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Regierungserklärungen

Kontinuität und Weitblick

Regierungserklärung des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, MdL, am 28. September 2016 im Bayerischen Landtag

– Es gilt das gesprochene Wort –

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Kontinuität und Weitblick

– Anrede –

I. ORIENTIERUNG IN EINER UNSICHEREN WELT

Die Staatsregierung hat dem Hohen Hause den neuen Haushalt für die Jahre 2017 und 2018 zur Beratung vorgelegt. Unser gemeinsamer Auftrag lautet: die Chancen der Menschen in ganz Bayern weiter stärken, die Spitzenstellung des Freistaats für die Zukunft sichern.

Wir handeln in der Kontinuität des Bewährten und mit dem Weitblick für Neues. Wir investieren 117 Milliarden Euro für die bayerischen Familien, für ein sicheres und freies Leben, für die Schulen und Hochschulen, für die Arbeitsplätze von morgen, für eine gesunde Umwelt, für eine vitale Kultur. Und nicht zuletzt für starke Kommunen mit einem kommunalen Finanzausgleich in Rekordhöhe [derzeitiger Stand: 8,82 Milliarden Euro].

Grafik Staatshaushalt und SchuldentilgungvergrößernDie Staatsregierung hält Kurs: Seit 2006 und damit zum 12. und 13. Mal keine Nettoneuverschuldung im allgemeinen Haushalt. Auch 2017/2018 Tilgung von 1 Milliarde Euro – seit 2012 Schuldenabbau von insgesamt 4,6 Milliarden Euro. Das Ziel bleibt: Bayern 2030 schuldenfrei! Wir tilgen und gleichzeitig investieren wir kraftvoll in die Zukunft. Wir beweisen: Aus Stabilität erwächst Dynamik.

Wir vererben keine Schulden, sondern Chancen. Und wer in Europa trotz der bittersten Erfahrungen erneut und noch mehr Schulden machen will, dem rufen wir zu: Generationengerechtigkeit ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts! Wachstum auf Pump ist eine Ausbeutung der Zukunft unserer Kinder – und damit das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit!

Fakt ist: Bayern ist Chancenland. In den letzten zehn Jahren konnten wir die Arbeitslosigkeit in Bayern halbieren, die Jugendarbeitslosigkeit auf ein Drittel reduzieren, 1 Million neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigte verzeichnen. Jüngst hat uns die Bertelsmann Stiftung bescheinigt: In Bayern geht es den Kindern am besten in Deutschland.

Wachstum und Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit in unserem Land – diese Erfolge sind nicht vom Himmel gefallen. Ich danke den Unternehmern und Beschäftigten, den Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften für diese hervorragende Bilanz!

Nach dem harten Einschnitt der Finanzkrise 2008 können wir heute festhalten: Deutschland geht es gut. Bayern geht es besser. Auf der anderen Seite empfinden viele Menschen in Bayern und Deutschland tiefe Sorgen über die Zukunft. Und stellen die Frage: In welcher Welt werden meine Kinder aufwachsen und leben? Unser friedliches Zusammenleben, unser Zusammenhalt scheinen vielen in Gefahr. Vertrauen schwindet. Ängste wachsen.

Die Ereignisse der letzten Monate haben uns bis ins Mark getroffen und erschüttert – Terroranschläge, Flüchtlingskrise, zentrifugale Kräfte in Europa, Kriege am Rande Europas. In dieser Situation befindet sich die Europäische Union in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Auch hier bestätigt sich der bayerische Kurs. Seit Jahrzehnten fordern wir: Europa braucht erstens die Konzentration auf die großen Aufgaben – Terrorismus, Zuwanderung, Außenpolitik. Europa braucht zweitens weniger Zentralismus, mehr Subsidiarität, mehr Kraft aus der kleinen Einheit. Auch europapolitisch beweist Bayern Kontinuität und Weitblick.

Die Menschen haben Angst vor Kontrollverlust. Sie verstehen nicht mehr, wie Politik gemacht wird. Sie glauben nicht mehr, dass Politik etwas für sie bewirkt. Die Menschen wollen Orientierung. Sie wollen einen klaren Kompass, sie wollen gemeinsame Werte und Maßstäbe, gegenseitigen Respekt, Sicherheit und Freiheit – das alles ist den Menschen wieder sehr wertvoll und sehr wichtig. Die Menschen verlangen nach verlässlichen Regeln für unser Zusammenleben – und dass diese Regeln auch durchgesetzt werden. Recht und Ordnung müssen gelten – an den Grenzen und im Inland. Unsere Hausordnung muss gelten. Ein Rechtsstaat, dem auf der Nase herumgetanzt wird, ist kein Rechtsstaat.

Die Entwicklung der letzten zwölf Monate bestätigt unseren Kurs: Zuhören – verstehen – handeln! Andere lernen dazu: Seit neuestem spricht Vizekanzler Gabriel von einer Obergrenze. Die Grünen stimmen den sicheren Herkunftsstaaten zu. Und alle sind jetzt für mehr Sicherheit.

Sogar die Medien gestehen Fehler ein. Ich zitiere den Herausgeber der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ di Lorenzo. Den „Willkommen!“-Titel aus dem Sommer 2015 bereut er und fügt hinzu: „Wenn wir ein bisschen Distanz bewahren würden, müssten wir nicht immer so zurückrudern.“ „Die Probleme werden nicht dadurch groß, dass man sie klar und deutlich benennt, sondern indem man versucht, sie zu verschweigen.“ [ZDF-Sendung Markus Lanz, 06.09.2016] Zitat Ende.

Nach zwölf Monaten Krisenmodus in der Welt, in Europa und in Deutschland können wir festhalten: Ich muss keinen einzigen Satz korrigieren. Die Mehrheitsfraktion im Bayerischen Landtag muss keinen einzigen Satz korrigieren.

Verlässlichkeit in Verantwortung für unser Land – das ist unser Selbstverständnis. Seit 70 Jahren stehen wir in Bayern für Kontinuität und Weitblick.

Bayern bietet

  • Sicherheit und Wirtschaftskraft,
  • Dynamik und Stabilität,
  • Freiheit und Geborgenheit,
  • Weltoffenheit und Heimatliebe.

Wir wissen: Der Erfolg Bayerns ist kein Status, sondern permanente Aufgabe. Global vernetzter Terrorismus, Migration, Bevölkerungsexplosion, Klimawandel, digitale Revolution, Energieversorgung, Wettbewerbsfähigkeit auf neuen Märkten, gesellschaftlicher Zusammenhalt – das sind die großen Herausforderungen unserer Zeit.

Darauf müssen die Verantwortungseliten mit Realismus und Pragmatismus Antworten geben – in der Politik, aber ebenso auch in Wirtschaft und Wissenschaft, in Sozialverbänden und Kirchen, in Kunst und Kultur. Humanismus ohne Realismus ist ein leerer Begriff. Wir geben realistische Antworten. Das ist Verantwortungsethik! Deshalb steht Bayern für Stabilität in einer instabilen Welt. Und die Menschen haben nur einen Wunsch: Das soll so bleiben!

Dafür steht der neue Doppelhaushalt: Wir werden alles dafür tun, dass die besondere Lebensqualität, dass die Bayern-Garantie für ein gutes Leben auch so bleibt. Dafür arbeiten wir.

Sicherheit, Chancen, Zusammenhalt: Das ist der bayerische Weg.

 

 

II. KONTINUITÄT UND WEITBLICK: ÜBERZEUGEN DURCH ERFOLGE FÜR DIE MENSCHEN

1. Gerechter Lohn für Lebensleistung: Steuern, bezahlbarer Wohnraum, Rente

Ministerpräsident Horst Seehofer hält eine Regierungserklärung im Bayerischen Landtag.vergrößernEs muss gerecht zugehen. Deshalb fordern wir seit langem: Wir müssen die Lebensleistung der Menschen unterstützen und fördern. Das heißt: aktivieren statt alimentieren. Denn nicht der Staat schafft Zukunft, sondern die Menschen.

Wir haben die höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten. Auch der Bund hat den ausgeglichenen Haushalt erreicht. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Steueroffensive. Mit unserem BAYERN-TARIF wollen wir die Bürger bei der Lohn- und Einkommensteuer um bis zu 15 Milliarden Euro jährlich entlasten. Wir wollen den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum von Familien mit Kindern fördern – mit einem Zuschuss von insgesamt bis zu 12.000 Euro pro Kind.

Wir in Bayern handeln so rasch und kraftvoll wie kein anderes Land für bezahlbaren Wohnraum: Wir stellen bis 2019 2,6 Milliarden Euro für einen großen Wohnungspakt zur Verfügung. Das ist einmalig!

Wir müssen die Eigentümergesellschaft und ihre Tugenden stärken – dies gilt auch bei der Erbschaftsteuer. Im Vermittlungsausschuss haben wir unsere Ziele erreicht: Keine Steuererhöhung, Schutz der Arbeitsplätze vor allem im Mittelstand. Wir halten Kurs für unsere Familienbetriebe und ihre Arbeitnehmer! Wir weichen nicht!

Wir kämpfen für eine sichere Versorgung der Menschen im Alter. Wer sein ganzes Leben hart gearbeitet hat, darf nicht in Altersarmut fallen. Kinder dürfen kein Risiko, sie müssen ein Gewinn sein für das Alter. Deshalb wollen wir die Mütterrente weiter ausbauen und auch für Geburten vor 1992 einen gleich hohen Kinderzuschlag gewähren.

Wir in Bayern sehen noch Nachbesserungsbedarf beim Bundesteilhabegesetz. Wir wollen unseren Mitmenschen mit Behinderung gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Sie sollen möglichst frei und selbstbestimmt leben können. Deshalb gehen wir auch weiter voran für unser Ziel: „Bayern 2023 barrierefrei“. Das ist die bayerische Philosophie.

Ebenso arbeiten wir für die bestmögliche Versorgung bei Krankheit und Pflege. Wir sichern eine solide Finanzausstattung unserer Krankenhäuser. Wir helfen pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen.

Soziale Sicherheit, Lebensqualität, aber eben auch Einsatz für Leistungsgerechtigkeit. Das ist unser Auftrag im Dienst der Bürger. Deshalb kämpfen wir für mehr Gerechtigkeit in den gigantischen Umlagesystemen der Krankenversicherung genauso wie im Länderfinanzausgleich. Wir sind solidarisch, aber es kann nicht so weiter gehen, dass allein die bayerischen Bürger mehr als die Hälfte der Lasten tragen mit weiter steigender Tendenz. Wir brauchen ein neues Fundament für den Föderalismus und für ein gerechtes Deutschland. Die Entfremdung der Menschen von der Berliner Republik darf nicht noch weiter wachsen. Dieses Ziel sollte alle Demokraten einen.

2. Sicherheit durch Stärke

Freiheit braucht Sicherheit. Vertrauen in das politische System braucht Sicherheit. Das ist die erste Aufgabe jeder demokratischen Staatsordnung. In diesem Jahr mussten wir alle auf schreckliche Weise lernen: Der islamistische Terrorismus ist bei uns in Bayern angekommen. Terroristische Gefahren, organisierte Kriminalität und Internetkriminalität führen zu einer akuten Bedrohungslage. Darauf muss der Rechtsstaat reagieren.

Wir stehen für die Sicherheit der Menschen in Bayern. Bei uns in Bayern gilt: Opferschutz vor Täterschutz! Bei uns gilt: Hartes Durchgreifen gegen Terror und Gewalt!

Wir stärken unserer Polizei den Rücken. Das sage ich auch an die Adresse der Grünen und von Frau Künast. Ich danke unseren Polizistinnen und Polizisten ausdrücklich. Ich danke den Richtern und Staatsanwälten, den Justizbeamten und Rettungskräften. Hochachtung für ihren Einsatz!

Wir stärken Polizei, Justiz und Verfassungsschutz.

  • 2.000 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten bis 2020,
  • modernste Ausrüstung,
  • Kampf der Cyberkriminalität gerade im „Darknet“, Schutz der Kinder vor den Gefahren des Internets,
  • mehr Stellen für die Justiz – vom Justizwachtmeister bis zum Richter,
  • Ausbau der ehrenamtlichen Sicherheitswacht nach dem Motto: Bürger schützen Bürger

Wir sorgen dafür, dass Bayern das sicherste Land bleibt. Wir werden auch die Prävention gegen Extremismus ausbauen – in Schule und Jugendarbeit, in den Kommunen und im Justizvollzug.

Mit diesem Gesamtpaket starten wir die größte Sicherheitsoffensive in der Geschichte Bayerns. Und wir fordern: Bund und Europa müssen gleichziehen.

  • Verschärfte Strafen für Angriffe auf Polizisten, Justizbedienstete und Rettungskräfte.
  • Konsequente Abschiebung straffälliger Asylbewerber.
  • Schärfere Strafen gegen Wohnungseinbruch. Wer in die Privatsphäre unserer Bürger einbricht, muss hinter Schloss und Riegel – und das mindestens ein Jahr.
  • Ausbau der Videoüberwachung in öffentlichen Räumen, Speicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten, neue Strafen gegen Sympathiewerbung für terroristische Vereinigungen, Zusammenarbeit von Nachrichtendiensten und Polizei auch europaweit, elektronische Fußfessel für verurteilte Extremisten.
  • Einsatz der Bundeswehr im Innern zur Abwehr terroristischer Gefahren und zur Grenzsicherung mit Verankerung im Grundgesetz.

All das brauchen wir! Wir müssen jetzt handeln. Sicherheit durch Stärke – dafür steht der Freistaat Bayern!

3. Kontrolle der Zuwanderung unter Durchsetzung von Recht und Ordnung

Ich sage mit Stolz: Der Freistaat ist von 11 auf fast 13 Millionen Menschen gewachsen, und das in einem guten Miteinander. Jeden Tag tragen viele neue Mitbürger aus Deutschland, aus ganz Europa, aus allen Teilen der Welt zum Wohlstand und Erfolg Bayerns bei. Die große Mehrheit von ihnen arbeitet, zahlt Steuern und erzieht ihre Kinder im Sinne unserer Grundwerte.

Nehmen Sie zum Beispiel Bülent Tulay. Er ist in der Türkei geboren und hat dort Abitur gemacht. Dann Studium in München, als Unternehmer erfolgreich. Heute ist er Mitglied im Kuratorium der Eugen-Biser-Stiftung München und Vorstand der Deutsch-Türkischen Wirtschaftsvereinigung.

Oder Saina Bayatpour: Im Alter von acht Jahren aus dem Iran geflohen. Abitur in München, Studium, heute beschäftigt sie in ihrer Kommunikationsagentur 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist Zukunft Bayern! Danke!

Der Freistaat, unsere Städte und Kommunen, unzählige engagierte Bürgerinnen und Bürger: Sie alle machen ein großartiges Angebot. Unsere Integrationsministerin Emilia Müller, der Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer, der Bayerische Integrationsrat: Sie alle schaffen ein Klima des Vertrauens und der Verständigung. Bayern reicht die Hand.

Bayern ist traditionell und über alle Jahrhunderte seiner Geschichte ein weltoffenes Land in der Mitte Europas und eine Brücke zwischen den Kulturen. Bayern ist das Land des gelingenden Miteinanders. Dafür sagen wir allen Einheimischen und Neubürgern Dank und Respekt!

In Deutschland gibt es eine beliebte Arbeitsteilung: Wenn Bayern etwas fordert, dann ist das unmenschlich oder fördert den rechten Rand. Der Aufschrei ist groß. Dann vergeht etwas Zeit. Und wenn dann andere das Gleiche fordern, dann ist das plötzlich allgemein anerkannter Standard.

Deshalb stelle ich klar, was eine Selbstverständlichkeit ist: Die Achtung der Menschenrechte gehört bei uns zur Staatsräson. In Europa gilt das Asylrecht. Wer zu Recht Schutz sucht, der muss Schutz bekommen. Und in Bayern bekommt er ihn auch. Dazu bekennen wir uns.

Aber das europäische Asylsystem bedeutet nicht, frei wählen zu können, wo der Schutz gewährt wird. Das ist der erste Punkt. Wenn ein Flüchtling europäischen Boden betreten hat, ist er in Sicherheit und genießt Schutz. Die Weiterfahrt nach Deutschland ist keine Flucht mehr. Das ist die Rechtslage.

Und zum Zweiten: Das Asylrecht bedeutet nicht, alle nationalen Sicherheitsinteressen zu vergessen. Der Rechtsstaat muss wissen, wer ins Land kommt, wer hier lebt und wer ein Bleiberecht hat.

Bayern ist die Stimme der Vernunft. Wir geben keine Versprechungen, sondern wir sagen die Wahrheit und wir tun das Notwendige:

  • verlässliche Grenzkontrollen,
  • Westbalkanstaaten als sichere Herkunftsländer,
  • beschleunigte Verfahren,
  • besondere Aufnahmeeinrichtungen für Menschen ohne Bleibeperspektive,
  • Rückkehr zum Sachleistungsprinzip,
  • Aufklärung, dass das Asylrecht eben kein Zuwanderungsrecht ist.

Wir formulieren, was das Land braucht. Millionen Menschen machen sich auf den Weg nach Europa. Deshalb sage ich: Wir müssen vorsorgen für die Zukunft. Wir schaffen es nicht, nochmals eine Million neuer Menschen aufzunehmen. Wir müssen die Rückführung beschleunigen. Wir müssen Zuwanderung begrenzen. Deutschland braucht ein Einwanderungsbegrenzungsgesetz, mit dem Einwanderung gesteuert wird, und eine Obergrenze. Nur dann können wir auf Dauer Humanität leisten. Das alles ist Normalität in anderen Ländern Europas!

Nochmals: Bayern ist ein weltoffenes Land. Wir geben in den vier Jahren von 2015 bis 2018 über 9 Milliarden Euro zur Bewältigung der Flüchtlingskrise aus. Wir schaffen tausende neue Stellen. Verwaltung und Schulen leisten Großartiges. Und die eigentlichen Helden dieser Monate sind unsere Ehrenamtler, die Freiwilligen. Herzlichen Dank allen Bediensteten, allen Helferinnen und Helfern!

Zuwanderung begrenzen, damit weiter humanitäre Hilfe geleistet werden kann – das sollte alle Parteien in diesem Hause einen. Dazu gehört auch: Der Freistaat Bayern schafft Perspektiven für die Menschen durch konkrete Projekte vor Ort – im Nordirak und im Libanon, in Tunesien und im Senegal. So können die Menschen in ihrer Heimat, bei ihrer Familie bleiben oder dorthin zurückkehren. Und dadurch verringern wir die Zuwanderung nach Europa. Das ist realpolitische Humanität, das ist praktizierte Christlichkeit in Regierungsverantwortung.

4. Wohlstand und Arbeitsplätze für morgen

Jede Generation hat ihre großen Aufgaben. Bayern ist nach dem Zweiten Weltkrieg als das Armenhaus gestartet. Heute finanziert Bayern halb Deutschland. Heute sind wir Chancenland Nr. 1 in Deutschland. Jetzt geht es darum, diese Spitzenposition auch für den digitalen Fortschritt zu sichern: für neue Wertschöpfung, für neue Arbeitsplätze, für sozialen Wohlstand der Menschen in Bayern.

Und ich stehe dazu: Markt pur – das ist nicht der bayerische Weg. Wir gestalten eine aktive Wirtschaftspolitik. Wir helfen beim Strukturwandel und lassen die Familien nicht allein, wenn ihr Betrieb dicht macht. Wir kümmern uns und eröffnen neue Chancen. Das ist der bayerische Weg!

In den kommenden zwei Jahren investieren wir jeweils über 1 Milliarde Euro gezielt für die Arbeitsplätze der Zukunft. Das ist der Wachstumsplan Bayern.

Eine schwindelerregende Prognose lautet: In den nächsten zehn Jahren entsteht durch die digitale Revolution eine zusätzliche Wertschöpfung in Europa von 1,25 Billionen Euro [bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt]. Der globale Wettlauf um die digitale Zukunft ist in vollem Gange. Bayern ist bereits heute Treiber des digitalen Fortschritts. Nicht umsonst kommen die Top-Firmen nach Bayern – von Google über IBM bis Huawei. Microsoft eröffnet demnächst seine neue Deutschlandzentrale in München. München ist die digitale Hauptstadt Europas. Und wir schaffen jetzt digitale Gründerzentren in jedem Regierungsbezirk. Gleichzeitig unterstützen wir mit 100 Millionen aus unserem Wachstumsfonds junge Start-ups in ganz Bayern.

Das wichtigste Ziel ist: Wir wollen die Arbeitsplätze der digitalen Revolution im High-Tech-Land Bayern haben. Deshalb investieren wir in den kommenden beiden Jahren erneut 2,5 Milliarden Euro für BAYERN DIGITAL – für den weiteren Netzausbau, für den digitalen Aufbruch in Unternehmen, Schulen und Hochschulen.

Wir verbessern das Mobilfunknetz. In Bayern soll es keine Funklöcher mehr geben. Mit einem Sofortprogramm wollen wir in unterversorgten Gebieten bis 2020 ausreichend Funkmasten bauen oder nachrüsten.

Wir erweitern das erfolgreiche „Zentrum Digitalisierung.Bayern“. Das Zentrum ist Denkfabrik und Motor für das ganze Land.

  • Wir machen Bayern zur Leitregion für Big Data.
  • Wir geben das weltweit führende Software-Know-How an den Mittelstand weiter. Dafür stehen das neue Zentrum für Software-Exzellenz und die Entwicklung einer sicheren Bayern-Cloud.
  • Mit dem Digitalbonus schieben wir weitere Investitionen im Mittelstand für IT-Sicherheit und für die digitale Zukunft an.
  • Wir bringen Programmieren und neue Technologien stärker in die Schulen. Digitale Bildung muss an allen Schularten fester Bestandteil des Unterrichtsalltags sein. Wir schaffen weitere Lehrstühle und Studienplätze.
  • Wir fördern digitale Chancen im Alter und bei der Pflege. Mit neuen Helfern wie zum Beispiel mobilen Robotern wollen wir ältere und pflegebedürftige Menschen zu Hause unterstützen.

Die neue Technik wollen wir nutzen. Wir dürfen nicht schutzlos sein gegen digitale Bedrohungen und wir wollen nicht entmündigt werden. Wir wollen die Technik beherrschen – nicht umgekehrt. Deshalb setzen wir auf eigene Kompetenz und nicht auf eingekaufte Kompetenz. Das ist der bayerische Weg: selbstbestimmt, vernetzt, Weltspitze.

Zu unserer Zukunftsgestaltung mit Weitblick gehören der schonende Umgang mit Ressourcen und eine sichere Energieversorgung. Die Prognosen sind eindeutig:

  • Energie: Bis 2030 steigt weltweit der Bedarf an Primärenergie um 23 Prozent.
  • Wasser: Zunahme der Nachfrage nach Wasser bis 2050 um fast 40 Prozent.
  • CO-2: Anstieg um 27 Prozent bis 2030.
    [Roland Berger Strategy Consultants (2014 f.): Trend Compendium 2030]

Die Entwicklung ist besorgniserregend. Klimaschutz und Knappheit der Ressourcen bergen aber auch riesige Chancen für Innovationen aus Bayern. Wir setzen weitere Meilensteine für eine carbonfreie Energieversorgung, das energieautarke Haus und die Erforschung neuer Speichertechnologien.

Bayern ist Autoland – wir sind stolz auf diese Spitzenindustrie. Mir sagen die Chefs von Audi und BMW: Nur wenn wir bei Elektromobilität und beim autonomen Fahren Weltspitze sind, können wir die Arbeitsplätze im Land halten. Ich freue mich, dass BMW und Audi Milliardenbeträge in Bayern investieren, z. B. in neue Entwicklungszentren. Die Staatsregierung hat das „Digitale Testfeld Autobahn“ nach Bayern geholt – mit der A 9 zwischen Nürnberg und München als erster Strecke für automatisiertes Fahren. Pilotprojekte in München und Ingolstadt folgen. Das ist Zukunft in Bayern!

Der Hochleistungs-Standort Bayern braucht Hochleistungs-Infrastruktur. Ich nenne stellvertretend

  • den Donauausbau,
  • die Mobilitätsdrehscheibe Augsburg,
  • die Neufahrner Kurve,
  • die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt,
  • die Stadt-Umland-Bahn (StUB) Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach,
  • die A 3 Aschaffenburg-Würzburg-Nürnberg sowie Regensburg-Passau,
  • die A 8 München-Augsburg-Ulm sowie Rosenheim-Bernau,
  • die A 94 München-Pocking,
  • den Frankenschnellweg Nürnberg und
  • den Ausbau Flughafen Memmingen.

Wir haben die Thüringer Strombrücke Redwitz-Altenfeld durchgesetzt. Im Wahlkampf vor Ort verteidigt! Jetzt 30 Kilometer durch Bayern. Für die beiden großen Gleichstromleitungen haben wir den Vorrang für Erdkabel erreicht. Keine Freileitung muss mehr die Landschaft verschandeln. Das ist ein Meilenstein für den bürgerfreundlichen Netzausbau und den Schutz der Landschaft.

Donauausbau mit Augenmaß, keine Belastung durch übermäßige Windkraftanlagen, Trassen unter die Erde – so verstehe ich Politik für das ökonomisch Notwendige unter Bewahrung unserer wunderbaren Natur in Bayern. Ich brauche da von niemandem Nachhilfe!

Die nächsten Schritte gehen wir ebenfalls zusammen mit den Bürgern und nicht gegen sie an:

  • Zweite Stammstrecke,
  • Anbindung des Chemiedreiecks sowohl an den Knoten München als auch in Richtung Salzburg und damit an den Hafen Triest,
  • Zulauf zum Brenner Basistunnel.

Zur dritten Start- und Landebahn habe ich bereits einen umfassenden Dialogprozess geführt. Mein Vorgehen wurde von allen Beteiligten einhellig begrüßt. Das ist moderne Mitbestimmungs- und Teilhabepolitik. Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben wir nun einen neuen Trend und damit eine neue Situation. Die Zahl der Flugbewegungen steigt seit dem letzten Jahr und das soll sich nach der Prognose auch in der Zukunft fortsetzen. Wir sehen deshalb den Zeitpunkt gekommen, jetzt in eine Debatte einzutreten über den Weg für eine Entscheidung zum Bau der dritten Startbahn. Ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass diese Entscheidung zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt München getroffen werden muss. Wir streben dazu die Einleitung eines Ratsbegehrens an und wollen dazu mit der Landeshauptstadt München eine Übereinkunft treffen.

Ein weiterer globaler Megatrend sind die neuen Chancen in Medizin und Lebenswissenschaften. Bayern soll auch hier ganz vorne dabei sein.

Bis 2018 werden wir das Universitätsklinikum Augsburg aufbauen. Versprochen – gehalten! Bayern zahlt über 250 Millionen Euro allein für Lehr- und Forschungsflächen. Würzburg, Regensburg, Erlangen – überall investieren wir massiv in die Zukunft unserer Kliniken. Wir machen das Medical Valley Nürnberg-Erlangen zum Aushängeschild für ganz Bayern. Wir unterstützen das Megaprojekt Siemens Campus. Der Weltkonzern investiert daheim in Bayern 500 Millionen Euro. Für den Wissenschaftsstandort Nürnberg-Erlangen-Fürth planen wir in historischer Dimension.

Letztes Jahr haben wir in Großhadern-Martinsried einen in ganz Europa einmaligen Campus für Medizinforschung eingeweiht. Allein für das Zentrum für angewandte Zellforschung haben wir zusammen mit dem Bund 125 Millionen Euro investiert. Wir investieren über zwei Jahrzehnte hinweg 1 Milliarde Euro in den Neubau des größten bayerischen Universitätsklinikums in Großhadern [über eine Bauzeit von etwa 24 Jahren].

Ich bin stolz, sagen zu können: In den letzten zehn Jahren haben wir die Zahl der Studienanfänger um fast die Hälfte erhöhen können. Bei den naturwissenschaftlichen Fächern sogar um sage und schreibe 70 Prozent. Und hier wiederum den Anteil der Frauen um über 80 Prozent – das ist der größte Bildungsaufbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Nur stellvertretend ein weiteres Beispiel: Die neue Hochschule für „Biotechnologie und Nachhaltigkeit“ in Straubing bauen wir auf insgesamt 1.000 Studienplätze aus.

Wir schaffen Chancen für jedes Talent. Deshalb wollen wir nochmals zusätzlich 1 Milliarde Euro in die Bildung investieren, unter anderem für noch mehr Ganztagsangebote [19,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 gegenüber 18,4 Milliarden Euro in 2016]. Ich habe eine Ganztagsgarantie gegeben: Für jede Schülerin und jeden Schüler bis 14 Jahre ein bedarfsgerechtes Angebot bis 2018. Dieses Ziel erreichen wir. Und wir ermöglichen weitere Angebote in den Ferien und zur individuellen Förderung. Unsere „Bildungsmilliarde“ ist ein neuer Kraftakt für das Chancenland Bayern.

Wir haben seit 2008 fast 7.000 Lehrerstellen neu geschaffen. Wir werden bis 2018 über 800 weitere Stellen zusätzlich zur Verfügung stellen.

Wir machen eine Verlängerung der Lernzeit an den bayerischen Gymnasien möglich. Junge Menschen sollen die notwendige Zeit bekommen, ihre Talente voll zu entfalten. Wir orientieren uns an der Lebensvielfalt – das ist viel menschlicher und schülergerechter als jede abstrakte und unmoderne Strukturdiskussion. Reden wir über modernste pädagogische Ansätze, reden wir über Ganztagsangebote, individuelle Förderung und Persönlichkeitsentwicklung – das ist moderne Politik!

In Bayern gilt: Im Mittelpunkt steht der Mensch. In der Bildung gilt: Das Maß der Dinge ist das Kind. Das heißt: nicht über einen Kamm scheren, sondern flexible Wege ins Leben. Dieses Menschenbild drücken wir aus in dem Satz: Der Facharbeiter ist genauso viel wert wie der Vorstandsvorsitzende. Deshalb: Vielfalt und Wahlfreiheit. Individuelle Bildung ist die beste Bildung. Differenzierte Bildung ist die menschlichste Bildung!

5. Chancen überall im Land

Ministerpräsident Horst Seehofer: "Wir schaffen Chancen für alle und für jede Region."vergrößernWir schaffen Chancen für alle und für jede Region. Wir erfüllen den Auftrag unserer Verfassung, für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. In vielen Regionen haben wir praktisch Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenzahlen in den Regierungsbezirken haben sich in den letzten Jahren weitgehend angenähert. 2005 betrug die Spannweite zwischen den Regierungsbezirken in Bayern noch 3,4 Prozent. 2015 beträgt sie nur noch 1,2 Prozent. Das heißt: um zwei Drittel niedriger.

Unsere Strategie ist erfolgreich: Arbeit zu den Menschen bringen, und nicht umgekehrt! Hier haben schon meine Vorgänger von Goppel über Strauß bis Stoiber Weitblick bewiesen. Ich nenne allein den Ausbau der Bildungslandschaft in allen Regionen, der Schulen und Hochschulen. Kontinuität und Weitblick führen zum Erfolg!

2015 haben wir den Startschuss für die größte Behördenverlagerung der letzten Jahrzehnte gegeben. Über 50 staatliche Einrichtungen verlegen wir in ländliche Regionen [3.155 Personen: 2.225 Beamte und Tarifbeschäftigte sowie 930 Studierende]. Wir haben einen zweiten Dienstsitz des Finanzministeriums in Nürnberg eingerichtet. Nun zünden wir die nächste Stufe: Wir verlagern erstmals ein ganzes Ministerium. Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zieht nach Nürnberg, in das Herz der Gesundheitsregion Franken.

 

III. HEIMATLIEBE UND WELTOFFENHEIT

1. Natur, Kultur, Heimat

Wir arbeiten für die Symbiose von Ökologie und Ökonomie. Dafür stehen unsere 18 Naturparke – Schwerpunkte des naturnahen Tourismus in Bayern. Dafür stehen unsere beiden Nationalparke Bayerischer Wald und Berchtesgaden. Über 3 Millionen Besucher bringen jährlich über 35 Millionen Euro Wertschöpfung in die Region. Diesen erfolgreichen Weg gehen wir weiter: Wir werden im Dialog mit den Bürgern und Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeiten für einen dritten Nationalpark in Bayern umfassend prüfen. Dabei kommen vorwiegend Gebiete im Staatseigentum in Betracht. Das ist eine historische Entscheidung für die kommenden Generationen. Deshalb streben wir einvernehmliche Lösungen an.

Die jüngsten Hochwasserereignisse machen uns auf bittere Weise bewusst: Der Klimawandel ist Fakt. Wir machen Bayern klimafest – auch beim Hochwasserschutz. Wir erweitern das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus. Wir verstärken gemeinsam mit den Kommunen die Vorsorge gegen Starkregen und Sturzfluten.

Wir im Freistaat haben unsere Wurzeln in einer einzigartigen Landschaft und in unserer bäuerlichen Tradition. Unser Prinzip hat sich bewährt: Schützen durch nützen! Ein Beispiel: Bayern ist das waldreichste Land in Deutschland. Über ein Drittel des Freistaats besteht aus Wald. Und Bayerns Wald wächst – in den letzten drei Jahrzehnten um eine Fläche mehr als doppelt so groß wie der Chiemsee. Das gibt es sonst nirgends. Ich danke unseren Land- und Forstwirten und den Waldbesitzern für ihren großartigen Einsatz!

Leistung muss sich lohnen! Qualität muss sich rechnen! Gesund, regional, bio, vertrauenswürdig – das hat einen gerechten Preis verdient. Wir wollen keine industrialisierte Landwirtschaft. Wir handeln für unsere Familienbetriebe. Wir wollen die Leistungen erhöhen aus KULAP, Dorferneuerung, Flurneuordnung und Vertragsnaturschutz – insgesamt um nahezu 100 Millionen Euro. Bayern steht zu seinen Landwirten und Waldbesitzern!

Wir genießen heute die sichersten Lebensmittel in der Geschichte. Gegen die kriminelle Energie Einzelner gehen wir mit aller Konsequenz vor und stärken unseren Verbraucherschutz strukturell und personell.

Bayern ist Kulturstaat. Mit unserem Bayerischen Kulturkonzept investieren wir von 2013 bis 2018 rund 300 Millionen Euro zusätzlich [2013: 31,2 Millionen Euro; 2014: 44,8 Millionen Euro; 2015: 45,9 Millionen Euro; 2016: 60,1 Millionen Euro; 2017/2018: je 64 Millionen Euro].

Ich nenne die neuen Konzertsäle in München und Nürnberg und das neue Museum für Bayerische Geschichte in Regensburg. In Würzburg schaffen wir auf der Festung Marienberg ein Fränkisches Landesmuseum. Bald haben wir in jedem Regierungsbezirk ein staatliches Museum. Wir wollen die Stadtresidenz Landshut sanieren und ein Opernhausmuseum in Bayreuth errichten. Wir schaffen ein Sudetendeutsches Museum in München. Das sind Meilensteine für das kulturelle Leben in Bayern!

Theater, Kulturfonds und Denkmalpflege, Orchester und Festivals, Laien- und Volksmusik, Museen und Museumspädagogik, Heimat- und Trachtenpflege und ebenso die moderne Jugendkultur – mit unserem Kulturkonzept stärken wir diese ganze Vielfalt. Regional, lebendig, einzigartig – das ist Kunst und Kultur in Bayern.

2. Zusammenhalt

Bayern wächst weiter. Bayern ist offen für Neues. Doch bei allem Wandel gibt es eine Konstante: Die Menschen halten zusammen. Das ist der großartige menschliche Schatz, der Bayern zur Heimat macht.

Für diese stabilen Werte leisten unsere Familien unendlich viel. Deshalb wollen wir für Familien und Kinder in den nächsten beiden Jahren fast 5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Das sind 15 Prozent mehr! [DHH 2015/2016: 4,2 Milliarden Euro; 2017/2018: 4,9 Milliarden Euro]

  • Wir zahlen ein Landesbetreuungsgeld. Von den bayerischen Familien nehmen es über 70 Prozent in Anspruch. Eine bayerische Erfolgsgeschichte!
  • Wir erleichtern die Ferienbetreuung in Kindergärten und Horten, ohne dass die Eltern mehr bezahlen müssen.
  • Wir wollen die Kinderrechte ausdrücklich in das Grundgesetz aufnehmen.

Wir arbeiten für den Zusammenhalt durch Ehrenamt und Beteiligung. Wir setzen auf die Koalition mit den Bürgern. 2,5 Millionen Euro wollen wir in die künftige „Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern“ investieren, eine bundesweit einmalige Einrichtung für innovative Projekte. Wir bündeln alle Ideen und bringen die Praktiker an einen Tisch. Vorbild für diesen modernen Ansatz ist unsere erfolgreiche Stiftung Wertebündnis Bayern.

Ich freue mich, dass wir den freien Eintritt in unsere staatlichen Schlösser als ein Zeichen der Anerkennung möglich machen. Das gilt für alle Inhaber der Ehrenamtskarte. Wir haben 5 Millionen Ehrenamtler. Bayern ist Ehrenamtsland! Das unterstützen wir noch kraftvoller.

3. Leitkultur: Gemeinsame Werte für ein solidarisches Miteinander

Bayern ist mehr als ein funktionierender Staat. Bayern ist Heimat. Notlagen wie die Hochwasser und Attentate in diesem Jahr beweisen auch: In Bayern fühlen und handeln die Menschen solidarischer als anderswo. Und jeder muss anerkennen: Bayern und die bayerische Politik haben in der Flüchtlingskrise ein kraftvolles Zeichen der Humanität gegeben.

In den Jahren von 2015 bis 2018 geben wir 9 Milliarden Euro zur Bewältigung der Flüchtlingskrise aus. Diese Summe ist einmalig in Deutschland. Wir vermitteln unsere Rechts- und Werteordnung. Wir helfen mit zusätzlichen Sprach- und Integrationskursen, mit fast 2.000 speziellen Übergangs- und Berufsintegrationsklassen.

Zusammen mit der bayerischen Wirtschaft haben wir ein großes Ziel: 60.000 Flüchtlinge in Lohn und Brot bis zum Jahr 2019. Bereits jetzt haben wir fast 40.000 Flüchtlinge in Praktika, Ausbildung und Arbeit integriert. Ich bin stolz auf dieses Modellprojekt! Und ich füge hinzu: Das Zerrbild unserer Gegner von einem herzlosen Bayern ist völlig absurd!

Der Bildungsmonitor 2016 zeigt: Bei der Integration von Flüchtlingen liegt Bayern auf Platz 1 in Deutschland [Bildungsmonitor der Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft 2016]. Ich danke den bayerischen Lehrkräften, der Wirtschaft und allen Helferinnen und Helfern für diesen Kraftakt!

Unsere Botschaft in Bayern lautet: Wir machen ein ehrliches Angebot für ein gutes Miteinander. Aber jeder Zuwanderer hat auch die Pflicht, sich für dieses Miteinander anzustrengen. Wer bei uns leben will, der muss mit uns leben wollen.

Zuwanderer müssen „Ja“ sagen zu unserem christlich-jüdisch geprägten Wertefundament, zu unserem abendländischen Erbe von Humanismus und Aufklärung. Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungs- und Religionsfreiheit – das ist unsere Hausordnung, wie sie im Grundgesetz und in unserer Bayerischen Verfassung festgeschrieben ist. Das alles muss ausnahmslos und von jedem respektiert und gelebt werden.

Jeder, der zu uns kommt, muss wissen: Wir dulden keine Parallelgesellschaften. Wir akzeptieren keine Paralleljustiz. Recht sprechen bei uns die Richterinnen und Richter – und sonst niemand.

Jeder, der zu uns kommt, muss wissen: In unserem Land sind Frauen gleichberechtigt. Frauen führen ein selbstbestimmtes Leben, arbeiten als Polizistinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen und übernehmen Führungspositionen. Ein mittelalterliches Frauenbild, das Frauen versteckt und ihnen ihr Gesicht nimmt, sie als unrein stigmatisiert, ihnen den Handschlag verweigert oder sie zwangsverheiratet, das alles hat in Deutschland, in Europa keinen Platz.

Das gilt im Besonderen auch für Kinderehen, die hierzulande inakzeptabel sind. Der Bund ist hier in einer besonderen Pflicht. Der Rechtsstaat muss gerade hier klar und konsequent durchgreifen.

Hass, Antisemitismus, Angriffe auf das Existenzrecht Israels, Aufrufe zur Gewalt werden in unserem Land nicht geduldet. Der politische Islamismus ist intolerant, von primitivsten Feindbildern geprägt und er ist gewaltbereit. Das alles gehört nicht zu Deutschland!

Ich erinnere an die bewegenden Worte des kürzlich verstorbenen Max Mannheimer hier in diesem Hohen Haus vom Januar 2015: „Freundschaft zwischen Völkern und Religionen ist in unserer Zeit eines der wichtigsten Signale.“ [Gedenken zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27.01.2015]

Deshalb ist Bayern Vorreiter für ein NPD-Verbot. Deshalb bekämpft Bayern Antisemiten und Rechtsradikale wie kein anderes Land. Wir Demokraten stehen zusammen. Wir sagen auch den Islamisten, Salafisten, Hasspredigern aufrecht, selbstbewusst und unmissverständlich: Es gibt keinen Millimeter Raum für Verfassungsfeinde in unserem Freistaat! Das ist unser demokratisches Gesicht in Bayern und das soll jeder sehen!

Jeder soll wissen: Gelingende Vielfalt, Einheit in Freiheit, das bayerische Grundgesetz vom „leben und leben lassen“, unser freiheitliches bayerisches Lebensgefühl – diese Errungenschaft von 1500 Jahren Geschichte lassen wir uns nicht nehmen.

Unsere Hausordnung ist nicht verhandelbar. Wir treffen uns nicht in einer „neutralen“ Mitte. Wir integrieren nicht in ein Niemandsland, sondern in unsere Werteordnung. Integration hat Richtung und Ziel. Das Ziel von Integration ist unsere Leitkultur.

Die Menschen in Bayern sorgen sich. Sie wissen sehr genau: Zusammenhalt, Respekt und Menschlichkeit brauchen mehr als bloßen Verfassungspatriotismus. 87 Prozent der bayerischen Bürgerinnen und Bürger – 87 Prozent aus allen Parteien und aus allen weltanschaulichen Traditionen wollen unsere Leitkultur zum Maßstab für Integration machen [Studie „Sicherheit, Integration und Leitkultur – im Meinungsbild der bayerischen Bevölkerung“ von policy matters, 2016].

Deshalb bildet Leitkultur die Grundlage für unser Bayerisches Integrationsgesetz. Ich appelliere an Sie alle: Stehen wir zu unseren Werten! Ohne gemeinsame Werte ist Demokratie eine leere Hülle. Ohne Bindungen ist Freiheit kalt und rücksichtslos. Solidarität braucht Zusammengehörigkeit. Solidarität braucht Identität.

Die Menschen erwarten von uns ein klares Bekenntnis: Falsch verstandene Toleranz darf nicht zur kulturellen Selbstaufgabe führen. Bayern soll Bayern bleiben. Deshalb streben wir an, dass der Begriff der Leitkultur als Voraussetzung für Solidarität und Miteinander in die Bayerische Verfassung aufgenommen wird.

4. 70 Jahre Verfassung, 100 Jahre Freistaat Bayern

In diesem Jahr feiern wir gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern 70 Jahre Bayerische Verfassung. Im Jahr 2018 feiern wir 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern und 100 Jahre Freistaat. Nutzen wir diese Jubiläen zur Selbstvergewisserung. Zeigen wir, was uns wichtig ist für unser Zusammenleben und unsere Demokratie.

Tradition, Kultur, Identität – das macht Bayern so besonders. Das Glattgeschliffene, das Beliebige will niemand. Das Unikat ist das Universelle. Gerade auch die neuen Mitbürger lieben die bayerische Lebensart. Und gerade sie verstehen überhaupt nicht, wenn über bayerischen Patriotismus die Nase gerümpft wird, wenn einsame Querköpfe unsere Trachtler und Schützen madig machen – so war es beim G7-Gipfel. Wir sind stolz auf unsere Trachtler! Wir sind stolz auf Bayern! Wir feiern Bayern!

Die Menschen leben gerne in Bayern. Bayern hat sich verändert, aber das bayerische Lebensgefühl ist geblieben. Wir in Bayern entscheiden über unsere Zukunft selbst und möglichst unabhängig. Wir denken wertorientiert, generationengerecht, langfristig. Wir handeln in Verantwortung für unsere Kinder und Enkel. Deshalb steht Bayern für Stabilität in einer instabilen Welt.

In einer Welt der Unsicherheit sagen wir: Die Sorgen der Menschen sind unsere Sorgen. Politik ist Dienst am Menschen. Dafür arbeiten wir. Dafür reichen wir allen Kräften der Vernunft die Hand.

Wir schaffen Vertrauen. Vertrauen durch Kontinuität und Weitblick.

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Regierungserklärung vor dem Bayerischen Landtag