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Pressemitteilungen

Herrmann: Uni-Klinikum Erlangen für möglichen Anstieg von COVID19-Patienten gut gerüstet

26. März 2020

+++ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich heute vor Ort im Universitätsklinikum Erlangen beim Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro über den Stand der Vorbereitung auf eine mögliche Zunahme von COVID19-Patienten informiert. Noch vor zwei Wochen fanden in dem Gebäudeteil der Anästhesiologischen Klinik die Sprech- und Therapiestunden der Schmerzambulanz statt. Jetzt sind dort zwölf Intensivtherapiebetten mit Beatmungsgeräten aufgebaut. Studierende der Humanmedizin werden von erfahrenen Intensivpflegekräften geschult und bereiten sich auf die ersten COVID-19-Patienten vor. +++

Herrmann dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Uni-Klinikums Erlangen und einer Studierendengruppe persönlich für ihr Engagement: „Während sich einige in der Krise davonschleichen, sind Sie hier und helfen.“ Auch wenn derzeit noch viele Betten im Uni-Klinikum Erlangen und in anderen Kliniken der Region frei seien, wisse man in anderen Regionen Bayerns nicht, wie lange die Krankenhäuser die Situation dort verkraften können. Herrmann: „Es kann sein, dass dann zum Beispiel Patienten aus dem Großraum München verlegt werden müssen. Daher ist es besser, jetzt vorzusorgen. Besser bleiben eventuell einige Betten frei, als wenn wir eine Situation wie in Italien haben, und Menschen sterben, weil es kein freies Bett gibt.“ Er dankte den Uni-Klinika in Erlangen, Regensburg und Würzburg auch für ihre spontane Bereitschaft, je zwei Patienten aus Italien aufzunehmen. „Das ist ein gutes Zeichen für die europäische Verbundenheit“, so der Innenminister.

Der Direktor der Anästhesiologischen Klinik, Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler, erläuterte dem Innenminister die Intensivkapazitäten am Uni-Klinikum Erlangen. Im Normalbetrieb stehen 100 Intensivbetten zur Verfügung. Angesichts von COVID-19 wurden bis heute 40 weitere Intensivplätze geschaffen. „In der Endstufe könnten wir maximal rund 200 COVID-19-Patienten in verschiedenen Intensiveinheiten versorgen und beatmen“, sagte Prof. Schüttler. Dafür würden aber noch 30 neue Beatmungsgeräte gebraucht, die zwar bestellt, aber noch nicht geliefert worden seien. „Dann haben wir das absolute Maximum, was wir in Erlangen innerhalb der nächsten drei Wochen schaffen können.“

Der Ärztliche Direktor Prof. Iro sagte: „Unsere Vorbereitungen sind jetzt weitestgehend abgeschlossen. Wir haben unsere Intensivkapazitäten bald verdoppelt und Personal so umstrukturiert, dass wir die neuen Intensivbereiche betreiben können. Allerdings haben wir das große Glück, dass uns neben vielen externen Freiwilligen rund 200 Studierende der Humanmedizin und über 400 Wissenschaftler aus der Medizinischen Fakultät dabei tatkräftig unterstützen. Diese große Welle der Hilfsbereitschaft ist beeindruckend. Sie zeigt unseren Pflegenden und Ärzten, dass sie für die anstehenden Aufgaben auf eine breite Unterstützung zurückgreifen können. Unsere Pflegekräfte, Ärzte, Verwaltungsmitarbeiter und Hilfskräfte machen derzeit an der Krisenfront super Job!“ Sehr wichtig sei nun in den nächsten Tagen und Wochen, dass die angekündigten Nachlieferungen an Schutzmaterial rechtzeitig ankommen. „Aktuell strecken wir ganz bewusst unsere Ressourcen, ohne den Schutz von Patienten oder Mitarbeitern zu gefährden“, so Prof. Iro. „Wenn wir allerdings nicht bald den versprochenen Nachschub an Schutzmasken und Schutzmänteln bekommen, werden wir alle ein Problem haben.  Ich appelliere an alle politisch Verantwortlichen, uns in unserem Bemühen um ausreichende Materiallieferungen zu unterstützen.“  Derzeit würden vier COVID19-Patienten am Uni-Klinikum behandelt, davon einer intensivmedizinisch.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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