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Pressemitteilungen

Neues Projekt zur Dokumentation jüdischer Friedhöfe in Bayern

13. Oktober 2019

Kunstminister Bernd Sibler zum Start des gemeinsamen Projekts von Kunstministerium, Bayerischem Landesamt für Denkmalpflege und den bayerischen Bezirken: „Wertvolles Zeugnis der jüdischen Kultur in unseren Regionen bewahren und sichtbar machen“

MÜNCHEN. Ein neues Projekt zur „Dokumentation jüdischer Friedhöfe“ startet. Es soll dafür sorgen, dass dieser wertvolle Teil der jüdischen Geschichte erhalten bleibt und auch öffentlich zugänglich ist. Das Bayerische Kunstministerium, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) und die sieben bayerischen Bezirke arbeiten hierbei Hand in Hand. Am BLfD wird hierzu eine Projektstelle ausgeschrieben. Sie soll die Aktivitäten der vielen Initiativen auf diesem Gebiet begleiten und koordinieren. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Es wird am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt, das als zentrale Schnittstelle für alle Beteiligten fungieren wird. Die Bezirksheimatpflegerinnen und -pfleger, die dieses Projekt initiiert hatten, sind wichtige Partner bei der Realisierung und fachlichen Begleitung.

Kunstminister Bernd Sibler betont: „Jüdische Friedhöfe sind ein wertvolles Zeugnis der jüdischen Kultur in unseren Regionen. Diese zu dokumentieren, bedeutet, unser kulturelles Erbe zu bewahren und sichtbar zu machen. Mit diesem Projekt können wir hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“ Dem schließt sich auch der Präsident des Bayerischen Bezirketages, Franz Löffler, an: „In Zeiten eines zunehmenden Antisemitismus und eines Verlustes an Wissen über die jüdische Kultur in Bayern begrüßen wir es sehr, dass dieses Projekt demnächst am BLfD starten kann. Es muss unser gemeinsames Anliegen sein, dem Verfall jüdischer Friedhöfe entgegenzutreten und eine breite Öffentlichkeit über diese wichtigen Zeugnisse der Geschichte zu informieren“.

106 jüdische Friedhöfe in Denkmalliste erfasst

Generalkonservator Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erklärt: „Allein in der Bayerischen Denkmalliste sind 106 jüdische Friedhöfe erfasst. Es handelt sich dabei um verwaiste, geschlossene, aber auch noch offene Friedhöfe. Diese Orte und damit auch die Geschichte der Verstorbenen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, dafür setzen wir uns mit dem Projekt ‚Dokumentation jüdischer Friedhöfe in Bayern‘ ein.“ Bezirketagspräsident Franz Löffler bekräftigt, dass die Bezirke, die sich schon seit Jahrzehnten erfolgreich der jüdischen Geschichte und Kultur widmen, hier auch künftig ein wichtiges Thema ihrer regionalen Kulturarbeit sehen.

Im jüdischen Glauben gilt die Totenruhe als unantastbar. Anders als beispielsweise im christlichen Glauben bleiben Gräber und Grabmale dauerhaft erhalten und werden nicht nach Ablauf einer festgeschriebenen Zeit aufgelöst. Das bedeutet auch, dass jüdische Friedhöfe eine teils Jahrhunderte in die Vergangenheit reichende Quelle zum jüdischen Leben darstellen. Die Inschriften, deren Lesbarkeit im Lauf der Zeit immer weiter abnimmt, geben Auskunft zum Beispiel über Namen, Familienzugehörigkeit, Titel, den letzten Wohnort sowie das Sterbe- und in manchen Fällen auch das Begräbnisdatum des oder der Verstorbenen. Der voranschreitende Verfall einzelner Grabsteine, sogenannter Mazewa, bedroht diese wichtigen Kulturgüter. Ziel ist es, diesen Wissensschatz zur jüdischen Geschichte zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch vielfältiges bürgerschaftliches Engagement ist bereits viel erreicht worden. Jetzt geht es darum, die Informationen zu bündeln und fachlich zu unterstützen.

Julia Graf, Stellv. Pressesprecherin, 089 2186 2621

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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