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Holetschek pocht auf attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte – Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister: Studie der Vereinigung der Pflegenden in Bayern zum Arbeitskräfte- und Ausbildungsbedarf ist wichtige Grundlage
7. Mai 2021

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek pocht darauf, dass bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege geschaffen werden. Holetschek betonte am Freitag anlässlich einer Veranstaltung der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) in München: „Wir müssen die Pflege jetzt zukunftsfest machen. Denn die Sicherstellung der Pflege ist unabhängig von der Corona-Pandemie die große Herausforderung der kommenden Jahre im Gesundheitsbereich. Dazu gehören in erster Linie attraktive Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte. Dafür setze ich mich gemeinsam mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern ein.“

Holetschek unterstrich: „Ich danke der VdPB dafür, dass sie eine Erhebung zum Arbeitskräftebedarf in der Pflege, zur Arbeitssituation von Angehörigen der Pflegeberufe und zum Ausbildungsbedarf durchgeführt hat. Die Ergebnisse dieser Studie sind eine wichtige Wissensgrundlage für künftige Fördermaßnahmen, Projekte und Strategien, um Personal zu gewinnen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die pflegerische Versorgung in Bayern langfristig zu sichern und mehr Fachkräfte für die Pflege zu begeistern.“

Erstmalig in Bayern analysiert die Studie den bestehenden Fachkräftebedarf sowohl im Bereich der Krankenpflege als auch in der Langzeitpflege. Die Ergebnisse der Studie werden  in den nächsten Monate in sieben Regionalkonferenzen in den Regierungsbezirken vorgestellt und diskutiert.

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern wurde als Körperschaft des öffentlichen Rechts zum 1. Mai 2017 errichtet. Ihre Aufgabe ist es auch, Erhebungen zum Arbeitskräftebedarf in der Pflege und zur Arbeitssituation von Angehörigen der Pflegeberufe durchzuführen (Monitoring). Dies soll durch eine systematische Bestands- und Bedarfsermittlung der Pflegenden in Bayern erfolgen.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte Anfang März ein „Gutachten für den Bereich der Pflege für die Jahre 2025 bis 2050 in Bayern“ veröffentlicht. Demzufolge wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Bayern bis zum Jahr 2050 auf bis zu 880.000 steigen. Derzeit gibt es in Bayern rund 492.000 Pflegebedürftige (Stand Dezember 2019). Entsprechend erhöht sich bis 2050 auch der Bedarf an Pflegepersonal: Gebraucht werden (rechnerisch) zusätzlich mindestens 62.000 Vollzeit-Pflegekräfte. In diesem Zusammenhang ist es dem bayerischen Gesundheitsministerium ein großes Anliegen, die Bedarfsplanung der Kommunen zu stärken. Eine gute Bedarfsplanung ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Pflege vor Ort.  

Der Minister würdigte das Engagement der Vereinigung der Pflegenden in Bayern: „Seit  ihrer Gründung im Jahr 2017 vertritt die VdPB die Interessen der Pflegekräfte in Bayern, sie setzt sich für die Weiterentwicklung der Pflege und für bessere Arbeitsbedingungen ein. Gerade während der Corona-Pandemie hat sich das Engagement der VdPB sehr bewährt: So bietet sie für die an der Belastungsgrenze arbeitenden Pflegekräfte eine Krisenberatungs-Hotline an. Darüber hinaus hat die VdPB gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium über die Internetplattform ‚Pflegepool‘ knapp 4.000 Freiwillige zur Unterstützung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie rekrutiert.“

Holetschek verwies auf die wichtige Rolle der Pflegekräfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie: „Der herausragende Einsatz der Pflegekräfte für andere Menschen ist vorbildlich und verdient ein hohes Maß an Wertschätzung. Das hat uns die Pandemie ganz klar vor Augen geführt. Für diesen seit weit über einem Jahr andauernden Einsatz in dieser schwierigen Zeit danke ich sehr herzlich! Ich werde mich auch nach der Pandemie für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege stark machen. Wir müssen unsere Anstrengungen in erster Linie darauf setzen, mehr Beschäftigte für den Pflegeberuf zu gewinnen. Hier sollten wir  keine gedanklichen Scheuklappen haben und auch an Steuererleichterungen sowie die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten denken.“

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers