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Vier Preisträgerinnen und Preisträger – Kunstminister Blume: „Literatur ist viel mehr als Worte – sie ist Kompass, Spiegel und Zauber zugleich. Mit den Kunstförderpreisen würdigen wir Persönlichkeiten, deren Werke neue Welten erschließen und unsere Sprache bereichern.“
MÜNCHEN. Neue literarische Stimmen mit Kraft, Originalität und poetischem Zauber: Mit den Bayerischen Kunstförderpreisen 2025 in der Sparte Literatur ehrt Kunstminister Markus Blume vier herausragende Persönlichkeiten aus München und dem Ammergebirge. „Literatur bedeutet immer auch Aufbruch – sie macht Unsichtbares sichtbar und Unaussprechliches sagbar. Unsere Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, wie Sprache verbinden, verwandeln und vielleicht auch trösten kann. Mit ihrer Kreativität bereichern Delschad Numan Khorschid, Leona Stahlmann, Sina Scherzant und Katharina Martl Bayern schon heute – und prägen die Literatur von morgen“, betonte Blume in München.
Bis zu 17 Künstlerinnen und Künstler zeichnet der Freistaat jedes Jahr mit den Bayerischen Kunstförderpreisen aus. Sie werden in den vier Sparten Musik, Bildende Kunst, Darstellende Kunst (inkl. Tanz) und Literatur verliehen. Die Auswahl trifft jeweils eine unabhängige Fachjury. Die Preise sind mit 7.000 Euro für Einzelpersonen und bis zu 12.000 Euro für Ensembles dotiert.
Die Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise 2025 findet am 18. November 2025 im Bergson Kunstkraftwerk in München statt – unmittelbar vor dem neuen Bayerischen Kunstpreis, der am selben Abend Premiere feiert.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2025 in der Sparte Literatur:
Delschad Numan Khorschid – In seinem Werk „Nirgendwo ist mein Zuhause“ (Schillo 2025) verbindet Khorschid (*1983) Gedichte, Prosatexte und Fotografien zu einer schonungslosen poetischen Spurenlese von Krieg und Flucht – und zugleich zu einer Liebeserklärung an die Kraft der Poesie und die Kunst der Resilienz. Er floh mit 17 Jahren aus dem Irak und lebt heute in München. Neben seiner literarischen Arbeit ist er am Residenztheater München engagiert und entwickelt interdisziplinäre Projekte zwischen Literatur, Fotografie, Zeichnung, Malerei und Dokumentarfilm.
Leona Stahlmann – Gewaltig, bizarr und zugleich stilsicher entfaltet sich die Sprachkraft von Leona Stahlmann (*1988). Ihre Erzählwerke sind weniger Prosa als lange Gedichte. Wenn sie vom Begehren einer Heranwachsenden, sich selbst und anderen Gewalt zuzufügen („Der Defekt“, Kein & Aber 2020) erzählt oder eine Dystopie von Naturzerstörung und Überlebenskampf der Menschen entwirft („Diese ganz belanglosen Wunder“, dtv 2022), dann wirkt ihre Sprache wie ein Chirurgenbesteck, das die ungeheuren Kräfte freilegt, die in der Natur der Menschen walten. Die vielfach ausgezeichnete Autorin lebt im Ammergebirge und ist längst zu einer markanten Erscheinung in der bayerischen Literaturlandschaft geworden.
Sina Scherzant – In ihrem zweiten Roman „Taumeln“ (park x ullstein 2024) zeigt Sina Scherzant (*1992), wie das ungeklärte Verschwinden eines Menschen das Leben der Zurückgebliebenen erschüttert – und zugleich das soziale Gefüge eines Dorfes unerwartet stabilisiert. Virtuos verwebt sie Fragen nach sozialen Rollenerwartungen und medialen Bildern vom „idealen Opfer“ mit einer kaleidoskopischen Erzählform. Mit erzählerischer Leichtigkeit und feiner Komik gelingt es der Autorin, ein schweres Thema eindrücklich und nachhaltig zu gestalten. Scherzant lebt als freie Autorin und Podcasterin in München.
Katharina Martl – Katharina Martl (*1987) hat mit ihrer Übersetzung des Romans „Kniven i ilden“ („Der Aufbruch“) von Ingeborg Arvola eine flüssige, nuancierte deutsche Fassung geschaffen. Ihre Übersetzung der Geschichte einer jungen Frau, die mit den Normen der finnischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts hadert und mutig ihren eigenen Weg geht, bewahrt die Eigenarten des norwegischen Originals – von historisierenden Elementen über finnische bzw. kvenische Einsprengsel bis hin zu kulturell fremden Realien – und überträgt dessen besondere Atmosphäre in eine ebenso präzise wie lebendige Sprache. Martl studierte Nordische Philologie sowie Literarisches Übersetzen und arbeitet seit 2020 in München als literarische Übersetzerin.
Die weiteren Preisträgerinnen und Preisträger in den Sparten Bildende Kunst und Darstellende Kunst (inkl. Tanz) werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben.
Fotos der einzelnen Preisträgerinnen und Preisträger der Bayerischen Kunstförderpreise 2025 in der Sparte „Literatur“ finden Sie zum kostenlosen Download unter:
Christian Betz, Pressesprecher, 089 2186 2766
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