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Gerlach: Kinder bestmöglich auf digitalen Wandel vorbereiten / 500.000 Euro für Erforschung von Leistung und Motivation durch Tablets an Schulen im Landkreis Aschaffenburg
23. Juni 2022

Die Universität Würzburg untersucht mit einer Studie im Landkreis Aschaffenburg, wie Tablets bayernweit an Schulen am effektivsten eingesetzt werden können. Zum Schuljahr 2021/2022 hat der Landkreis acht weiterführenden Schulen großflächig mit Tablets ausgestattet. Bei der Begleitstudie im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales mit einem Gesamtvolumen von rund 500.000 Euro soll wissenschaftlich untersucht werden, wie der Einsatz der Tablets die Leistung und die Motivation der Schülerinnen und Schüler steigern kann.

Bayern Digitalministerin Judith Gerlach erklärt: „Wir müssen unsere Kinder bestmöglich auf den digitalen Wandel vorbereiten. Dazu gehört nicht nur eine gute Ausstattung mit digitalen Geräten. Wir müssen aber auch den Einsatz von Tablets möglichst effizient gestalten. Hier brauchen wir pädagogisch gute Angebote und kluge Konzepte. In der Studie soll deshalb untersucht werden, wie durch den Einsatz digitaler Geräte Motivation und Lernerfolg bei den Schülerinnen und Schülern verbessert werden kann.“

Die Leiterin des Forschungsprojekts Prof. Dr. Gerhild Nieding, Professorin für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, erklärt: „Das Innovative an diesem Projekt ist, dass wir digitale Technik zur Erforschung von Digitalisierungsstrategien einsetzen. Viele Befragungen werden direkt über die eingesetzten Tablets durchgeführt. Damit erreichen wir ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und Generalisierbarkeit, so dass unsere Ergebnisse in zukünftigen Schuldigitalisierungs-Projekten berücksichtigt werden können.“

Unter dem Titel „Schule von morgen“ bezuschusst der Landkreis Aschaffenburg Eltern in acht Schulen, um die Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgangsstufen mit Tablets auszustatten. Die unterstützten Schulen sind die Edith-Stein-Schule Alzenau, die Hahnenkamm-Schule Alzenau, das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, die Pestalozzischule Hösbach, das Spessart-Gymnasium Alzenau, die Staatliche Realschule Bessenbach, die Staatliche Realschule Großostheim und die Staatliche Realschule Hösbach. Dabei erhält jedes Kind ein eigenes Gerät zur Nutzung in der Schule und zu Hause, für Hausaufgaben und in der Freizeit. Die Forschenden werden mit diesen Schulen Kontakt aufnehmen, um sie für die Teilnahme zu gewinnen.

Bei der Studie soll unter anderem betrachtet werden, wie sich durch den Einsatz der Tablets die Schulleistungen und die Motivation der Kinder verändern. Abgefragt werden soll zudem, wie sich das Mediennutzungsverhalten und die Medienkompetenz der Schüler verändern und wie die Lehrkräfte mit den neuen Möglichkeiten umgehen. Untersucht wird auch der Einfluss von persönlichen Faktoren auf die Lernergebnisse, wie Alter der Kinder und Jugendlichen, die besuchte Schulform, die Ausprägung vorhandener Kompetenzen aber auch die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler.

Die Universität Würzburg wird das Nutzungsverhalten und die Auswirkungen über einen Dreijahres-Zeitraum bis 2025 untersuchen. Erste Zwischenergebnisse sollen bereits im nächsten Jahr vorliegen. Daraus sollen dann Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Zeitgleich startet das Staatsministerium für Unterricht und Kultus ein Pilotprojekt, in dem es Schulen in ganz Bayern bei der Ausstattung von Schülerinnen und Schüler einzelner Jahrgangsstufen mit digitalen Endgeräten unterstützt. Im Raum Aschaffenburg nehmen an diesem Projekt sechs Schulen teil: das Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg, das Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg, das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, die Staatliche Realschule Großostheim und das Förderzentrum Pestalozzischule Hösbach.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers