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Mit der neuen „Digitalen Bürgerwabe“ zeigt das Landratsamt Roth gemeinsam mit Partnern aus der Region, wie innovative und bürgernahe Verwaltung vor Ort praktisch umgesetzt wird. Der im Landratsamt vorgestellte Prototyp schlägt die Brücke zwischen digitalen Zukunftstechnologien und gewohntem vor-Ort-Service und soll perspektivisch in den Regelbetrieb überführt werden. Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring und Landrat Ben Schwarz stellten gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Felix Locke das deutschlandweit einzigartige Projekt vor.
Digitalminister Dr. Fabian Mehring: „Unser Land erstickt in Bürokratie und krankt an seiner Demografie. Unsere Trümpfe gegen beide Herausforderungen heißen Digitalisierung und KI. Weil sich in den nächsten Jahren 15 Millionen Babyboomer in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschieden, gehen uns hierzulande schlicht die Köpfe aus. Die Verwaltung der Zukunft wird deshalb mit erheblich weniger Personal auskommen müssen. Um trotzdem leistungsfähig zu bleiben, müssen moderne Behörden unweigerlich hochgradig automatisiert, möglichst bürokratiearm und vollständig digital arbeiten. Umso mehr brauchen wir smarte Lösungen, um bei dieser überfälligen Modernisierung unseres Staates nicht die Menschen abzuhängen. Die digitale Bürgerwabe ist ein bundesweites Leuchtturmbeispiel dafür, wie wir Verwaltungsdigitalisierung und modernen Bürgerservice unter einen Hut bringen können. Sie hat das Potenzial, ein Exportschlager aus Roth zu werden, der bald überall Begeisterung für einen modernen Digitalstaat stiftet.“
Landrat Ben Schwarz: „Nicht alles lässt sich im Alltag ausschließlich digital von zuhause oder mit dem Handy erledigen. Die KI hilft beim Ausfüllen der Formulare, beantwortet Fragen und stellt sicher, dass alle Angaben vollständig sind. Gleichzeitig gewährleisten wir durch den Abgleich von Ausweis und Kamera eine hohe Sicherheit. Wichtig ist uns dabei ein geschützter Raum, der trotzdem offen und zugänglich bleibt. Für unsere Mitarbeitenden bedeutet das eine spürbare Entlastung, weil Anträge vollständig und strukturiert eingehen. So schaffen wir mehr Zeit für den direkten Service vor Ort.“
Die „Digitale Bürgerwabe“ ist als geschützter, modularer Servicepunkt konzipiert, der digitale Verwaltung vor-Ort-Service verbindet. Der vorgestellte Prototyp bietet bereits zentrale Funktionen:
- Sichere Identitätsprüfung über Ausweis-Scan und biometrischen Abgleich in Echtzeit
- KI-gestützte Antragstellung per Sprache, auch mehrsprachig (z. B. Arabisch, Spanisch und Englisch)
- Automatisierte Unterstützung beim Ausfüllen, inklusive Plausibilitätsprüfung und Vollständigkeit
- Dokumentenscanner zur direkten, datenschutzkonformen Übernahme in digitale Verfahren
Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger auch ohne technische Kenntnisse durch den gesamten digitalen Prozess zu führen – verständlich, barrierearm und ohne Medienbrüche. Gleichzeitig werden Mitarbeitende der Verwaltung entlastet, da Anträge vollständig, strukturiert und digital eingehen. An den Start geht die Bürgerwabe zunächst mit dem stark nachgefragten Antrag auf Wohngeld – weitere sollen folgen.
Die Ausweitung in die Fläche wird politisch durch den Bayerischen Landtag unterstützt: Über eine Fraktionsinitiative der Regierungsfraktionen in Höhe von 150.000 € wurden gezielt Mittel bereitgestellt, um Pilotprojekte wie die Bürgerwabe voranzubringen und perspektivisch im Raum Nürnberg auszurollen.
Initiator der Sonderförderung war der Landtagsabgeordnete Felix Locke, der betont: „Wir wollen einen modernen Staat, der den Menschen dient und ihnen nicht im Weg steht. Mit unserer Initiative bringen wir moderne Verwaltungskanäle wie die Bürgerwabe gezielt voran und machen den Weg frei für weniger Bürokratie und mehr digitale Lösungen im Alltag. Unser Ziel ist klar: Diese Angebote müssen jetzt Schritt für Schritt in die Fläche gebracht werden – gerade auch im Raum Nürnberg.“
Noch handelt es sich um einen Prototyp – die Perspektive beschreibt Entwickler Alexander Wexler (BEEvalid): „Die Wabe soll zum aktiven Beratungsort werden: Durch KI-gestützte Gesprächsführung und automatische Transkription können Anliegen vollständig erfasst, dokumentiert und weitergeleitet werden. Ein Service, der nicht nur für Kommunen, sondern auch Banken und Co. interessant ist. Auch müsste die Wabe nicht zwangsläufig in einem Amt stehen, was ein Loslösen von Öffnungszeiten bedeutet.“
Die Digitale Bürgerwabe wurde vom Landratsamt Roth initiiert und gemeinsam mit Unternehmen aus der Region entwickelt und umgesetzt. Bayern gehört bundesweit zu den führenden Ländern bei der Verwaltungsdigitalisierung. Mit innovativen Projekten wie der Bürgerwabe treiben Freistaat und Kommunen diesen Ausbau konsequent weiter voran – hin zu flächendeckenden, nutzerfreundlichen und praxisnahen digitalen Verwaltungsangeboten.
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