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FÜRACKER: WÄSSERWIESEN IN FRANKEN SIND LEBENDIGE TRADITION – Finanz- und Heimatminister besucht Vierzigmann-Wasserrad in Möhrendorf // Immaterielles Kulturerbe Bayerns und Deutschlands
4. Oktober 2021
„Immaterielles Kulturerbe, das sind lebendige Traditionen, die ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln und Identität stiften. Die Tradition der Wässerwiesen in Franken zeigt: landwirtschaftliche Kulturtechnik bleibt dort erhalten, wo sie an gegenwärtige Bedingungen angepasst und erfolgreich weiterentwickelt wird. Die positiven Nebeneffekte, der mindestens seit dem Mittelalter betriebenen Technik, sind noch heute hochaktuell! Die Wässerwiesen fördern die biologische Vielfalt, bieten wertvolle Erholungsräume und verbessern vor allem in stadtnahen Lagen das Stadtklima“, freute sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Besichtigung der Wässerwiesen bei Möhrendorf und Übergabe der Aufnahmeurkunde in das Bayerische Landesverzeichnis an die Trägergruppe am Montag (4.10.). „Ein herzliches Dankeschön allen, die an diesem besonderen kulturellen Erbe teilhaben, sich dafür einsetzen und insbesondere den Weiterbetrieb und Erhalt der Wasserschöpfräder ermöglichen!“, betonte Füracker.

Die Traditionelle Bewässerung der Wässerwiesen in Franken im Flussgebiet von Rednitz, Regnitz und Wiesent wurde bereits 2020 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auf Vorschlag Bayerns erfolgte 2021 auch die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis. Sie ist eine seit dem Mittelalter belegte, meist genossenschaftlich organisierte Wiesenbewässerung mit Grabensystemen, Wehren und von der Strömung angetriebenen Wasserschöpfrädern im Großraum Schwabach-Nürnberg-Erlangen-Forchheim. Diese Art der Bewässerung dient schon seit jeher der Ertragssteigerung bei Gras, Heu und Grummet auf sandigen, wasserdurchlässigen und nährstoffarmen Böden im niederschlagsarmen Mittelfränkischen Becken. Teilweise werden noch immer die von der Strömung angetriebene Wasserschöpfräder eingesetzt. Sie schaufeln bis zu 1,4 Mio. Liter Flusswasser am Tag. Das Wissen zum Bau der Räder mit Bewässerungsanlagen wird bereits seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben.

Aktuell läuft die fünfte Bewerbungsrunde zum Eintrag in das Bayerische Landesverzeichnis bzw. das Bundesweite Verzeichnis. Noch bis zum 30. November 2021 können Gruppen, die eine kulturelle Ausdrucksform praktizieren, beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat die Aufnahme beantragen.

Interessierte und Antragsteller können sich bei der eigens dafür eingerichteten Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern informieren (ike@volkskunde.badw.de, Tel.: 089 – 51 55 61 44).
Nähere Informationen unter www.ike.bayern.de.

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