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14. September 2015
Eine Vereinbarung zur Übertragung der Rechte an der Melodie des Liedes „Rote Mohnblumen auf Monte Cassino“ hat der Freistaat Bayern mit der Republik Polen unterzeichnet. Das Urheberrecht an der Melodie liegt beim Freistaat Bayern. „Gerne kommt der Freistaat einer Bitte Polens nach. Das Lied thematisiert die Eroberung des Monte Cassino im Mai 1944, mit der eine der längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges endete. Es erinnert an die rund tausend polnischen Soldaten, die bei Erstürmung der deutschen Stellungen gefallen waren. Daher ist es eine moralische Verpflichtung, der Republik Polen die Rechte an der Melodie dieses Liedes zu übertragen“, stellte Finanzstaatssekretär Albert Füracker in Vertretung von Finanzminister Dr. Markus Söder bei der Unterzeichnung der Übertragungsvereinbarung mit Unterstaatssekretär Prof. Dr. Artur Nowak-Far als Vertreter des polnischen Außenministeriums fest. An der Unterzeichnung in München nahm am Montag (14.9.) auch der Generalkonsul der Republik Polen in München, Andrzej Osiak, teil.

„Dieses Lied hat eine historische und emotionale Bedeutung für die Polen. Es besingt die Tapferkeit und Opferbereitschaft der Soldaten im Kampf auf Monte Cassino um die Unabhängigkeit und Freiheit Polens über ihren Tod hinaus. Es erinnert auch an die gewichtige Rolle dieser Soldaten in den Reihen der Alliierten während des Zweiten Weltkrieges. Die Übertragung der Rechte an Polen ist ein Zeichen des guten Willens und der tiefen Freundschaft seitens der Bayerischen Regierung und trägt zu dem deutsch-polnischen Verständnis bei“, fügte Unterstaatssekretär Nowak-Far hinzu.

Die Rechte an der Melodie hatte der Freistaat Bayern von Veronika Schütz geerbt, der Witwe des Komponisten Alfred Schütz. Sie hatte ihren letzten Wohnsitz in Bayern. Da sie keine Erben hatte, wurde der Freistaat Bayern dem deutschen Recht nach als Erbe festgestellt. Die Musik zum populären Soldatenlied „Czerwone maki na Monte Cassino” (Rote Mohnblumen auf Monte Cassino) komponierte Alfred Schütz in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1944 ein paar Stunden vor der Erstürmung des Monte Cassino. Er war zu dieser Zeit als Mitglied des polnischen Soldatentheaters in der Nähe des Monte Cassino. 1961 kehrte Schütz aus Brasilien nach Europa zurück und lebte in München bis zu seinem Tod im Jahre 1999.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers