eröffnen. Wir fördern künftig Partnerbewerbungen, sog. Dual Careers. Das ist Standard an den Elite-Unis der USA.

Und letztlich brauchen wir auch mehr Kooperationen unter den Hochschulen. Wenn sogar Berlin durch Kooperation seiner Hochschulen den Exzellenzstatus erreicht, muss das in Bayern erst recht möglich sein. Vorstellbar sind etwa eine fränkische oder ostbayerische Exzellenz-Universität durch Kooperation.

Ein Zwischenfazit:

Ob KI oder SuperTech, das Beschleunigungsprogramm- oder die wuchtige Hochschulreform: Das ist eines der gewichtigsten Forschungsprogramme in Deutschland und das größte seit 20 Jahren in Bayern. Damit beginnt eine neue Epoche.

 

IV. Wir unterstützen den Mittelstand

Wir starten auch eine Mittelstandsoffensive. Was hat das nun mit digitaler Forschung zu tun? Wir leben nicht in einem Forschungselfenbeinturm. Die beginnende Krise der Automobilindustrie zieht in ganz Bayern Kreise, vor allem für die gesamte Zuliefererkette.

Das sind alles mittelständische Firmen. Der Mittelstand ist das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft. Durch die Verwerfungen im Automobilbereich erhöht sich nun der Innovations- und Investitionsdruck für kleine und mittlere Unternehmen.

Wir lassen unseren Mittelstand bei der Transformation nicht allein, sondern helfen und begleiten auf diesem schwierigen Weg. Wir wollen ihm in Zeiten einer sich abkühlenden Konjunktur den Rücken stärken. Mittelstandspolitik ist Herzensangelegenheit dieser Staatsregierung. Unser Konzept speist sich aus den Ideen des Autoforums und vielen Gesprächen mit dem Mittelstand.

Wir bilden mit insgesamt 400 Millionen Euro drei starke Fonds als Anschub für unsere Wirtschaft:

  • Den Digitalfonds mit 230 Millionen.
  • Den Start-up-Fonds mit 50 Millionen.
  • Den Automobilfonds mit 120 Millionen Euro.

Mit dem Digitalfonds können Unternehmen in digitale Innovation und Prozessketten investieren. Er hilft besonders solchen Unternehmen, die keinen eigenen Zugang zu den Kapitalmärkten haben. Zusätzlich erhöhen wir die Regionalförderung um rund 10 Prozent pro Jahr, um generell den Mittelstand im ländlichen Raum zu stärken. Zusätzlich stocken wir auch den Digitalbonus wieder auf 60 Millionen pro Jahr auf und setzen ihn dauerhaft fort.

Wichtig ist auch die solide Finanzierung der Technologietransferzentren im ländlichen Raum. Wir sichern die Finanzierung aller 25 Technologietransferzentren bis 2023 zu, wie zum Beispiel Donauwörth, Sonthofen, Günzburg oder Neustadt an der Donau. Außerdem werden die Neuausrichtung und Erweiterung der Zentren Kaufbeuren und Nördlingen finanziert.

Mit ergänzenden Digitalprojekten zum Beispiel beim Tourismus haben wir damit eines der größten digitalen Förderprogramme aller Bundesländer für den Mittelstand.

Aber nicht nur für die Wirtschaft, auch für die Bürger muss es einen Mehrwert geben. Mit dem Konzept Smart Bavaria des Digitalministeriums werden wir mit 10 Millionen Euro dafür sorgen, dass am Ende jeder von jedem Gerät Zugang zu fast allen digitalen Verwaltungsleistungen haben kann.

Zudem legen wir einen Start-up-Fonds auf. Bayern soll Gründerland bleiben. Mit dem Start-up-Fonds fördern wir neue Unternehmen, helfen aber auch Start-ups beim zweiten Finanzierungsschritt nach der erfolgreichen Unternehmensgründung.

Das ist dann eine echte bayerische Alternative gegenüber der Finanzierung durch ausländische Investoren. Denn Start-ups sollen in Bayern und in deutscher Hand bleiben und nicht in die USA abwandern oder nach China verkauft werden.

Und schließlich gründen wir einen Automobilfonds. Damit fördern wir ein Maßnahmenpaket, das im Automobilforum Bayern entwickelt wurde. Dazu gehört der Ausbau additiver Fertigung und Leichtbau-Technik. Außerdem 7.000 Ladesäulen für die E-Mobilität, die Förderung von Plug-In-Antrieben und die Weiterbildung von bis zu 50.000 Arbeitnehmern aus der Automobilbranche.

All das ist aktive Wirtschaftspolitik und ein Bekenntnis zum Automobilstandort Bayern.

Ich sage ganz klar: Bayern soll auch in Zukunft Automobilland bleiben.

 

V.  Bayern voranbringen

Das alles ist die Hightech Agenda Bayern. Das ist schon ein dickes Pfund. Wir haben uns das übrigens nicht alleine ausgedacht. Das ganze Konzept fußt auf einem Strategie-Scouting und unzähligen Gesprächen mit Wissenschaftlern und der Wirtschaft.

Besonders bedanke ich mich für die Konzepte und Ideen des Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, des Wissenschaftsministers Bernd Sibler, der Digitalministerin Judith Gerlach und natürlich für die engste Abstimmung in der Finanzierung bei Finanzminister Albert Füracker.

Auch viele Anregungen von Abgeordneten der Regierungsfraktionen finden sich in dem Konzept wieder. Daher haben viele kluge Leute daran direkt oder indirekt mitgearbeitet und uns inspiriert.

Es ist im Übrigen ein atmendes Konzept und kann und wird sich jederzeit weiterentwickeln. Wir nehmen nun zwei Milliarden Euro in die Hand. Es ist gut angelegtes Geld.

Aber wie finanzieren wir das?

Klar ist: Wir halten an der Schwarzen Null in Bayern fest. Wir werden keine Steuern erhöhen oder neue Schulden machen.

Machen wir uns aber ehrlich: Angesichts von Negativzinsen und einem gewaltigen Investitionsstau ist es wichtiger zu investieren, als vorzeitig zu tilgen.

Natürlich bleibt das Tilgen von Schulden wichtig – aber in Zeiten von dauerhaften Negativzinsen empfehlen alle seriösen Wirtschaftswissenschaftler, vom Institut der Deutschen Wirtschaft bis hin zum Ifo-Institut, neue Prioritäten zu setzen. Denn Investitionen sind das beste Mittel gegen eine sich abkühlende Konjunktur.

Wir werden daher die Schuldentilgung den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Wir reduzieren 2020 von 750 auf 50 Millionen Euro und auch 2021/2022 von jeweils einer Milliarde Euro auf 50 Millionen. Damit ist die Hightech Agenda Bayern nachhaltig finanziert.

Mit diesem Finanzkonzept bleibt die Haushaltsrücklage dauerhaft stabil und es braucht keiner zu befürchten, dass Forschung zu Lasten anderer Haushaltstitel finanziert wird.

Kein anderes Bundesland kann so etwas in diesen Zeiten schultern.

Deutschland und Bayern brauchen einen Modernisierungsschub. Deutschland zögert, Bayern handelt.

Ich bin Optimist und glaube an unsere Chancen: Klar, die Welt ändert sich und Bayern mit, aber wir wollen sie mutig gestalten. Wir brauchen Mut zur Zukunft. Unsere Hightech Agenda Bayern ist ein starkes Signal an Bayern, an Deutschland und an die ganze Welt.

Meine Verantwortung als Ministerpräsident ist es nicht nur, die Probleme der Gegenwart zu beschreiben, sondern die Zukunftsstrategie für unser großartiges Land zu entwickeln.

Das ist politische Führung. Ich will, dass unsere Kinder in der Welt von morgen genauso gut leben können wie wir heute.

Schon für König Maximilian II., der im 19. Jahrhundert erstmals führende Wissenschaftler nach Bayern holte, war klar, „dass alle Tore dem Geiste geöffnet werden. Dass wir in der Entwicklung der Zeit … voranschreiten.“

Franz Josef Strauß sagte: „Ich bin davon überzeugt, dass die Zukunft der nächsten Generation nur dann gesichert werden kann, wenn wir im Wettbewerb mit den anderen hochindustrialisierten Staaten … Schritt halten.“

Und Edmund Stoiber brachte es auf den Punkt: „Immer ganz oben an die Spitze – da gehören wir Bayern hin.“

Sie alle haben jeweils in ihrer Zeit Bayern durch Reformen und moderne Technik vorangebracht. Folgen wir ihren Spuren!

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