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Weinbau in Bayern wird zunehmend digital / Gerlach und Kaniber: „Der Weinberg 4.0 ist eine digitale Qualitätslage“
15. Oktober 2021

Der Weinanbau in Bayern wird immer digitaler. Wie Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Ortstermin im unterfränkischen Alzenau unter dem Motto „WeinBerg & DigiTal“ erklärten, setzen die bayerischen Winzer zunehmend auf digitale Techniken und Softwarelösungen. Die Ministerinnen stellten dabei die neuesten Projekte und Entwicklungen vor, von Wetterprognosen per Künstlicher Intelligenz bis zum drohnengestützten Pflanzenschutz von Rebstöcken oder einer brandneuen App für den fränkischen Weintourismus. Begleitet wurde der Termin vom Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbands Artur Steinmann und dem Leiter des Instituts für Weinbau und Oenologie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Georg Bätz.

Digitalministerin Gerlach erklärte: „Der Weinbau befindet sich auch in der digitalen Transformation. Viele Arbeitsschritte werden heute von Hightech-Geräten begleitet, vom autonom fahrenden Hackroboter zur Beikrautregulierung bis zum digitalen Wetteratlas zur idealen Planung der Weinbergsarbeiten. Das erleichtert den Winzerinnen und Winzern die oft körperlich schwere Arbeit. Zudem bringt es Chancen mit sich, etwa für einen umweltfreundlicheren Anbau durch effizientere Bewässerung. Der Weinberg 4.0 ist damit eine digitale Qualitätslage.“

Landwirtschaftsministerin Kaniber betonte: „Ich bin überzeugt, dass wir hier wichtige Elemente der Weinbauzukunft sehen. Weinbau digital ist gut für die Natur, die Winzer und für die Qualität des Weines.“

Zu den neuesten eingesetzten Geräten im Weinbau gehören beispielsweise semiautonom-fahrende Schlepper, die ihr Umfeld per Laserscanner in Echtzeit abtasten. Dadurch wird ein effektives Beikrautmanagement ohne Einsatz von Herbiziden ermöglicht. Das führt zur Arbeitserleichterung beim Winzer, erhöht Wirtschaftlichkeit und Qualität und schützt die Natur. Zum Einsatz kommen außerdem Drohnen mit Spritztank. Vor allem in Steillagen müssen so Pflanzenschutzmittel nicht mehr manuell mit der „Buckelspritze“ ausgebracht werden, sondern können sehr zielgenau und effizient eingesetzt werden. Das spart Pflanzenschutzmittel und schont die Umwelt. Das sind wesentliche Faktoren, die beim Erhalt der auch für den Tourismus wichtigen Terrassenweinberge helfen, die sonst häufig unrentabel wären.

Auch bei der Anbauplanung kommen zunehmend digitale Hilfsmittel zum Einsatz. So erhalten Winzer etwa mit dem Digitalen Weinlagenatlas online parzellengenaue Informationen zu Wetterdaten, beispielsweise Frostwarnungen oder Infos über zu viel Trockenheit. Mit dem System Vitimeteo können Prognosen über Befallsrisiken für verschiedene Krankheiten oder Schädlinge abgerufen werden. Grundlage dafür sind Witterungsdaten des Wetterstationsnetzes Franken. Mit dem System Vitimonitoring erhalten die Winzer bei Bedarf tagesaktuelle Darstellungen der tatsächlichen Befallssituation. Auch diese digitale Lösung trägt zu einem sparsameren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei.

Grundlage für diese digitalen Weinbauhilfen sind auch zahlreiche Pilot- und Forschungsprojekte der Bayerischen Staatsregierung. So ist etwa das Bayerische Staatsministerium für Digitales im Rahmen der Initiative „Klimaland Bayern“ beauftragt, den Schwerpunkt „KI für Klimaschutz“ zu einem europäischen Exzellenzzentrum zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts BigData@Geo der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wird Künstliche Intelligenz beispielsweise eingesetzt, um regionale Erdsystemmodelle und lokale Sensordaten zu kombinieren. So soll eine noch nie dagewesene Genauigkeit bei Vorhersage und Analyse von Umweltdaten erreicht werden.

„Die neuen technischen Möglichkeiten helfen uns dabei, Weinanbau nachhaltig und zukunftsgerichtet zu betreiben. Nur wenn unsere Winzer mit digitaler Unterstützung konkurrenzfähig bleiben, können sie auch künftig ihren wertvollen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Wirtschaftskraft einer ganzen Region leisten“, so Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Digitalministerin Judith Gerlach betonte: „Künstliche Intelligenz ist eine großartige Sprunginnovation. Durch immer bessere Prognosetools kann damit auch der Weinbau profitieren und stetig optimiert werden. Deshalb setzen wir hier einen thematischen Schwerpunkt.“

An der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau werden zahlreiche digitale Entwicklungen in mehrere Forschungsprojekte integriert und in Zusammenarbeit mit den Herstellern für die Anwendung in der Praxis weiterentwickelt.

Fotos können ab ca. 14 Uhr unter folgenden Link heruntergeladen werden: www.picdrop.com/stmd-presse/KYyPUgU6xz

 

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers