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FÜRACKER: HEIMATPFLEGE LEBT DURCH ENGAGIERTE MENSCHEN! Heimatminister übergibt erstmals Preise „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“
29. September 2022
„Heimatpflege hat viele unterschiedliche Ausdrucksformen – aber sie lebt nur durch Menschen, die oft ehrenamtlich ihren Lebensraum gestalten und ihre Traditionen erhalten. Daher freut es mich besonders, zum ersten Mal den mit je 1.000 Euro dotierten Preis ‚Heimatpflege-Ausgezeichnet!‘ zu verleihen. Hiermit wollen wir in diesem Jahr die herausragenden Leistungen der Preisträger zum Erhalt der örtlichen Baukultur würdigen. Die Ausgezeichneten sind großartige Vorbilder und zeigen, wie Heimatpflege gelebt wird“, sagte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker am Donnerstag (29.9.) auf dem Forum.Heimatpflege.Kommunal im Heimatministerium in Nürnberg. „Herzlichen Dank auch an unseren Kooperationspartner beim ersten Forum.Heimatpflege.Kommunal, den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V.“, so Füracker.

Den Preis „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“ für ihre Leistungen zum Erhalt der örtlichen Baukultur haben heute erhalten:

Altstadtfreunde Gräfenberg e. V., Oberfranken
Die Altstadtfreunde Gräfenberg haben auf eigene Initiative mehrere historische Gebäude im Stadtkern von Gräfenberg saniert. Beispiele sind das historisch wertvolle Kräußelhaus aus dem 17. Jahrhundert sowie das Hiltpoltsteiner und das Gesteiger Tor. Heute ist Gräfenberg für seinen gut erhaltenen Stadtkern bekannt. Das ist das Ergebnis des ehrenamtlichen Engagements des Vereins, dessen Mitglieder viele Sanierungsarbeiten in Eigenleistung erbracht haben. Die Altstadtfreunde Gräfenberg setzten sich zudem für den Erhalt der jahrhundertealten Brautradition der Stadt ein. Der Verein hat das Kommunbrauhaus restauriert und bietet darin Braukurse und Bierführungen an. Zudem veranstalten die Altstadtfreunde Gräfenberg Stadtführungen und beteiligen sich regelmäßig an städtischen Festen wie zuletzt dem Stadtgrabenfest im Juli 2022. Mit seinem Engagement setzt sich der Verein für den Erhalt der Baukultur ein und macht die Geschichte von Gräfenberg lebendig und erfahrbar. Für dieses vorbildliche Engagement in der Heimatpflege erhält er die Auszeichnung „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Nürnberger Bauernhausfreunde e. V., Mittelfranken
Die Bauernhausfreunde setzen sich für den Erhalt gefährdeter Bauernhäuser in Nürnberg ein. Ganz besonders erwähnenswert ist die Sanierung des Schwedenhauses aus dem 16. Jahrhundert – eines der ältesten Bauernhäuser Nürnbergs. Ziel des Vereins ist es, das Haus als Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Verein Nürnberger Bauernhausfreunde erforscht zudem intensiv die ländliche Baukultur in Nürnberg. Er veranstaltet regelmäßig Führungen durch historische Dorfkerne und Gebäude sowie Vorträge renommierter Experten zu Denkmalpflege, Museumswesen und Regionalgeschichte. Die ländliche Baukultur ist für Nürnberger Bauernhausfreunde eine echte Herzensangelegenheit. Als auszeichnungswürdiges Beispiel für den Erhalt regionaler Baukultur erhält der Verein den Preis „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Förderkreis „Alte Synagoge Arnstein“ e. V., Unterfranken:
Der Förderkreis „Alte Synagoge Arnstein“ zeigt vorbildliches Engagement für die Pflege des jüdischen Erbes von Arnstein. Bereits seit dem Mittelalter existiert eine jüdische Gemeinde in Arnstein: 1819 wurde die klassizistische Synagoge errichtet, im April 1938 erfolgte wegen der nationalsozialistischen Verfolgung der Verkauf der Synagoge. Nach 1945 wurde sie als Wohn- und Lagerraum genutzt, bis die Gemeinde sie 1994 ankaufte. Die umfangreiche Renovierung erfolge erst nach Gründung des Förderkreises von 2005-2012 für rund 750.000 Euro. An der Mittelbeschaffung war der Förderkreis maßgeblich beteiligt. Durch den unermüdlichen Einsatz des Vereins prägt die Synagoge wieder das Stadtbild. Als Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen ist sie zu einem wichtigen Ort der Zusammenkunft für die Gesellschaft geworden. Die Wiederbelebung dieses wichtigen Erinnerungsorts jüdischen Lebens in Unterfranken zeugt von praktischer Heimatpflege. Hierfür erhält der Förderkreis „Alte Synagoge Arnstein“ e. V. die Auszeichnung „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Förderverein Schloss Burgtreswitz e. V., Oberpfalz:
Der Förderverein setzt sich mit hohem ehrenamtlichen Engagement für den Erhalt und die Restaurierung von Schloss Burgtreswitz in Moosbach ein. Von 1988-2018 haben seine Mitglieder in rund 46.000 Arbeitsstunden das Schloss restauriert. Zusätzlich hat der Verein ca. 250.000 Euro an Spenden mobilisiert. Einschließlich seiner Eigenleistung hat der Förderverein mit insgesamt rund 700.000 Euro zur Restaurierung des Schlosses beigetragen. Dabei hat er es ermöglicht, dass Schloss Burgtreswitz im Eigentum der Marktgemeinde Moosbach bleibt. Inzwischen organisiert der Verein eine Vielzahl an Veranstaltungen und regelmäßige Führungen und trägt dadurch intensiv zur Belebung des Schlosses bei. So ist Schloss Burgtreswitz heute ein beliebter Veranstaltungsort und eine kulturelle Attraktion in der Oberpfalz. Ein herzliches Vergelt’s Gott für das beispielhafte ehrenamtliche Engagement um das regionale Baudenkmal. Hierfür erhält der Förderverein Schloss Burgtreswitz e. V. den Preis „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Prof. Dr. Sandra Schütz und Johannes Maria Haslinger, Niederbayern:
Die Professorin für empirische Sozialforschung an der OTH Regensburg Dr. Sandra Schütz und der Künstler und Heimatunternehmer Johannes Maria Haslinger erhalten für ihr innovatives Engagement für Kunst und Kultur den Preis „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“. Das Ehepaar hat mit seiner beispielhaften Initiative zusammen mit dem Verein Rotes Schulhaus e. V. das „Rote Schulhaus“ in Rinchnach instandgesetzt und wiederbelebt. Das Gebäude wurde 1888 mit der namensprägenden roten Ziegelfassade errichtet. Bis 2012 wurde es als Schulhaus – anfangs als Mädchenschule, später für den Werk- und Kunstunterricht der Grund- und Mittelschule – genutzt. Nach Leerstand, Kauf und Instandsetzung durch die heutigen Preisträger wurde im Juli 2022 das Museum „Rotes Schulhaus“ eröffnet. Während sich das Museum im Erdgeschoss befindet, dient das ehemalige Schulhaus gleichzeitig auch als Wohnhaus der Eigentümer. Das Museum ist ein beliebter Ort für wechselnde Ausstellungen zu Fotografie und zeitgenössischer Kunst sowie einer Vielzahl an kulturellen und sozialen Veranstaltungen. So konnte das „Rote Schulhaus“ als ortsbildprägender Erinnerungsort für viele Schüler- und Lehrergenerationen erhalten werden. Das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie persönliches Engagement für Kunst und Kultur einen überörtlichen Anziehungspunkt für viele schafft.

Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal e. V., Oberbayern:
Die Schutzgemeinschaft ist heute eine Institution des Tegernseer Tals. Seit ihrer Gründung vor 50 Jahren setzt sich der Verein für den Erhalt der einzigartigen Landschaft des Tegernseer Tals ein. Er hat dabei eine beeindruckende Entwicklung von einer kleinen Gruppe hin zu einer breit verwurzelten Gemeinschaft engagierter Bürgerinnen und Bürger vollzogen. Die Schutzgemeinschaft ist bekannt für ihr ambitioniertes Eintreten zum Erhalt der einzigartigen Berglandschaft Bayerns für die Allgemeinheit und leistet auch bei baulichen Großprojekten im Tegernseer Tal ihren Beitrag für die Heimatpflege. Als Anerkennung für ihr langjähriges Engagement für den Erhalt unserer bayerischen Kulturlandschaft erhält die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal e. V. heute den Preis „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Dr. Veronika Heilmannseder und Albrecht Schwedass, Schwaben:
Für ihren großen Einsatz für die Instandsetzung und Belebung von zwei historischen Gebäuden in Fellheim erhalten Dr. Veronika Heilmannseder und Albrecht Schwedass die Auszeichnung „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“. Die Historikerin und PR-Beraterin hat die Sanierung des barocken Fruchtspeichers aus dem späten 18. Jahrhundert initiiert. Das Gebäude wurde früher zur Lagerung von Feldfrüchten und als Eiskeller genutzt. Künftig soll es als Coworking-Space und Ort für Veranstaltungen und Ausstellungen dienen. Albrecht Schwedass hat am Bahnhof Fellheim ein Denkmal zur Erinnerung an das Schicksal von während des Nationalsozialismus deportierten Menschen jüdischen Glaubens errichtet. Der Bahnhof war 1942 Ausgangspunkt für die Deportation jüdischer Personen aus Memmingen und Fellheim. Schwedass hat das Bahnhofsgebäude 2019 erworben und schließlich im Juli 2022 als Erinnerungsort mit Gedenkskulptur eröffnet. Die Skulptur der Künstler Peter Heel und Agnes Keil zeigt zwei Stelen und einen Koffer. Beide Preisträger setzen sich daneben durch die langjährige Konzertreihe in der Synagoge Fellheim für die Erinnerung an das ehemals jüdisch-christliche Doppeldorf ein. Das ist vorbildhaftes Engagement für die Aufrechterhaltung der Erinnerung an die jüdisch-christliche Geschichte ihres Heimatorts Fellheim.

Heimatkreis Braunau / Sudetenland e. V. in Kooperation mit dem Verein Omnium z. s., Heimatpflege der Sudetendeutschen:
Seit 2018 veranstaltet der tschechische Verein Omnium z. s. zusammen mit dem Heimatkreis Braunau / Sudetenland e. V. Denkmalpflege-Workcamps und hält Friedhöfe und Kapellen in der Region um Braunau (tschechisch Broumov) durch Freiwillige aller Altersgruppen instand. Ziel der Vereine ist der Erhalt des kulturellen Erbes und des kulturellen Gedächtnisses durch die Pflege der Gräber der früheren deutschen Bewohnerinnen und Bewohner der Region. Die gemeinsame Arbeit der Freiwilligen ist gelebte Völkerverständigung und Versöhnungsarbeit zwischen Deutschen und Tschechen. Gleichzeitig dient die Instandhaltungsarbeit als Anregung für Pfarrer und Bürgermeister vor Ort, sich dauerhaft für die regelmäßige Pflege der Friedhöfe einzusetzen. Für den erfolgreichen Einsatz für ein gutes deutsch-tschechisches Miteinander und das wichtige kulturelle Projekt zur Erinnerungskultur erhalten die Preisträger die Auszeichnung „Heimatpflege-Ausgezeichnet!“.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers